Heute will ich ein bisschen etwas zu meinem "Bewertungsmaßstab" schreiben. Wer ab und an mal hier vorbeischaut weiß, ein 5 Sterne Buch muss bei mir ein absolutes Top-Buch sein. Ein 1 Sterne Buch dagegen ist wohl fast reif für die Mülltonne. Oder wie Tanja einmal so schön gesagt hat, absolut geeignet als "Türstopper". 

Meistens geht es mir aber so, dass ich Bücher als mittelmäßig empfinde. Wenn man im Schnitt mehr als 1 Buch in der Woche liest, ist das wohl aber völlig normal. Es muss dann schon mehr dazugehören, einen richtig zu begeistern und zu unterhalten. Vergleiche drängen sich auf, oft fehlt einem der "Wow-Effekt", nicht jede Zeile kann mehr verzaubern. Deshalb finde ich es auch immer so schade, wenn Leute, die ganz ganz selten lesen, sich ein Buch wie "Shades of Grey" schnappen und es am Ende noch gut finden. Schlicht und ergreifend, weil der Vergleich fehlt. Aber es gibt sicherlich noch mehr mir unbekannte Gründe, die Bücher zu mögen^^

Um euch meine Wertungen etwas verständlicher zu machen, so sieht es bei mir aus, wenn ich ein Buch in der unteren bis mittleren Sternegegend lese. Verpackt als Checkliste für ein "nicht so tolles" Buch (mit Kästchen zum gedanklichen Selbstcheck^^):

  1. Schon während dem Lesen bin ich stark in Versuchung Sätze einfach nur zu überfliegen (   )
  2. Ich blättere ständig vor, um zu schauen, wie lange das aktuelle Kapitel noch geht (   )
  3. Ich seufze meine anderen Bücher an, die ich gerade viel lieber lesen würde (   )
  4. Ich räume lieber auf, oder mache etwas für die Uni statt weiterzulesen(   )
  5. Beim Lesen schaue ich öfters einmal durch die Gegend, ohne etwas Bestimmtes zu fixieren (   )
  6. Bou würde an dieser Stelle einschlafen (   )
  7. Erleichterung macht sich breit, wenn ich das Buch endlich zuklappen und wegstellen kann (   )
  8. Kurz nach dem Lesen durchstöbere ich Tauschticket und schaue, wie viel ich für das Buch noch bekomme (   )
  9. Das Buch dümpelt unter "upcoming review" und die Rezi will sich leider nicht von selbst schreiben (   )
  10. Beim Rezensionenschreiben muss ich ins Buch hineinblättern, bis mir wieder einfällt, was ich am Buch gut und was ich nicht so gut fand (   )
  11. Wenn ich mit der Rezi fertig bin, schaue ich mir andere eher mäßige Reviews an und vergleiche die Eindrücke. War das Buch echt nicht so toll oder ist es eher eine subjektive Sache gewesen? (   )
  12. Schon nach wenigen Tagen habe ich die Namen sämtlicher Hauptcharaktere vergessen (   )
  13. Erst beim Erstellen einer Statistik fällt mir wieder ein, dass ich das Buch diesen Monat auch gelesen habe (   )
  14. Wenn die Fortsetzung herauskommt, weiß ich kaum noch, wie der erste Band ausgegangen ist (   )
  15. Sehe ich das Buch in der Buchhandlung, laufe ich kopfschüttelnd schnell weiter :) (   )
...
 
Je nachdem wie viele von den Punkten eintreten, umso mehr geht die Wertung nach unten. Dabei ist noch der (reine) Inhalt außen vorgelassen. Wenn ich mich währendher noch ständig über irgendwelche Charaktere oder Verhaltensweisen ausregen muss, dann geht die Wertung noch tiefer in den Keller. Im Gegensatz dazu, wenn ich kaum aus dem Blättern herauskomme, es unheimlich spannend ist und ich voll in der Welt eingetaucht bin, geht die Wertung stark nach oben. Leider sind es mittlerweile die wenigsten Bücher, die auf ganzer Linie überzeugen. 

