Titel: Liberty 9 - Sicherheitszone
Originaltitel: -
Autor: Rainer M. Schröder
Reihe: Liberty 9 #1 (Insgesamt 2 Teile)
Seiten: 496
Verlag: cbj
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3570154645
Preis: 18,99€
Erscheinungsdatum: 27. August 2012
Genre: Junge Erwachsene, Dystopie

Eine neue Zeitrechnung ist angebrochen und ein neues System hat sich durchgesetzt: Alles dient der Erhabenen Macht, jeder Verstoß wird hart bestraft...


Inhalt 
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Liberty 9 ist ein großer abgeschlossener Bereich in dem 200 Auserwählte ausgebildet werden. Das Gebiet erstreckt sich über ein großes Valley und eine beeindruckende Lichtburg. Die so genannten "Electoren" kennen nichts anderes als diesen abgeschlossenen Hochsicherheitsbereich. In strengen Tagesabläufen werden sie ausgebildet und für eine große Aufgabe ausgebildet. Die junge Kendira hält sich eisern an diese Regeln, denn sie weiß, jeder Verstoß wird bitter bestraft. Doch eines Tages kommt sie dem Diener Dante näher und beginnt seinen Worten zu glauben. Ist vielleicht doch nicht alles so wie es scheint?

Mein Eindruck
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"Liberty 9" ist eine Dystopie aus deutscher Schmiede. Umso überraschter war ich über die Anzahl von englischen Begriffen an jeder Ecke. Das beginnt bei den "Guardians", den "Nightraider", weiter mit den "Servants" und "Cleansing" usw. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran, allerdings fehlte mir dafür jegliche Erklärung. Sprechen dort alle Englisch, weil es die letzte verbliebene Sprache ist? Man weiß es nicht. Der Leser wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt, für mich wirkte es gekünstelt.

Sieht man über die Begriffsbestimmungen hinweg, bietet sich eine gut umgesetzte Idee. Das dort aufgebaute System ergibt Sinn, hat seine festgesetzten Strukturen und wirkt glaubhaft. Die Auserwählten werden hart ausgebildet und durch körperliche Anstrengungen bei Laune gehalten. Ihnen bleibt gar nicht viel Zeit um über ihre Lage nachzudenken. Gefestigt wird ihr Glaube in das System durch regelmäßige Messen und Auszeichnungen. Am unteren Ende der Nahrungskette stehen die "Servants", die einfachen Diener. Eine begrenzte Zeit lang sorgen sie für das leibliche Wohl der Electoren um hinterher wieder in einfache Arbeit außerhalb der Zone entlassen zu werden.

Das eigentliche Ziel der Ausbildung ist den Auserwählten immer unklar. Erst Kendiras beginnende Freundschaft zu Dante lässt sie allmählich nachdenken. Dieser Prozess war für mich nachvollziehbar gemacht, wenn auch natürlich klar ist, worauf das Nachdenken hinauslaufen wird. Einige Ereignisse erstarken Kendiras Zweifel und überzeugen auch den Leser, wie Stück für Stück ihre Ideale bröckeln. Sehr positiv fand ich hierbei Dantes Rolle. Er regt sie wirklich zum denken an und ködert sie nicht mit einer Happy-Ending Lovestory außerhalb der Sicherheitszone. Hier merkt man einfach, dass die Geschichte von einem männlichen Autor geschrieben wurde. Ich finde die eher zurückhaltende Gefühlsentwicklung wirklich lobenswert.

Nicht völlig überzeugend, fand ich die Nebencharaktere. Für meinen Geschmack bleiben sie zu einfach gestrickt und auch die letzten Abläufe des Buches liefen mir eine Spur zu glatt ab. Auch wurde bis zum Schluss noch mit Informationen gegeizt, es bleibt noch einiges für die Folgebände offen. Ein paar Enthüllungen mehr hätten sicherlich nicht geschadet.

Fazit
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Allem in allem hat mich "Liberty 9" durchgehend gefesselt und meine Neugier permanent geweckt. Die dahintersteckende Idee und das präsentierte System sind gut gemacht, wenn auch nicht völlig bahnbrechend neu. Meiner Meinung nach hätte man auf die englischen Begriffe verzichten können, das wird aber wohl Geschmackssache sein.
Sehr Positiv fand ich Kendiras Entwicklung und ihre Freundschaft zu Dante. Im letzten Drittel hingegen liefen mir einige Abläufe zu glatt und ich hätte mir noch ein paar Informationen mehr gewünscht. Nichtsdestotrotz eine Reihe, die ich im Auge behalten werde.


Solider Auftakt mit guten Ideen
3,6 Sterne











6 Responses
  1. Kathi Says:

    Sehr gute Rezi! Werde das Buch im Auge behalten.

    Liebe Grüße
    Kathi


  2. lost pages Says:

    Tolle Rezension!
    Mit hat es auch ziemlich gefallen und freue mich schon auf Teil 2, weil das Ende mal wieder viele Fragen aufgeworfen hat, die ich gerne beantwortet hätte :D
    Lg Jan


  3. Tina Says:

    @Kathi:

    Danke dir^^ Ich denke es ist auf jeden Fall einen Blick wert ;)

    @Jan:

    Das Ende macht einen wirklich neugierig! Ich bin froh, dass es kein Cliffhanger ist. Aber es bleib doch einiges offen und kann dich gut verstehen, die fehlenden Antworten will ich auch ;P


  4. Kirsten Says:

    Das Buch habe ich auch noch auf dem Radar. Umso besser, wenn sich der Kauf wohl doch lohnt. Bin bei Dystopien mittlerweile etwas vorsichtiger und irgendwie schade, dass es mal wieder eine Reihe ist. Hätte auch nichts gegen einen schönen abgeschlossenen Einzelband.


  5. Sonne Says:

    Auch wenn du nicht völlig überzeugt bist, klingt es dennoch ziemlich gut. Grade eine gut ausgearbeitete Geschichte & sinnvolle Abläufe sind mir in einer Dystopie wichtig. Und eine nicht so viel Platz einnehmende Liebesgeschichte stelle ich mir da auch sehr erfrischend vor. Danke für die schöne Rezension, da bin ich mal gespannt! :)


  6. Tina Says:

    @Kirsten:

    Ich bin bei Dystopien mittlerweile auch vorsichtiger geworden. Vor allem bei englischen Büchern wird sehr viel "übernommen" und es finden sich kaum eigene Ideen. Das Grundprinzip, das etwas mit dem System nicht stimmt und die Person dahinterkommt, ist auch hier vorhanden. Aber die Umsetzung fand ich stimmig.

    Leider kann man das Buch nicht so als Einzelband stehen lassen (im Gegensatz zu Renegade z.B). Bin ja mal gespannt, wie lange es dauern wird, bis die Fortsetzung erscheint.

    @Sonne:

    Da geb ich dir völlig Recht, vor allem die wirklich zurückhaltenede Liebesgeschichte hat mich sehr positiv gestimmt. Hier ist nichts übertrieben, sondern man könnte es schon eher als Freundschaft bezeichnen, aus der sich mehr und mehr etwas entwickelt. So wie es auch meistens im richtigen Leben ist.

    Dann bin ich mal neugierig, wie dir das System zusagt. Mit den ganzen Begriffen ist es zunächst richtig gewöhnungsbedürftig ;P


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