Titel: Legend - Fallender Himmel
Originalausgabe: Legend
Autor: Marie Lu
Reihe: Legend #1
Seiten: 368
Verlag: Loewe
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3785573944
Preis: 17,99€
Erscheinungsdatum: 3. September 2012


Day und June. Hochglobt und dennoch eine Dystopie unter vielen, wird sie ihrem Hype grecht?

Inhalt
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Wo sich heute der Westen der Vereinigten Staaten befindet, ist in dieser Trilogie die streng militärische Republik. Das Land befindet sich im ständigen Krieg mit den umliegenden "Kolonien". Die 15-jährige June wächst im wohlhabenden Bezirk auf, ihr steht eine Karriere in den höchsten militärischen Rängen bevor. Day hingegen stammt aus den Slums und ist einer der meistgesuchtesten Kriminellen.

Day versucht seine Familie zu schützen und bricht in ein Krankhaus ein um ein Heilmittel für einen Virus zu stehlen. Die Aktion läuft allerdings schief und er kann sich gerade noch aus dem Staub machen. Auf seinem Weg verletzt er den Soldaten Metias, Junes Bruder.

Als June davon erfährt ist Metias tot, Hauptverdächtigter ist Day. Mit Unterstützung des Militärs setzt sie alle Hebel in Bewegung um Day zu schnappen...

Mein Eindruck
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Legend ist abwechselnd aus der Sicht von Day und June erzählt. Die Aufmachung ist schön gemacht, Days Sicht ist in goldener Schrift verfasst, Junes in schwarz und einer anderen Schriftart. Praktischerweise steht auch immer am oberen Seitenrand aus wessen Sicht gerade erzählt wird, für all diejenigen die das trotzdem noch übersehen würden :)

Die Geschichte ist zu Beginn als Katz und Maus Spiel gestaltet. Man verfolgt Junes Ermittlungen in die Armenvierteln, bis sie schließlich auf Day trifft. Das Kennenlernen danach ist Ruck Zuck abgearbeitet, ebenso die bahnbrechende Anziehung - beide wissen zunächst nicht, wer der andere ist. An dieser Stelle hätte so viel mehr Entwicklung stattfinden können! Die Charaktere hätten glaubhaft ausgearbeitet werden können, sie hätten sich verliebt und das Ganze wäre nachvollziehbar gewesen!

Fehlanzeige: Es ist einfach zu kurz. 305 Seiten sind zu wenig um ein politisches Regime anständig zu erklären, Hauptcharaktere einzuführen, sie sich ineinander verlieben lassen und auch noch eine actionreiche Handlung durchzuziehen. Was bleibt davon übrig? Leider nur die actionreiche Handlung. Es war gut aufgebaut, aber durch die Kürze so geradlinig, das es schon wieder vorhersehbar war.

Day und June bleiben viel zu unpersönlich, ihre Motive, Wünsche und Persönlichkeit wird nur kurz angerissen, nichts was wirklich hängen bleibt. Außerdem haben beide absolut keine Schwächen! Sie sind unheimlich geschickt, sind ultratalentiert, wissen und können alles auf Anhieb. Wie soll man sich in solche Superheroes hineinversetzen?

Es gibt außerdem viel zu wenig Informationen über die Republik und die Stadt in der sich das Geschehen abspielt. Man hat als Leser keinerlei Ahnung weshalb sich die Gesellschaft auf diese Weise entwickelt hat und warum die Leute alles anstandslos mitmachen. (Es werden z.B Kinder nach misslungenen Auswahltests einfach den Eltern entzogen und in Lager geschickt.)

Immer wenn ich dachte, es geht nun unter die Oberfläche, wurde wieder irgendetwas kurz abgehandelt...

Fazit
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Legend hat mich stellenweise ganz gut unterhalten, ist aber größtenteils spurlos an mir vorbeigezogen. Durch die mangelnde Ausarbeitung lassen sich System und Charaktere leider beliebig austauschen. Es ist nichts Neues, was sich von bereits so vielen Dytsopieentwürfen abhebt.

       Es gibt schlechtere und bessere Bücher, deshalb nur          
2,8 Sterne

Meiner Meinung nach wird dieses Buch dem Hype absolut nicht gerecht. Viel zu einfach gestrickt, viel zu kurz und viel zu gewöhnlich. Ich hoffe da legt die Autorin in der Fortsetzung noch eine Schippe drauf!

3 Responses
  1. Sabrina Says:

    Zitat: "ist aber größtenteils spurlos an mir vorbeigezogen" - eine treffende Beschreibung, die auch mein Leseerlebnis charakterisiert.


  2. Tanja Says:

    ich fand legend irgendwie nie so ansprechend, aber ist immer wieder lustig, wie unterschiedlich meinungen sein können ^^ amelie z.b. fand das buch ja sehr gut...naja, lesen werd ich es eh nicht xD


  3. Tina Says:

    Vor allem zu Beginn waren die Bewertungen überdurchschnittlich hoch und vielversprechend. Nachdem das Buch dann eine Weile erschienen war hat sich das wieder geändert. Ich denke da wurden einige falschen Hoffungen geweckt. Nachdem ich ein paar aufschlussreiche Rezis gesehen habe, hab ich meine Erwartungen auch ein wenig runtergeschraubt.


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