Interview mit Daniela Winterfeld


Ist die Zeit wirklich so schnell vergangen? Heute ist bereits der neunte Tag der Blogtour angebrochen, morgen schon wird als Finale Danielas Autorenblog eingeweiht. Na dann hoffe ich mal, dass euch die Beiträge bisher gut gefallen haben!

Diesmal erwartet euch heute ein Interview, und zwar zum Thema Schreiben, Verlegen und einigen Details drumherum. Es ist ziemlich lange geworden, aber das seid ihr ja von meinen Posts eigentlich gewöhnt mittlerweile ;P

Dabei habe ich es aber Daniela zu verdanken, die sich die Mühe gemacht hat ganz genau auf meine Fragen einzugehen und mit mir gemeinsam passende Unterfragen und Überleitungen erarbeitet hat. Hier seht ihr das Ergebnis und die heutige Aufgabe. Erfüllt ihr die Aufgabe, gibt es ein Los und damit die Chance eines von fünf Exemplaren von "Der Geheime Name" zu gewinnen. Als Trostpreis winken noch schicke Lesezeichen^^


 Die Aufgabe: 

Im Interview sind Buchstaben versteckt, die ein Lösungswort ergeben. Schickt mir bitte das Wort an lovesreading[at]gmx.de um ein Los zu erhalten.



Teil 1: Schreiben als technisches Werk


Die meisten von uns Leseratten haben ja schon früh begonnen ein Buch nach dem anderen zu verschlingen. Ging es dir auch so, bis du darauf gekommen bist, selbst ein Buch zu schreiben? Wann ist dir zum ersten Mal der Gedanke gekommen Autorin zu werden?

Ja, als Kind habe ich tatsächlich sehr gerne gelesen. Wobei ich gar nicht glaube, dass ich besonders viel, oder mehr als andere Leseratten gelesen habe. Ich habe zum Beispiel meistens nur abends vor dem Schlafengehen gelesen. Tagsüber spielte bei mir das Geschichtenerfinden von Anfang an eine größere Rolle. Ich habe fast immer Rollenspiele gespielt, die meisten davon mit mir selbst, bzw. mit meinen Kuscheltieren oder Playmobilfiguren. Mit anderen Kindern natürlich auch, aber ich weiß noch, dass ich mich dabei oft darüber geärgert habe, dass die anderen nicht so spielen wollten, wie ich mir das ausgedacht hatte. Ganz oft habe ich mir damals gedacht, dass unser Spiel viel spannender wäre, wenn alle auf mich hören würden ;-)

Die Idee, Autorin zu werden, kam mir dann auch schon sehr früh. Ich weiß nicht mehr, ob es die erste, zweite oder zehnte Geschichte war, die ich für die Schule schreiben musste. Aber ich weiß noch, worum es in der Geschichte ging und dass sie sieben eng beschriebene Seiten lang war. Damals habe ich zum ersten Mal allen verkündet, dass ich Schriftstellerin werden will. Da muss ich etwa 8 Jahre alt gewesen sein. 

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, an welchem Schreibtisch ich damals gesessen habe. Heute steht in der Ecke ein Lesesessel, in dem ich gern lese, wenn ich bei meinen Eltern bin. Manchmal trage ich mir aber auch einen Tisch dorthin, um zu schreiben. Meinen ersten Romanversuch habe ich dann mit 14 Jahren begonnen.


Wie lange hast du an deinem allerersten Entwurf geschrieben?

An diesem ersten Romanentwurf, den ich mit 14 Jahren begonnen habe, hab ich drei Jahre lang geschrieben. Am Anfang habe ich noch ziemlich oft die ersten Seiten gelesen – aber je weiter mein Buch fortschritt, desto seltener habe ich mir den Anfang angeschaut. Ich weiß noch genau, dass ich mir dann irgendwann mit 17 Jahren einen gemütlichen Abend mit meinem Buch machen wollte, um es von vorne bis hinten zu lesen. Dabei hab ich zu meinem Erschrecken festgestellt, dass mir der Anfang überhaupt nicht mehr gefiel, weil er furchtbar kindlich geschrieben war. 

