Titel: Die Flucht
Originalausgabe: Crossed
Autor: Ally Condie
Reihe: Matched #2
Seiten: 464
Verlag:  Fischer Fjb
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Preis: 16,99€
ISBN:  384142144X
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2012 
Genre: Dystopie

Cassia muss sich einem Leben außerhalb der Gesellschaft stellen - statt Spannung zum Einschlafen langweilig...

Inhalt
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Hier beginnt schon die erste Schwierigkeit. Ja worum geht es eigentlich in Die Flucht? Dem Klapptext nach, lässt sich Cassia in die äußeren Provinzen versetzen und macht sich auf die Suche nach Ky. Natürlich lauern auf sie eine Reihe von Gefahren, denen sie sich stellen muss, um ihre große Liebe zu finden.

Oder auch: 
Wie Cassia Ky findet, mit ihm ziellos durch die Gegend irrt. auf der Suche nach dem großen Ganzen und Lösung all ihrer Probleme.

Mein Eindruck:
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Ich war schon kein bekennender Fan des Vorgängers. Allerdings hatte Die Auswahl gute Ideen und Potential für mehr. Zum Ende hin hat es deutlich Fahrt angenommen und eine gute Ausgangssituation für Die Flucht geboten: Der Handlungsort hat sich vom sicheren Zentrum in die äußeren Provinzen verlagert, zugespitzt mit Krieg und Auflehnung. Hört sich nach jeder Menge Action und Spannung an! Tja aber irgendwie war das sich gegenseitig Gedichte vorlesen im ersten Band interessanter...

In Die Auswahl war das schließlich noch verboten, etwas gefährliches, ein bedeutsames Zeichen ihrer Zuneigung. In der Fortsetzung allerdings, fehlt mir jedes Verständnis dafür, verträumt auf einem Felsen zu liegen, die Luftschiffbomber ziehen oben ihre Kreise und man trägt sich verzückt Gedichte vor. Allgemein fehlte mir das Verständnis, was Cassias und Kys Liebe so außergewöhnlich macht. Dass sie ihm durch zehn Provinzen hinterher läuft? Er sich dabei nur denkt "Irgendwann suche ich auch mal nach ihr". So sieht also unsterbliche Liebe aus?

Die wechselnde Erzählsicht zwischen Cassia und Ky hätte neue Dimensionen und Tiefe in die Erzählung bringen können. Leider waren die Perspektiven so unpersönlich, dass ich oft zurückblättern musste um nachzusehen, wer gerade erzählt.

Zu Beginn ahnt man eigentlich noch nichts böses. Cassia muss hart arbeiten und versucht ihre Rebellion vor den Aufsehern der Gesellschaft zu verstecken. Sie hat nur noch einen Versuch um Ky an ihrem letzten Arbeitsaufenthalt zu finden. Als sie dort eintrifft, ist er (Überraschung) schon mit zwei Gefährten geflohen. Mit ihrer Freundin Indie folgt Cassia ihrer Liebe in die Canyons. Danach geht die Geschichte leider den Bach runter. Gruppe Cassia trifft zwar auf Gruppe Ky, doch leider wird das Ziel nicht klarer. Von der üblen Gesellschaft will man weg, zu den mysteriösen Rebellen will man hin, aber über die weiß man ja leider gar nichts. Ach?! Ich hätte auch gerne mehr erfahren als die paar wörtlich leicht veränderten, aber inhaltsgleichen Sätze. 
Bis zum Ende hin wird dorthin gerannt, dahin geklettert, hier etwas entdeckt, da wieder gezweifelt. Es tut sich einfach nichts... Selten habe ich ein solches Desinteresse für ein Buch entwickelt. Eine langatmige Seite nach der anderen und mich hat es nicht mal aufgeregt. Enttäuschung und Wut wären ja zumindest Emotionen gewesen...

Eine kurze Anmerkung zum Ende, für alle die es bereits gelesen haben:
Spoiler:

Welchen Sinn hat es Cassia wieder in die Gesellschaft zurückzuschicken?
Für mich zeigt das einmal mehr, dass sie völlig an der Rolle der Rebellin scheitert. Sie ist viel zu ängstlich, hat keine Standhaftigkeit und ist mit dem Rebellieren überfordert. Das haben wohl die mysteriösen "Erhebungsleute" auch erkannt und haben sie deshalb wieder in ihre alte Rolle, der braven Bürgerin zurückgeschickt. Schade, für mich ein Rückschritt in der Entwicklung.
Fazit
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Das Buch hat wenig mit einer Flucht zu tun. Für mich war es ein rastloses durch die Gegend irren ohne konkretes Ziel. Über hunderte von Seiten bewegen sich die Charaktere im Kreis, neue Informationen sind rar gesät, die Geduld des Lesers überstrapaziert. Die Flucht schreit förmlich nach Lückenfüller, daran können auch die zahlreichen poetischen Ergüsse nichts ändern.

Leider nur ein schwacher Mittelteil
2,0 Sterne



6 Responses
  1. Lenchen Says:

    Oje, alle sagen, das Buch ist so schlecht ^^ xD
    Ich habe jetzt überhaupt keine Lust mehr, mir das Buch anzuschaffen ... Auf WischiWaschi in Büchern kann ich echt verzichten ;D
    Also für mich ist die Reihe ab Band 1 (vorest) mal auf Eis gelegt ...


  2. Tina Says:

    Keine schlechte Entscheidung! Ich hätte es genauso gemacht und die Bewertungen für den dritten Band abgewartet, bevor ich es mir gekauft hätte. Da ich es mir aber leihen konnte, dachte ich mir, wieso nicht? Ich hab schon schlimmeres gelesen, aber da gibt es weitaus bessere Bücher mit denen man seine Zeit verbringen kann!


  3. Tanja Says:

    tolle rezension! trifft den kern der sache sehr, sehr gut! ich war eine der ersten, die eine rezi zum buch geschrieben habe und hatte angst, damit alleine da zu stehen, aber mittlerweile sieht man ja, das es vielen so geht! :)


  4. Tina Says:

    Auf jeden Fall Tanja! Als eingefleischter Fan der Serie kann man dem vielleicht mehr abgewinnen. Aber wenn man ehrlich ist dann war das einfach nichts :P


  5. Ayanea Says:

    Super, Super, Super! Geniale Rezension, die Stimmung macht das Buch als Türstopper zu ge/ (ver)brauchen :D


  6. Tina Says:

    *lach* als Türstopper!Zum Glück wars ja geliehen :)


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