Teil 2:

1. Die Fragen,
2. Zum Thema Bloggen
3. und Lektor/in




Zum ersten Teil geht es Hier

Die Fragen keine Spoiler! (Darf ich ja auch gar nicht^^)
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Wenn man das Glück hat, eine waschechte Autorin zu treffen, dürfen Fragen natürlich nicht fehlen! Meine lieben Mitbloggerinnen und ich wurden herzlich eingeladen, Bettina Belitz mit Fragen zu löchern. "Fragen könnt ihr alles, doch ob ich auch alles beantworte..." leitete sie lachend die Fragerunde ein:

(Ich versuche die Fragen aus meiner Erinnerung wiederzugeben. Fragen und Antworten sind sinngemäß. Wer welche Fragen gestellt hat, kann ich leider nicht mehr wiedergeben. Anmerkungen mache ich, wenn es mir nötig erscheint).


Wir: Gab es einen bestimmten Anlass für die Idee zu "Linna singt"? 

BB: Einen bestimmten Anlass oder einen Auslöser gab es nicht. Allerdings habe ich die Idee, von ehemaligen Freunden, die sich nach langer Zeit wieder treffen und sich auf engem Raum ihrer Vergangenheit stellen müssen, schon lange.


Wir: Wie lange haben Sie an "Linna singt" geschrieben?

BB: 2,5 Monate. 


Wir: (Ziemlich erstaunt, immerhin sind es über 500 Seiten) In so kurzer Zeit?
  
BB: Ich habe in den vergangenen Jahren so viele Titel geschrieben, dass ich pro Buch nicht viel mehr Zeit hatte, denn das Lektorat, Lesungen und Öffentlichkeitsarbeit kosten ja auch ihre Zeit. 
Was ich ändern will: Pro Jahr nicht mehr so viele Bücher wie bisher zu schreiben, damit ich pro Buch mehr Luft habe. Allerdings werden die Titel (und auch ich selbst) anspruchsvoller. "Linna singt" war handwerklich mein bisher schwierigstes und anspruchsvollstes Werk und das hat dann auch entsprechend Energien und Intensität gekostet. Trotzdem hoffe ich, dass ich mir bald wieder mehr Freiräume schaffen kann.
Anmerkung von mir: Ich finde, es ist eine beachtliche Leistung in so kurzer Zeit so viele Bücher herauszubringen und trotzdem mit vollem Herzen bei der Sache zu sein! Ich drücke ihr Fest die Daumen, dass es mit den Freiräumen klappt. Denn so gerne wir Leser ein Buch nach dem nächsten wollen, es steckt so viel Arbeit dahinter und zugunsten der Erholung, können wir uns auch gerne gedulden ;)

Wir: Wann beginnt Ihr Schreibtag?

BB: Morgens um 6:00 Uhr. Entweder beginne ich direkt zu schreiben und reite dann mittags mein Pferd aus. Oder ich reite gleich morgens aus und beginne danach zu schreiben. 


Wir: Trinken Sie dabei viel Kaffee?

BB: Eigentlich nicht. Eine Tasse muss schon sein, doch frühestens bei meiner ersten Schreibpause. Ansonsten reicht mir stilles Wasser.


Wir: Wie lange Schreiben Sie in etwa? 

BB: Spätestens um 23:00 Uhr ist Schluss. Vor dem Schlafengehen bekomme ich sonst den Kopf nicht mehr frei. 


Wir: Gibt es ihre Charaktere im wirklichen Leben? Annäherung an Menschen, die Sie kennen? 

BB: Nein, meine Charaktere sind immer frei erfunden. Es gibt niemanden, bei dem ich sagen könnte, das ist jetzt "Linna". 


Wir: Weshalb sind eigentlich die Kapitelüberschriften auf Englisch? 

BB: Es sind alles Songtitel von Mike Oldfield. Überhaupt spielt Musik natürlich in "Linna singt" eine große Rolle. Linna ist eindeutig Mike Oldfield Fan, das passt zu ihr! Ich empfehle jedem sich die Lieder einmal bei Youtube anzuhören.
Anmerkung von mir: Vielleicht wird es noch eine Playlist zum Buch geben. Herr Lindner hat sich zumindest die Idee notiert ;)

Wir: Linna betreibt Frauen-Boxen. Haben Sie da Erfahrungen und wie haben Sie recherchiert?

BB: Ich habe mir vor allem Videos von Frauen Boxkämpfen angesehen. Einen Kampf habe ich auch live gesehen. Eine der Kämpferinnen hatte ein super Lied zum einlaufen. Dann kam die andere Boxerin, mit einem Lied von Blümchen!


Wir: Was war ihr Alternativplan zum Autorenberuf? 