Also habe ich es meiner besten Freundin gegeben und sie um ihre ehrliche Meinung gebeten. Sie kam tatsächlich zu der gleichen Erkenntnis wie ich: Der Anfang ist noch nicht so toll, aber über diese drei Jahre hinweg ist meine Schreibe immer besser geworden. Das Buch war damals noch nicht fertig – aber so ziemlich als letztes hatte ich eine Idee eingebaut, die meiner Freundin und mir richtig gut gefiel. Eine meiner Figuren hatte plötzlich eine Vision. Die Idee war zweifellos die beste des ganzen Buches, passte aber überhaupt nicht zu allem, was vorher war. Also habe ich diesen ersten Entwurf klaglos in die Ecke geworfen und ein neues Buch begonnen, das auf dieser Visionsidee aufbaut. Damit kam dann zum ersten Mal die Fantasy in meine Geschichten.


Besonders interessant finde ich immer, woher man als Autor die ganzen Ideen bekommt. Wie sieht dein Schaffensprozess aus? machst du dir Skizzen und Übersichten?

Woher die Ideen kommen, ist ziemlich schwer zu erklären. Im Grunde kommen die Ideen von überall her und können mich jederzeit „überfallen“. Ich denke, das hat etwas mit der Art zu tun, wie man über die Dinge nachdenkt. Ich stelle mir zu allem, was ich sehe oder erlebe Fragen: Warum hat er/sie das getan? Was bedeutet dieser Satz?

Wenn man mit dieser Sichtweise durchs Leben läuft, dann lauern die Ideen förmlich an jeder Ecke. Und manchmal gibt es diese besonderen Momente, in denen ich plötzlich etwas sehe/höre/rieche und auf einmal entsteht dazu eine ganze Romanidee. Was ich dann nur noch machen muss, ist sammeln, sortieren, zusammenpuzzlen. Oft habe ich zwei oder drei tolle Ideen, die ich gern zu einem Buch zusammenfügen möchte, dazwischen fehlen mir aber noch Puzzleteile, damit das ganze eine runde Geschichte wird. Also muss ich mir etwas ausdenken, was alle Elemente verbindet. Dabei entstehen dann wieder offene Fragen, auf die ich Antworten suche – und wenn dann endlich alles „rund“ ist, fange ich an, die Geschichte in ein Konzept zu schreiben. Also quasi eine Kurzfassung der Geschichte, in der ich die wesentlichen Szenen und Dialoge aber schon anlege. Bei „Der geheime Name“ hatte dieses Konzept etwa 70 Seiten. Daran habe ich zusammen mit meiner Lektorin herumgefeilt, bis wir uns inhaltlich über alles einig waren.

Wenn man ein Buch erstmal in diesem Stadium hat, muss man die Geschichte eigentlich nur noch Szene für Szene zu Papier bringen. Das geht dann oft erstaunlich schnell.


Würdest du uns kurz beschreiben, wie dein Schreiballtag aussieht? Wann stehst du auf, wie verläuft dein Tag, wann hast du Feierabend?

Ich stehe früh auf, im Moment meistens um 6:30, weil meine Kinder zur Schule und zur Kita müssen. Sobald die beiden dann unterwegs sind, setze ich mich an meinen Schreibtisch und arbeite, bis ich meine Kleine wieder aus der Kita abhole, so ca. bis 15:30. Nachmittags ist dann Familienzeit und wenn die Kinder abends schlafen, arbeite ich weiter, in der Regel bis um Mitternacht, aber oft auch noch ein bis zwei Stunden länger. Das sind dann entsprechend ziemlich kurze Nächte und ich halte das immer nur phasenweise durch, bis ich mich dann wieder zwinge, um 12 ins Bett zu gehen. Ach ja: Und am Wochenende bitte nicht vor 12 Uhr mittags irgendwas von mir wollen. Dann muss ich Schlaf nachholen ;-)

Also einen Feierabend gibt es eigentlich nicht. Nur ab und zu gönne ich mir eine kleine Auszeit, gehe mal ins Kino und einmal in der Woche zum Tanzen, damit ich körperlich fit bleibe.


