Titel: Dolch und Münze - Das Drachenschwert
Originaltitel: The Dragons Path
Autor: Daniel Hanover
Reihe: The Dagger and the Coin #1
Seiten: 672
Verlag: Blanvalet
Format: Taschenbuch
ISBN: 3442268656
Preis: 14,00€ 
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2012
Genre: High Fantasy

Der Beginn einer epischen Geschichte? Ein Mann mit einer unlösbaren Aufgabe. Ein Land vor dem drohenden Krieg. 
 

Inhalt 
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Der Hauptmann Marcus Wester hat eine harte Vergangenheit hinter sich. Dabei hat er vor allem eines gelernt, am Ende zählt nur das Überleben. Für ihn ist es an der Zeit schnellsten die vom Krieg bedrohte Stadt Vanai zu verlassen. Gemeinsam mit dem Bankmündel Cithrin und einer Schauspielergruppe verlassen sie die Stadt getarnt als Karawane. Doch erst dann fangen die Probleme so wirklich an, denn Cithrin hat sich als junger Mann verkleidet und trägt den ganzen Reichtum der Bank bei sich. Der Krieg hat erst begonnen und hat größere Ausmaße als ein jeder sich hätte vorstellen können...

Mein Eindruck
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Grundsätzlich bedarf es bei jedem High Fantasy Buch einer gewissen Einlesezeit. Man muss zunächst mit den Charakteren, der Umgebung und den politischen System vertraut werden. Umso komplexer der Weltaufbau, umso länger dauert diese Phase. Mir ging es bei "Dolch und Münze" so, dass ich sehr lange auf den Punkt gewartet habe, an dem ich richtig in der Geschichte angekommen bin und dem künftigen Geschehen entgegengefiebert habe.
Zunächst beginnt das Buch mit einem vielversprechenden Prolog, auf den erst sehr viel später im Laufe der Geschichte wieder eingegangen wird. Danach lernt man nach und nach die einzelnen Charaktere kennen. Die Perspektivwechsel passen zur Geschichte und bieten genügend verschiedene Blickwinkel. Mein Problem allerdings war, dass es mir schwerfiel trotz umfassender Gedankengänge, mich richtig in die Charaktere hineinversetzen. Grundsätzlich erfährt man zwar einiges über diese und jene Beweggründe, aber an anderen Stellen geizt der Autor mit Informationen. Zum Beispiel erfährt man im ganzen Buch nie mehr als ein paar Details über die Vergangenheit von Hauptmann Wester. 

Überhaupt fühlt sich das komplette Buch eher wie ein Prolog, als ein eigenständiges Buch an. Es dauert sehr lange bis die Handlung in Fahrt kommt und sich Zusammenhänge aufklären. Wie ich zu Beginn beschrieben habe, brauchen komplexe Geschichten natürlich ihre Zeit, um sich entfalten zu können, hier jedoch hat es mir zu lange gedauert. Erst ab der Hälfte etwa, haben sich die Ränke verdichtet, die Beziehungen haben Sinn ergeben und die ein oder andere Perspektive hat sich aufgeklärt. Daniel Hanover kann so flüssig beschreiben und erzählen, deshalb habe ich das Buch sehr schnell gelesen, doch ich finde er hätte besser auf den Punkt kommen können.

Sehr positiv fand ich einige, doch sehr überraschende Wendungen. Als Leser hat man natürlich immer einen Verdacht, in welche Richtung sich ein Charakter oder ein Handlungsstrang entwickeln wird. Hier vermag der Autor zu überraschen und den Leser hinters Licht zu führen. Zum Ende hin sind die meisten Fäden zumindest teilweise abgeschlossen, lassen einen aber vermuten, dass es in den Folgebänden erst so richtig losgeht.

Fazit 
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Für mich ein Auftakt mit sehr viel Potential, das nicht konsequent genutzt wurde. Der Autor kann unheimlich flüssig schreiben und doch hat er sehr viel an Erzähltempo herausgenommen. Die verschiedenen Perspektiven bieten verschiedene Blickwinkel, mir sind aber vor allem Hintergründe von Charakteren zu kurz gekommen. Sehr positiv sind die überraschenden Wendungen und die Ausgangssituation für die nächsten Bände. Insgesamt leider nicht herausragend.