BB: Ich habe meinen Alternativplan gelebt. Eigentlich hatte ich schon mit dem Traum abgeschlossen Autorin zu werden. Jahrelang habe ich als Journalistin gearbeitet bis ich schließlich von meiner Agentin entdeckt wurde.


Wir: Wie wurden Sie entdeckt? 

BB: Ich hatte Auszüge von meinem Roman "Sturmsommer" auf meinem Blog online gestellt. Meine Agentin hat es entdeckt und mich daraufhin kontaktiert. Natürlich musste ich die Auszüge danach vom Blog nehmen, auch den Blog gibt es mittlerweile nicht mehr. 

Frage an die Agentin Frau Hanauer: Suchen Sie heute noch auf Blogs nach neuen Talenten? 

MH: Mittlerweile eher selten. Täglich erreichen mich so viele Anfragen, da bleibt nicht viel Zeit noch Blogs zu durchstöbern. Aber wenn ich auf einen vielversprechenden Blog aufmerksam gemacht werde, schaue ich ihn mir an. 

Das ist nur ein Auszug der vielen, vielen Fragen die wir gestellt haben, aber auch Herr Lindner und auch wir Blogger hatten einiges zu beantworten. Sehr interessant war auch das Thema Bloggen. Mittlerweile scheint es nicht mehr hinwegzudenken sein und hat vor allem bei Bettina Belitz Debüt "Splitterherz" schon eine Rolle gespielt.


Zum Thema "Bloggen"
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Für uns war natürlich interessant, worauf in der Buchbranche (Verlage, Autoren etc.) bei Blogs besonders geachtet wird: (wieder sinngemäß)

Layout und Aufmachung: Wichtig ist vor allem, dass der Blog professionell herüberkommt und klar strukturiert ist. Das Menü sollte klar und einfach aufzurufen sein. Allgemein sollte man sich mit wenigen Klicks schnell intuitiv zurechtfinden können.

Rezensionen: Gegen lange Rezensionen ist nichts einzuwenden (wuhu!), vor allem ist eine gute Begründung wichtig. Ein Fazit am Ende ist auf jeden Fall hilfreich und sinnvoll. Außerdem sollten nicht alle Bücher gleichbewertet werden, bei durchgehend nur 4 und 5 Sterne Bücher, fehlt die Aussagekraft der Meinung. Wichtig ist, insgesamt eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Buch. Lediglich Inhaltszusammenfassungen spiegeln keine Meinung wieder!

Negative Rezensionen: Negative Rezensionen sind völlig in Ordnung, wenn sie gut begründet, sachlich geschrieben und nicht persönlich beleidigend sind. Überreaktionen von manchen Autoren sind ihnen völlig unverständlich. Allerdings sollten Rezensionen stets respektvoll gegenüber dem Autor sein!


Ein paar "tidbits" zum Beruf Lektor/in und mehr
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Zum Ende hin hatten wir noch die Gelegenheit uns mit Lektorin Marion Perko auszutauschen. Eine Frage, die uns allen auf der Zunge lag: wie viel liest man wirklich noch selbst, wenn man so nah tagtäglich mit Büchern arbeitet? Die Antwort hat uns nicht überrascht, nämlich nicht ganz so viel und eher nur zum Vergnügen im Urlaub. Allgemein ändert sich der Blick auf die Bücher, es fällt einem schwer das professionelle Auge abzustellen und einen Text richtig zu genießen. Englische Texte hingegen machen deutlich mehr Freude, denn hier ist der Abstand zur Sprache größer und das Abschalten fällt leichter.

Überhaupt hat Marion Perko die englische Sprache als außerordentlich wichtig eingestuft. Jeder der einmal vorhat im Verlagsbereich zu arbeiten, wird ständig mit der Fremdsprache konfrontiert. Sei es durch das Lesen von Texten, oder auch, um sich im internationalen Bereich ausdrücken zu können. 

Eine weitere Frage war, wie denn die Planung für neue Bücher aussieht. Zunächst werden einige Titel "eingekauft" und übersetzt. Hier liegt es am Verlag vorher das richtige Auge für die richtigen Themen zu haben. Denn grundsätzlich steht das Programm schon für mehrere Jahre vorher fest. Wenn sich Trends ablösen muss daher schnell reagiert werden. Für die "Lücken" im Programm kommen dann auch gerne deutsche Autoren in Frage. Allerdings kann es immer sein, dass das gerade geschriebene Werk einfach nicht zum Geist der Zeit passt. 

Davon können wohl auch wir Blogger ein Lied singen. Wie war es mit der "Vampir-Welle"? Und nun den "Dystopien"? Die vielleicht schon allmählich von "Zeitreise" abgewechselt werden? Gar nicht mal so einfach, wenn man das Geschehen aus der anderen Perspektive betrachtet und den richtigen Riecher haben muss.