In deiner Danksagung schreibst du, das Schreiben von Büchern wäre eine recht einsame Beschäftigung. Wie einsam ist Schreiben wirklich?

Das ist die Frage, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Es fühlt sich nicht einsam an, weil man in seiner fiktiven Welt ja ständig etwas erlebt. Die Figuren interagieren und man selbst fühlt mit ihnen mit. Wenn sich also meine Figuren verlieben, laufe ich selbst auch herum wie ein frisch gebackenes Honigkuchenpferd ;-)

Aber wenn man es von außen betrachtet, sitze ich natürlich schon die meiste Zeit allein an meinem Schreibtisch. Da ich selbst meine Abende dafür verbrauche, bleibt mir auch nur wenig Freizeit. Im Grunde kann ich sehr froh sein, dass ich meine kleine Familie habe. Sonst würden mich die fiktiven Welten womöglich verschlucken und niemand würde es merken :D

Teil 2: Verlegen und Co


Wie ist es dir gelungen einen Verlag auf dich aufmerksam zu machen?

Für mich war von Anfang an klar, dass ich über eine Agentur an die Verlage herantreten will. Ich habe im Vorfeld sehr viel über das Thema recherchiert, wie eine richtige Bewerbung aussehen sollte, wie man ein Exposé schreibt, was die Arbeit eines Agenten ausmacht, etc.
Auch mit meiner schriftstellerischen Arbeit war ich sehr perfektionistisch. Die Manuskripte aus den ersten zehn Jahren sind gnadenlos in einer Schublade verschwunden, aus der ich sie nicht mehr herausholen würde. Danach war ich sieben Jahre lang in einer Arbeitsgruppe mit anderen Autoren und erst mit den Manuskripten, die in dieser Zeit entstanden sind, habe ich mich beworben.

Jetzt denke ich, dass die gründliche Vorbereitung der Grund war, warum ich ziemlich schnell eine Agentur gefunden habe. Aber bis "Der geheime Name" entstanden ist, fehlten noch ein paar Schritte. Ein anderes Manuskript von mir hat die Aufmerksamkeit von Knaur erregt. Da ihnen das Thema des Buches aber nicht hundertprozentig gefiel, hat mich die Lektorin darum gebeten, ihnen noch eine andere Idee vorzustellen: In dem Zug ist mir die Grundidee zu „Der geheime Name“ eingefallen. Ich habe ein Exposé dazu geschrieben – und dieses Mal waren alle begeistert ;-)


Ist zwingend ein Agent erforderlich?

Ich würde es wieder so machen und es auch jedem anderen raten, zuerst die Agenturen anzuschreiben. Bei einem großen Verlag sind die Chancen ohne Agent ausgesprochen gering. Soweit ich es mitbekommen habe, sind es eher die kleineren Verlage, die sich ihre Autoren selbst suchen.

Und ganz ehrlich: Selbst wenn ich einen Verlag ohne Agentur gefunden hätte – für die Vertragsverhandlungen hätte ich mir eine Agentur gesucht. Es ist wirklich besser, das nicht selbst zu machen ;-)


In „Der Geheime Name“ steht, dass du selbst in einer Literaturagentur arbeitest. Gibt es Interessenskonflikte zwischen deiner Sicht als Autorin und deiner Arbeit in der Agentur?