 
3,0 Sterne


10 Responses
  1. Hmm für mich wäre das Buch wohl nichts. Tolle Rezi, danke dafür


  2. Tina Says:

    @Leseengel:

    Ich denke es kommt ganz drauf an, wie geduldig man ist. Mit den Folgebänden könnte sich die Geschichte sicher noch steigern.


  3. Anonym Says:

    Wer die Städte-Reihe von Daniel Abraham (= Daniel Hanover) gelesen hat, der weiss, dass dieser Autor nicht für brachial-banales Standard-Fantasy-Gemetzel oder Hokus-Pokus-3malschwarzerKater-Hex-Hex Zauberspektakel steht sondern für erwachsene, sehr politisch angehauchte Geschichten.
    Und wie du richtig schreibst kann man sicher sein, dass einen diese Reihe mit jedem Band mehr und mehr in seinen Bann ziehen wird.
    Und es ist definitiv kein Werbe-Gag, dass Martin und Rothfuss am Cover zitiert werden - wer ihre Blogs verfolgt weiss, wie begeistert diese beide Autoren von dieser Serie sind :)


  4. Tina Says:

    Ah von seiner Städte-Reihe habe ich auch schön gehört, allerdings wurde die wohl eingestellt? In einem Goodreads Review war die Rede davon, dass er sich mit der neuen Reihe leider mehr von seinen ersten Büchern entfernt hat und jetzt mehr "klassisch" geschrieben hat. Ob das nun stimmt, kann ich leider nicht beurteilen.

    Ich verfolge vor allem Patrick Rothfuss' Blog und bin deshalb überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden ;) Ich hoffe wirklich, dass sich die Reihe noch entwickelt!


  5. Anonym Says:

    Die Städte-Reihe besteht aus 4 Büchern und ist komplett abgeschlossen.
    Anscheinend dürften die Bücher 1-3 bei Amazon ausverkauft sein, allerdings sind sie noch bei diversen Anbietern am Marktplatz erhältlich.

    Ist relativ "unklassische" Fantasy, wenn nicht die Andaten (von Dichtern mehr oder weniger physisch gemacht Gedanken) wären, dann würde die Serie mehr an historische Romane erinnern denn an Herr der Ringe und Co.

    Nachdem ich grundsätzlich klassische Settings bevorzuge bin ich schon sehr gespannt, was der gute Daniel uns da noch servieren wird :)


  6. Anonym Says:

    Nachtrag: Englischen Rezensionen zum 2. Teil "The King`s Blood" folgend kann man davon ausgehen, dass dort das Tempo ordentlich angezogen wird.


  7. Tina Says:

    Achso sie ist abgeschlossen, kann aber nicht mehr überall gekauft werden. Ich wundere mich immer noch über dieses "Daniel Hanover" Pseudonym. Soll man denken es wäre ein deutscher Autor? So ganz erschließt sich mir da der Sinn nicht.

    Die Rezensionen auf Goodreads sind mir auch schon aufgefallen! Machen auf jeden Fall Hoffnung für die nächsten Bände. Ich werd aber wohl die deutsche Übersetzung abwarten, bei High Fantasy Büchern tu ich mir mit dem Original meist noch schwer.


  8. Anonym Says:

    Das Pseudonym für die deutsche Version dürfte daran liegen, dass sich die Städte-Reihe im deutschsprachigen Raum leider nicht so gut verkauft hat.
    Zumindest habe ich das irgendwo gelesen und Daniel hat in einem Kommentar ebenso seine Verwunderung darüber kundgetan.

    Mir gehts auch so, obwohl ich beruflich praktisch täglich mit Englisch konfrontiert bin muss ich Bücher auf deutsch lesen, um 100 % eintauchen zu können.
    Ich hoffe auch, dass alle Bände übersetzt werden - ist immer etwas gefährlich bei neuen Serien. Ich hab mich zB furchtbar geärgert, dass die Nachfolgebände von "Winterwende" nicht übersetzt worden sind...


  9. Anna Diaries Says:

    Ich muss sagen, Band 3 gestaltet sich derweil auch so. Ich bin noch nicht wirklich drin und habe doch schon relativ viel gelesen. Naja, mal sehen.

    Lg Anna
    www.the-anna-diaries.de


  10. Tina Says:

    @Anna:

    Oh schade :( Ich habe mich deshalb entschlossen, die Reihe nicht weiterzulesen. Da warten einfach vielversprechendere Bücher auf mich ;)

    Liebe Grüße!


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