Eine Orientierung, die sicher schon einigen aufgefallen ist, ist die Entwicklung der script5 Bücher zu den "jungen Erwachsenen". "Linna singt" ist dabei ein großer Schritt in einen Bereich, den kein Jugendbuch mehr abdecken kann, sondern unter "Junge Belletristik" fällt. Interessant ist natürlich auch immer, was die "Konkurrenz" so treibt. Meiner Meinung nach, geht INK mit Titeln wie "Ashes" in eine ähnliche Richtung. Wir Leser können auf jeden Fall gespannt sein, welche Entwicklungen noch kommen und über welche Bücher wir uns in Zukunft besonders freuen können ;)


Noch zwei Bilder zum Schluss:
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17 Responses
  1. Nikki Says:

    Wow so ein Treffen mit eine Autorin höchstpersönlich - da bin ich aber neidisch ;)
    glückwunsch ;)


  2. Tanja Says:

    ich finde den ganzen beitrag wirklich super interessant...obwohl mich die autorin nicht so sehr "interessiert" einfach, weil ihre bücher mich nicht ansprechen, scheint sie ein sehr netter mensch zu sein...die fragen fand ich sehr unterhaltsam und es ist immer spannend so etwas zu lesen...wahnsinn, wie schnell frau beliz wohl schreiben muss xDD

    danke, tina ;)


  3. Tanja Says:

    und DAMN :D du durftest mr linder kennen lernen ^^
    eine freundin von mir nennt den immer nur hottie xD
    haha :D


  4. Hey, wirklich ein total interessanter Beitrag! Ich kenne die Bücher von Frau Belitz ja bisher nicht, aber einfach die Infos um den Autoren- und auch Lektoren-Beruf finde ich klasse!


  5. Reni Says:

    Kann mich nur anschließen. Ein informativer wie gelungener Beitrag. Besonders die Infos über das Bloggen + Lektorat fand ich sehr interessant. Das Interview mit BB liest sich aber auch klasse - 2,5 Monate für einen Roman sind wirklich eine Spitzenleistung. Da raucht bestimmt der Kopf im Dauermodus. Freu mich nun immer mehr auf "Linna singt". Bis September ist es ja glücklicherweise nicht mehr allzu lang hin.

    Liebe Grüße
    Reni


  6. Tina Says:

    @Nikki:

    Ja es war wirklich eine tolle Erfahrung! Na ich hoffe du konntest es zumindest durch den Bericht ein wenig "miterleben" ;)

    @Tanja:

    Ich kann dich gut verstehen Tanja! Es war so interessant einmal hautnah "Autor" und "Lektor" als Beruf zu sehen mit seinen Vor- und Nachteilen. Mit den 2,5 Monaten ist das Ziel dann jeden Tag ein Kapitel, ich finde das wirklich hochgesteckt! Offensichtlich ist es zwar machbar, wenn auch mit Einschränkungen in anderen Belangen.

    *lach* das habe ich nun schon von einigen Seiten gehört! Ob er sich der ganzen positiven weiblichen Aufmerksamkeit eigentlich bewusst ist?^^

    @Suppenhuehnchen:

    Ich kenne ja auch noch nicht alle Bücher von ihr, werde aber die "Splitterherz"-Reihe bald mal fortsetzen.
    Solche Infos sind einfach klasse, wenn man über den Tellerand "Lesen" hinausschauen kann und die andere Perspektive kennenlernt. Freut mich, dass dir Bericht so gefallen hat!


  7. Kirsten Says:

    Klasse Beitrag, wobei ich am meisten Frau Beliz' Geschwingkeit beim Schreiben beeindruckt. Ich bin ja eh zu unkreativ, als das ich ein Buch zu Papier bringen könnte, aber so viele gute Ideen in so kurzer Zeit gut umzusetzen. Wahnsinn!
    Planst du etwas Richtung Lektorat zu machen? Für mich wäre das nix. Dafür mag ich Bücher zu sehr und die Liebe zum Buch scheint ja doch auf gewisse Art und Weise zu leiden.
    Vielen Dank für den Einblick in das Treffen =D


  8. Egoliquida Says:

    2,5 Monate!

    Das ist echt schier unglaublich! Wahrscheinlich hat sie von 6 bis 23 Uhr immer durchgeschrieben.^^


  9. Lydia Says:

    Großes Lob an diesen Post (und auch Teil 1) ! Sehr interessantes Interview und "Linna singt" kommt jetzt auf meine Wunschliste. :))

    In 2,5 Monaten ein Buch mit 500 Seiten... unglaublich! :O Wow...