Die Agentur, in der ich zwischenzeitlich arbeite, ist dieselbe, die mich auch vertritt. Ich war wie gesagt zuerst als Autorin dort unter Vertrag. Aber da sich die Agentur in Berlin befindet und ich auf der Suche nach einem „Nebenjob“ war, habe ich mich dann dort beworben. Diese Doppelrolle innerhalb einer Agentur zu haben, ist tatsächlich etwas merkwürdig. Ich habe mich zum Beispiel aus den Verlagskontakten herausgehalten und nie selbst Manuskripte vermittelt, damit ich dann nicht plötzlich in die Situation komme, meine eigenen Bücher anbieten zu müssen. Stattdessen habe ich im Hintergrund mit den anderen Autoren an ihren Texten gearbeitet. Mit dieser Aufgabenteilung funktioniert die Doppelrolle dann wiederum ganz gut. Der Interessenskonflikt ist also eher zeitlicher Natur: Wie viel arbeite ich für die Agentur und wie viel Zeit bleibt mir dann noch selbst zum Schreiben. Ein gutes Jahr lang habe ich überwiegend für die Agentur gearbeitet. Aber seitdem meine eigenen Manuskripte unter Vertrag stehen, läuft es umgekehrt und ich bin hauptsächlich mit dem Schreiben beschäftigt. Da ich beides auf freiberuflicher Basis mache, lässt sich das auch ganz gut kombinieren.


Wie schätzt du Selbstveröffentlichungen als Chance ein Fuß zu fassen?

Keine gute Idee. Von Selbstveröffentlichungen sollte man tunlichst die Finger lassen, solange man die Schriftstellerei als Berufsziel sieht. 

Autoren, die ihre Bücher selbst verlegen,
genießen tatsächlich einen ganz schlechten Ruf. Ganze Horden von ihnen ziehen durch das Internet und suchen teilweise ziemlich verzweifelt nach Lesern für ihre Bücher. Natürlich, es gibt bestimmt immer wieder Bücher darunter, die tatsächlich ganz gut sind. Aber jeder Leser, der einmal an ein schlechtes BOD-Buch geraten ist, wird beim zweiten Mal die Finger davon lassen. Hinzu kommt, dass diese Bücher zwar über den Handel zu bestellen sind, aber so gut wie nie im Buchladen liegen. Die Chancen, sich unter diesen Bedingungen am Markt durchzusetzen, sind noch geringer, als die Chancen, eine Agentur und einen Verlag zu finden.

Da das Selbstverlegen in der Regel auch eine Menge Geld kostet, kann ich also nur raten, dieses Geld lieber in Schreibkurse, Werkstätten und gute Lektoren zu investieren, die dabei helfen können, das Manuskript und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Zumindest, wenn man die Schriftstellerei wirklich als Beruf anstrebt. Wenn man diese Ambitionen nicht hat, und es nur darum geht, das gedruckte Buch in den Händen zu halten, kann man es wiederum in Betracht ziehen, das Buch auf eigene Kosten drucken zu lassen. Aber abgesehen von wenigen Ausnahmen werden diese Bücher dann wohl nur von den besten Freunden gelesen, darüber sollte man sich keine Illusionen machen.


Teil 3: Neben dem Schreiben



Was liest du selbst gerne? Kommst du neben dem Schreiben noch viel dazu?

Meine Lieblingsgenres sind natürlich Fantasy (insbesondere Urban Fantasy und Dystopien), aber auch Historische Romane und in letzter Zeit mehr und mehr auch realistische Jugendbücher. Krimis oder Frauenunterhaltung sind eher nicht so meins. Grundsätzlich mag ich düstere, traurige und nachdenkliche Bücher mit authentischen Charakteren – und eine mitreißende Liebesgeschichte sollte auch darin enthalten sein.

Also kurz gesagt: Ich liebe es zu lesen. Aber ich komme leider viel zu selten dazu, weil neben dem Schreiben sehr wenig Zeit bleibt. In der Regel gönne ich mir ein Buch, wenn ich mal ein bisschen Luft in meinem Zeitplan habe, wenn Ferien sind, oder wenn ich einfach eine Pause und neuen „Input“ brauche. Aber dann verschlinge ich die Geschichten meistens an einem Stück ;-)


Was hältst du von Buchbloggern? Gibt es da wirklich einen Einfluss auf Verkaufszahlen?


