Titel: Sweet Evil
Deutsche Ausgabe: -
Autor: 
Reihe: Sweet Evil Trilogy #1
Seiten: 454
Verlag: HaperTeen
Format: Taschenbuch
ISIN: 0062085611
Preis: ca. 7€
Erscheinungsdatum: 1. Mai 2012
Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy
Sprachschwierigkeit: 1-2
(1=einfach 2=mittel 3=schwer)

Meet Kaidan - He’s the boy your daddy warned you about. If only someone had warned Anna.

Inhalt
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Anna Whitt ist genau das Mädel, das man als das "gutes" Mädchen bezeichnen würde. Sie lügt nicht, sie trinkt nicht, sie geht nicht lange weg Abends und sie ist immer hilfsbereit und freundlich. Was keiner weiß, Anna hat einige besondere Fähigkeiten, sie kann zum Beispiel durch Auren die Stimmung ihrer Mitmenschen sehen und hat stark ausgeprägte Sinne.

Eines Tages begegnet sie Kaidan Rowe und ihr Leben wird wie es ist auf den Kopf gestellt. Denn er kann ihr sagen wer sie wirklich ist und was es mit ihrem Erbe auf sich hat. Doch arme Anna, Kaidan ist nicht der "nice" guy und sich in ihn zu verlieben kann bitter wehtun...

Meine Meinung
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Im Nachhinein bin ich mir nicht mehr so sicher, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe, mir ein Buch mit solchem Klapptext vorzubestellen. Ich glaube ich war doch sehr verblendet von den außerordentlich guten Vorabrezensionen und dem günstigen (Vorbestell-)Preis. Als gebundene Ausgabe wäre "Sweet Evil" bei mir wohl nie eingezogen, aber hätte, wäre, wenn und überhaupt helfen mir nun auch nicht mehr weiter...

Anna ist die Perfektion in Person. Wenn man unter "Perfektion" Nettigkeit bis zum Abwinken, Selbstlosigkeit, Ehrlichkeit, und Zurückhaltung versteht. Anna lügt nicht, Anna trinkt nicht, Anna interessiert sich nicht für Parties, Anna will keinen Sex vor der Ehe, Anna ist mit (!) 16 noch ungeküsst... Diese "Heilige" begegnet dem "bad boy" Kaidan, der in einer Band spielt, abgöttisch gut aussieht, aber allerdings von einem Bett ins nächste hüpft. 

Kommen wir zu einer Sache, die mir gut gefallen hat. "Sweet Evil" hat nämlich eine interessante Mythologie parat, die mich die erste Hälfte des Buches über hoffnungsvoll gestimmt hat. Auf der Erde sind für jede (Tod und andere) Sünde entsprechend Dämonen vertreten, die die Menschen zu ihrer Sünde verführen müssen. Kaidans Vater ist praktischerweise für die "Lust" zuständig und sein Sohn muss dementsprechend auch für ihn "arbeiten". Annas Vater ist für abhängig machende Drogen verantwortlich, deshalb fühlt sie sich zu Alkohol, Extasy etc. hingezogen. Doch Anna bleibt natürlich eisern standhaft. Denn sie hat nicht nur die dämonischen Gene geerbt, sondern auch Fähigkeiten ihrer Mutter.

Neben der interessanten Idee und dem flüssigen Schreibstil hat "Sweet Evil" leider nicht viel mehr zu bieten. Die Handlung dreht sich oft in Richtungen, bei denen man sich nur noch verwundert am Kopf kratzen kann. Annas Stiefmutter zum Beispiel, schickt Anna mit dem bösen, durchgetriebenen Kaidan auf einen Roadtrip! Genau, richtig gelesen. Sie kann die Jugendlichen leider nicht begleiten, weil sie arbeiten muss. Deshalb schenkt sie großes Vertrauen und fordert lediglich, die beiden sollen in getrennten Zimmern schlafen und er soll ihr Anna jungfräulich (!) zurückbringen. Ähm ja...

Dabei hätte sie sich gar keine Sorgen machen brauchen. Betthupferl trifft auf Heilige und dreimal dürft ihr raten was passiert? Nämlich gar nichts! Sobald Kaidan ihr mal (fast) an die Wäsche kann, bekommt er auf einmal Gewissensbisse und will sich von ihr fernhalten, weil er sie ja so gerne hat. Na klar... 
Es folgen so einige weitere recht "merkwürdige" Tatsachen. Annas mächtiger Dämonenvater sitzt nämlich schon seit 16 Jahren hinter Gittern. Gut, vielleicht hat er das gemacht um abzutauchen, doch er muss so und so regelmäßig an Satan berichten. Mit einem Fingerschnips kann er sich dort übrigens wieder befreien, aber wer sitzt denn nicht gerne zum Spaß hinter schwedischen Gardienen?