    LG, Lydia


  10. Plumblossoms Says:

    Mir gefällt der Beitrag sehr gut, besondes das Interview und worauf bei Blogs geachtet wird, war interessant zu lesen :))

    LG Plumi


  11. Shiku Says:

    Sehr interessanter Bericht! Auch wenn ich persönlich kein Fan von Frau Belitz bin (die Bücher sprechen mich null an und eine Lesung von ihr hat mich nur in der Überzeugung gestärkt, sie nicht zu lesen), so war der Teil übers Bloggen und Lektorieren sehr interessant! Stelle mir so ein Gespräch auch sehr spaßig vor - wäre auch mal die perfekte Gelegenheit, ihnen ein paar bisher unübersetzte Titel unter die Nase zu reiben. Freundlich natürlich. ;)


  12. Ayanea Says:

    Hallo Tanja, ein wirklich sehr schöner Beitrag. Die Fragen und Antworten waren sehr interessant, ich sollte endlich mal ein Buch von Frau Belitz lesen- denk ich :) Ist das auf dem letzten Photo ganz recht der Herr Lindner? Wollte schon immer mal wissen, wer das ist :) Kenne ihn ja nur von Emails :D


  13. Tina Says:

    @Kirsten:

    500 Seiten in 2,5 Monaten sind wirklich enorm. Vor allem, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war ihr erster Entwurf noch deutlich länger und wurde dann gekürzt.

    Ich habe noch vor meinem Abitur überlegt, ob ich in die Richtung gehen will. Allerdings habe ich mich dann doch anders entschieden un würde wohl wenn eher in der Rechtsabteilung eines Verlags als im Lektorat landen ;) Auch die Tatsache, dass irgendwo doch die Freude am Lesen darunter leidet, finde ich schade. Andererseits etwas zu arbeiten, das einem tagtäglich Spaß macht ist sicherlich auch nicht zu verachten. Hat wohl wie immer alles seine Vor- und Nachteile^^

    Gerne doch, versuch ja mein Erlebnis mit euch (so gut es geht) zu teilen!

    @Egoliquida:

    Auf jeden Fall schon mit Pausen! Aber klar, viel Zeit für irgendetwas anderes scheint da nicht übrig zu bleiben. Deshalb kann ich es auch völlig verstehen, dass sie es mit zukünftigen Büchern "ruhiger" angehen lassen will.

    @Lydia:

    Ich denke "Linna singt" macht sich wirklich gut bei dir auf der Wunschliste! Wir hatten uns ja schon bei "Timeless" über den hohen Musikanteil unterhalten und ich glaube da passt "Linna singt" bei dir auch sehr gut rein. Vielleicht hast du ja Glück bei der Verlosung, hab dein Post schon gesehen^^


  14. Tina Says:

    @Shiku:

    Ich hatte schon überlegt ob ich immer wieder "Angelfall" in die Runde rufen soll ;) Aber da sind die Rechte glaub ich schon weg, man weiß nur nicht an wen.

    Super, dass dir der Beitrag gefallen hat, auch wenn du mit Bettina Belitz' Büchern nicht so viel anfangen kannst. Das war auch das schöne an dem Nachmittag, das Buch war natürlich das große Thema, aber auch so viele andere interessante Dinge kamen zur Sprache.

    @Ayanea:

    Tina *hust* ;P Danke dir für dein Lob! Ich glaube ihre Bücher könnten schon etwas für dich sein. Mit "Splitterherz" bin ich selbst nichtganz glücklich geworden, dafür mit "Linna singt" umso mehr.

    Ja das ist Herr Lindner. Im Beitrag Teil 1 (hm da sollte ich wohl noch eine Verlinkung hinzufügen), habe ich es bei den Bildern dazugeschrieben. Da gibts auch noch zwei Fotos ;) Wirklich spannend wie berühmt Herr Lindner unter den Bloggerinnen ist^^


  15. Kathriona Says:

    Danke für den tollen, sehr informativen Bericht! :-) Für mich war der Abschnitt übers Lektorat besonders spannend, da Lektor lange mein Wunschberuf war (teils immer noch ist, nur gibt es da inzwischen noch einen anderen, der mich auch sehr interessieren würde) und ich letztes Jahr fürs Studium ein Verlagspraktikum gemacht habe, aber in einem Verlag mit ganz anderer Ausrichtung.


  16. Tina Says:

    @Kathriona:

    Bitteschön ;) Lektor ist wirklich ein spannender Beruf, mal sehen ob du dich tatsächlich dafür entscheiden wirst! In welcher Verlagsrichtung hast du denn Praktikum gemacht?


  17. Kathriona Says:

    Es war ein kleinerer Verlag, dessen Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Büchern und Regionalliteratur lag ... Interessant war es auf jeden Fall und ich konnte einiges mitnehmen, aber mein Traum wäre ein Praktikum im Lekorat eines Fantasy-Verlags ♥


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