Ganz ehrlich: Ich liebe Buchblogger. Warum? Weil sie mir eine direkte, ungeschminkte Rückmeldung auf meine Geschichten geben. Wenn es das Internet und die Rezensionen darin nicht gäbe, würde ich mich ja immer fragen, wie das Buch nun eigentlich bei den Lesern ankommt? Was sie daran toll finden, was sie nicht so mögen? Gedruckte Rezensionen in Zeitungen sind oft sehr knapp und lassen neben dem Inhalt manchmal nur noch den Raum für ein kurzes Fazit. Aber die Rezis von Buchbloggern sind ausführlicher – und dabei ganz ehrlich. Dort erfahre ich, wie ihr meine Figuren findet, was die Themen bei euch bewirkt haben – und auch, auf welche Schwachpunkte ich beim nächsten Mal vielleicht noch achten könnte.

Ob es einen Einfluss auf die Verkaufszahlen gibt? Hhm. Aus meiner Perspektive kann ich das nur schwer beantworten. Ich bekomme die genauen Verkaufszahlen ja nur ein bis zweimal im Jahr mitgeteilt.

Aber wenn du mich fragst, was ich „glaube“, dann denke ich, dass Buchblogger schon eine wichtige Rolle auf dem Buchmarkt spielen. Ihre Rezensionen, ob nun auf dem eigenen Blog oder in Online-Foren, dominieren das Internet und helfen dem Leser ziemlich gut dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich sehe das bei mir selbst: Früher bin ich in den Laden gegangen und habe mir die Bücher dort aufgrund von Cover, Titel, Klappentext und einem kurzen Schnupperlesen gekauft. Dabei habe ich oft einen Flop gelandet. Aber inzwischen kaufe ich die Bücher, die in den Blogger-Kritiken am besten abschneiden. Seitdem lese ich ein Highlight nach dem anderen ;-)

Der Einfluss des Internets wird ja allgemein immer größer und ich denke, dass sich auch in Zukunft immer mehr Leser daran orientieren werden, vor allem aus der jüngeren Generation.


Schaust du dir als Autorin gerne auch mal Rezensionen zu deinen Büchern an? Wie gehst du mit Kritik um?


Die Frage hab ich ja schon halb beantwortet. Ja, auf jeden Fall. Ich schaue ab und zu durch das Internet, was in den Foren und auf Blogs über meine Bücher geschrieben wurde.

Zur Kritik habe ich die Einstellung, dass man sie für seine Arbeit nutzen muss. Sie ist natürlich am wertvollsten, wenn sie vor der Veröffentlichung von Lektoren und Testlesern kommt, so dass ich die Schwachstellen dann noch ausmerzen kann. Aber sie interessiert mich nach der Veröffentlichung noch ebenso. In der Regel schaue ich mir die Kritikpunkte von unterschiedlichen Lesern an und vergleiche sie miteinander: Wenn sich mehrere Leute an der gleichen Sache stören, dann handelt es sich meistens um eine tatsächliche Schwachstelle.
 
Aber es gibt auch viele Punkte, die Geschmackssache sind und in denen sich die Rezensenten wiedersprechen. Ich finde es zum Beispiel erstaunlich, wie viele Rezensenten es mit Sternabzug tadeln, wenn die Figuren unmoralisch handeln. Das ist ein Schuhpaar, das ich mir nicht anziehen würde. Zum einen mag ich es nicht, wenn Bücher mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommen - aber vor allem finde ich es gerade wichtig, dass Figuren gute und fehlerhafte Eigenschaften in sich vereinen. Dadurch entsteht die authentische Note, die einen Charakter lebendig macht.



Teil 4: Zukunft und Clee

"Die Insel der Nyx" von Daniela Ohms, erscheint bei "Planet Girl"
 
Wie sehen deine Pläne (buchtechnisch) für die Zukunft aus? Worauf können wir uns freuen?

Auf eine Menge ;-) Ich schreibe ja unter zwei Namen, als Daniela Winterfeld in der Erwachsenenfantasy und als Daniela Ohms in der Jugendfantasy. Das nächste Daniela Ohms-Buch erscheint dann auch schon am 22. April 2013 bei Planet Girl. Meine „Insel der Nyx“ hat allerdings eine deutlich jüngere Zielgruppe ab 11 Jahren und soll voraussichtlich eine Trilogie werden.