Nach dem Roadtrip flüchtete sich Anna in Herzschmerz und für mich ging die Geschichte vollends den Bach herunter. Ich hatte überhaupt keine Ahnung mehr, wohin die Autorin mit ihrer Handlung eigentlich wollte. Mit ihrem "Finale" hat sie noch den Vogel abgeschossen, wer will kann sich den Spoiler anschauen. 

Achtung Spoiler! :

Am Schluss versammeln sich alle Dämonen sowie deren Nachkommen. Die Kinder sind dazu da ihre Dämonenväter zu unterstützen und Menschen zur Sünde zu verführen. Allerdings wollen die Dämonen nicht, dass man selbst der Sünde verfällt.

Also haben sie nichts besseres zu tun, als alle zusammenzutrommeln um die Dämonentochter der Völlerei zu demütigen. Die arme Gerlinda (soll wohl ein trendiger deutscher Name sein) ist stark übergewichtig und wird deshalb vom Publikum mit Essen beworfen und gequält. Großartige Idee! Anna muss natürlich eingreifen und bekommt fast selbst auf die Mütze, bis im letzten Moment glücklicherweise Kriegerengel auftauchen und sie retten. Tada!

Fazit
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Keine Ahnung wie es mit "Sweet Evil" weitergehen soll und ich werde es wohl auch nie herausfinden, denn den Fehler begehe ich kein zweites Mal. Die Charaktere sind unglaubhaft und wechseln zwischen naiv und unbegreiflich. Im ersten Teil des Buches war ich noch von der Mythologie überzeugt und fand die Handlung zumindest witzig. Allerdings geht es in der zweiten Hälfte steil bergab und irgendwann lassen sich die Augen auch nicht mehr vor den "Merkwürdigkeiten" verschließen.


Gandenpunkte für die Mytholgie und die erste Hälfte
2,2 Sterne


13 Responses
  1. Fina Says:

    Oje... Schade, dass so viele Autoren nichts Vernünftiges aus ihren (meistens sogar guten) Ideen machen können.
    Das Buch war auch mal auf meiner Wunschliste, aber zum Glück hab ich erstmal ein paar Rezis abgewartet ;)Dafür bin ich aber bei "The Goddess Test" reingefallen...


  2. Tina Says:

    Vor Reinfällen bleibt wohl wirklich niemand bewahrt :) Um "The Goddess Test" werde ich definitiv einen riesen großen Bogen machen.

    Das ist leider auch so ein bisschen das Problem mit Vorbestellungen bei Bookdepository, sie sind günstig aber man geht ein Risiko ein, weil es noch nicht viele Rezensionen gibt.


  3. Damaris Says:

    Hihi Tina, Super geschrieben! Ich musste beim Lesen die ganze Zeit grinsen. Und ich bin auch ehrlich, gerade solche Storys mit düsterem Bad Boy ziehen mich gerade wieder magisch an. Allerdings darf es dann auch etwas "zur Sache" gehen. Prüdes Unschuldigkeitsgeschreibe langweilt mich eher. Isso! Danke aber für deinen Einblick. Klingt für mich auf jedem Fall interessant u. vielleicht gibt es das Buch ja mal günstig für den Kindle. Sprachlich soll es je gut zu lesen sein.
    LG,
    Damaris


  4. Kathriona Says:

    Mir ging es ähnlich wie dir: Die ziemlich begeisterten ersten Rezensionen auf Goodreads und die Leseprobe (angenehmer Schreibstil, interessanter Prolog) hatten mich dazu verleitet, das Buch zu bestellen ... Zum Glück auch nur in der Taschenbuchausgabe, bei einem gebundenen Buch hätte ich mich richtig geärgert.
    Im Moment lese ich es gerade und verstehe gut, was dich daran stört. Bisher finde ich, dass es noch geht, da habe ich noch Schlimmeres gelesen, also Bücher, die mich noch mehr aufgeregt haben. Wobei ich ja noch ca. 300 Seiten vor mir habe, also wer weiß, was da noch kommt ;-)


  5. Tanja Says:

    da kann ich nur sagen: :D :D :D
    sehr lustig geschrieben, ich kann meinen vorpostern nur zustimmen, ich musste die ganze zeit über grinsen ^^


  6. Egoliquida Says:

    Irgendwie hört sich das an, als ob sie nie wusste, wie es denn nun enden sollte und was sie damit vermitteln möchte.

    Hey, und nichts gegen ungeküsste 16-Jährige.^^
    Ich habe meinen Freund erst mit 19 kennengelernt.


  7. Hannah Says:

    Also erst dachte ich es hört sich ja eigentlich okay an... aber dann wurde es ja immer schlimmer!
    Was denken die Autoren eigentlich so einen Schwachsinn zu veranstalten? Wenn das Buch (bzw die Handlungen )nicht nachvollziehbar sind, ist es eh verloren.
    Schade, das Cover fand ich schon irgendwie cool :/
    Aber wenn es wirklich so schlecht war...

    Ich hoffe dein nächstes Buch wird besser ^^
    LG Hannah


  8. Tina Says:

    @Damaris:

    *grins* Ja man liest wohl Bad Boy und irgendwie klingelts im Kopf und die Vernunft wird abgeschaltet. Es liest sich wirklich gut und ist vom Schwierigkeitsgrad her auch echt in Orndung. Wenn es mal runtergesetzt wird bin ich gespannt wie es dir gefallen wird ;)

    @Kathriona:

    Na zumindest bin ich nicht die einzige, die der Marketing-Strategie auf dem Leim gegangen ist^^ Ich drück dir feste die Daumen, dass du hoffentlich etwas besser mit "Sweet Evil" klarkommst. Zu Beginn ging es mir ja auch ähnlich, es sind einige Sachen komisch, aber es liest sich gut und hätte gut etwas daraus werden können. Mal sehen was du zu den restlichen 300 Seiten sagst! Und vor allem zum Finale ;)

    @Tanja:

    Immerhin kann man sich darüber amüsieren^^ Was würden wir nur mit schlechten Büchern machen ohne Humor?


  9. Tina Says:

    @Egoliquida:

    Ja so in etwa ging es mir wirklich in der zweiten Hälfte!

    *lach* in Annas Fall hat das einfach so ins Bild gepasst. Von wegen das tpyische, unschuldige amerikanische Mädchen, das jeden Sonntag in die Kirche geht, scheu und schüchtern durchs Leben gstolpert und sich nur in ihren Träumen ausmalt was man so mit Männern anstellen kann. Die Autorin hat da wirklich dick aufgetragen!

    Wenns dafür gleich geklappt hat bei dir umso besser ;)

    @Hannah

    Ähm ja. Immer schlimmer triffts wirklich leider :( Vor allem ihre Grundidee war ja echt gut, aber dann diese aberwitzigen Erklärungen. Die Stiefmutter kann nicht mit weil sie "arbeiten" muss, na klar da hat dann jeder Verständnis und so Sachen...

    Im Moment gefällt mir "Lies Beneath" deutlich besser ;)


  10. Klasse Rezi :D Und ich hab dir doch noch so die Daumen gedrückt dass dir das Buch gefallen könnte!
    Musste übrigens auch sehr bei dem "mit (!) 16 noch ungeküsst..." schmunzeln, gehör auch zu denen die da erst etwas später dran waren^^
    Aber das Buch scheint da ja wirklich überladen zu sein, was Unschulds-Klischees betrifft. Sehr schade.. Aber das ist nach deiner Rezi wirklich nicht das einzige, was mich zurückschrecken lässt.



  11. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    Danke dir fürs Daumendrücken ;P Zumindest in der ersten Hälfte hats ja noch geholfen!

    ja ich sag mal, wäre Anna ein ganz "normales" Mädchen gewesen und keine Heilige, hätte ich nur "außerdem noch ungeküsst" geschrieben, ganz ohne (!) :)
    Die Sache ist, es wird im Buch auch noch genutzt um Anna in eine ganz schockierende Situation zu bringen, als ihr Drogen untergejubelt werden.

    Ich denke du kannst es wirklich sein lassen, selbst wenn es mal übersetzt wird. Das würde mich nicht mal wundern, wenn ich mir so anschaue was alles ins Deutsche übertragen wird. (Goddes Test etc.)


  12. Tina Says:

    @Sandrina:

    Ich sehe du hattest zumindest deinen Spaß^^


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