Das nächste Daniela Winterfeld-Buch ist ebenfalls in Vorbereitung und befindet sich derzeit in der Exposé-Phase. Ich bin also dabei, weitere verborgene „Wahrheiten“ zu Tage zu fördern ;-) Aber bis ich Genaueres dazu sagen darf, wird es wohl noch eine Weile dauern.


Last but not least, warum, liebe Daniela, verrätst du uns nicht einfach den Namen des Geheimen, um Clee zu retten?

Mensch, du stellst aber schwierige Fragen. Versetzt euch mal in meine Lage, da habe ich über ein Jahr lang an einem Buch geschrieben, bin in eine Welt eingetaucht und habe mit Figuren mitgelitten, die ich „erfunden“ habe. Und jetzt heißt es plötzlich, das alles soll wahr sein und mein Bösewicht entführt junge Frauen? Mein Gott. Das ist der (Alp)traum jedes Schriftstellers. Ich glaube, ich muss mal bei Knaur anfragen, ob die in ihrem Programm etwas durcheinandergewürfelt haben. „Der Hüter der Worte“ war doch das Buch, in dem der Autor plötzlich seinem Protagonisten gegenübersteht?

Moment, ich brauche mal dringend einen Schluck Wasser.

Danke. Jetzt geht es wieder. Also ganz ehrlich: Wenn das alles wahr ist, dann haben meine Worte offensichtlich eine ungeahnte Macht. Deshalb werde ich jetzt lieber ganz still sein, wenn es um den Namen des Geheimen geht. Rumpelstilzchen zerreißt sich selbst oder löst sich in Luft auf, wenn man seinen Namen ausspricht. Das Ende von „Der geheime Name“ habe ich schon geschrieben. Heißt das, es ist schon passiert? Oder wird es noch passieren? Kann ich die Zukunft ändern, wenn ich jetzt seinen Namen nenne? Kann ich Clee überhaupt retten, oder ist ihr Schicksal bereits festgelegt?

Verflixt, das sind so viele Fragen, die ich nicht beantworten kann. Die Welt ist ja offensichtlich nicht am 21. Dezember 2012 untergegangen. Aber was, wenn die Maya sich einfach um ein paar Tage verrechnet haben? Der Geheime in meinem Buch ist ein Naturwächter, womöglich der letzte auf Erden – Was, wenn sich zusammen mit ihm die ganze Welt auflöst?

Nein. Ich kann seinen Namen einfach nicht nennen. So leid mir das auch tut!

Clee! Wenn du das hier liest: Meine Gedanken sind bei dir! Es tut mir so leid, dass ich mich so entschieden habe, entscheiden MUSSTE. Ich hoffe du verzeihst mir! Aber vielleicht ist es ja etwas anderes, wenn jemand anderes seinen Namen herausfindet. Ja, ich denke, das müsste gehen, ohne dass wir den Weltuntergang riskieren ;-)

... 

Vielen lieben Dank für eure Geduld und dass ihr euch bis nach ganz unten durchgelesen habt! Vergesst nicht, das gefundene Lösungswort bitte an lovesreading[at]gmx.de schicken.


Morgen geht es weiter mit dem Finale der Blogtour auf Danielas Autorenblog.


 
5 Responses
  1. Aletheia Says:

    Ein interessantes Interview, welches sehr spannende Einblicke gibt!


  2. Tina Says:

    Super, dass freut mich! Hatten schon befürchtet, es wäre etwas zu lange geworden ;)


  3. Mel.E Says:

    Mir wird definitiv was fehlen, wenn es zu ende ist!


  4. Bücherfee Says:

    Mail ist raus :)


  5. Tina Says:

    So alle bisher gesammelten Lose habe ich weitergegeben, ihr müsstet alle eine E-Mail von mir erhalten haben.

    Bis zum 13.01 kann die Aufgabe auch noch nachgeholt werden ;)


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