In letzter Zeit habe ich es mit ein paar Genre-Ausflügen probiert und finde, das klappt ganz gut. Sich mal einen Thriller zu schnappen, oder einen "richtigen" Liebesroman, Abwechslung ist einfach die Würze des Leben! Da fallen einem nicht die typischen Dinge auf, die einem sonst in einem bekannteren Genre ins Auge springen. 


 Na, gibt es bei euch typische Anzeichen, wenn ihr ein Buch nicht sonderlich leiden könnt? Gibt es Übereinstimmungen mit meiner Liste? ;P



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9 Responses
  1. chrissi Says:

    Manchmal ist es schon eine Strafe so viele Bücher zu lesen. Man kann sich mit der Zeit kaum noch für ein Buch richtig begeistern, weil alles einem so vorkommt, als hätte man es schon mal gelesen. Zumindest geht es mir so.
    Als mir die ganzen Urban-Fantasy Jugenbücher zu viel wurden hab ich auch angefangen mehr Contemporary zu lesen und war eine Zeit lang wie bessesen davon. Aber sowas nutzt sich eben auch ab... Deshalb bin ich manchmal gar nicht so sauer, wenn wir in der Schule ein Buch lesen, von dem ich noch nie gehört habe.
    Okay, das hatte jetzt nicht viel mit deinen Bewertungskriterien zu tun ;)
    Ich tu mich immer ein bisschen schwer damit, wirklich schlechte Bewerungen zu vergeben, selbst wenn ich ein Buch nicht so sehr mochte. Und ich breche nie ein Buch ab, selbst wenn ich lieber Hausaufgaben mache als das Buch zu lesen oder immer wieder nach vorne blättere...
    Aber in letzter Zeit lese ich auch viel mehr Bücher, die immer wieder etwas Neues behinhalten und mich so positiv überraschen können.
    Es ist irgendwie kompliziert, einerseits denke ich, jedes Buch verdient eine Chance und auf der anderen Seite will ich meine Zeit nicht mit schlechten Büchern verschwenden...


  2. Sonne Says:

    Sehr witzige Checklist - da habe ich mich ja definitiv wiedergefunden ;) Nicht bei meinem letzten Buch, das war noch ganz gut, aber davor habe ich zwei Bücher gelesen, mit denen ich einfach nicht warm wurde, und da war es echt so, dass ich mich zwingen musste weiterzulesen und immer wieder nachgeschaut habe, wie lang das momentane Kapitel noch ist :D Schlimm so was!

    Ich fand den Post wirklich interessant, weil ich deine Wertungen so noch ein Stück besser nachvollziehen kann [auch wenn ich dir ja sowieso schon meistens zustimme]. Ich find's gut, wenn etwas strenger bewertet wird, als wenn man einfach ausnahmslos jedes Buch toll findet, das man liest ;)


  3. Hermia Says:

    Manches davon trifft bei mir auch zu. Trotzdem bekommen die meisten Bücher bei mir 3-4 Sterne. Und ich verteile zwar auch 2 Sterne, aber deutlich weniger als 5 Sterne.

    Wenn ich nämlich so weit bin, das ich Sätze überfliege, dann breche ich ab und werfe das Buch ins Altpapier. Dafür ist mir die Zeit zu schade.


  4. Nabura Says:

    Tolle Liste, da habe ich mich auch wiedergefunden. :) Wenn mir ein Buch so gar nicht gefällt, dann fange ich immer noch an, die bescheuersten Stellen laut zu kommentieren, a la "Komm schon, Mädel, das kaufst du dir doch selbst nicht ab" - auch wenn niemand in der Nähe ist. Vielleicht besser so. :D


  5. Punkt 6 gefällt mir bald am besten *lach*
    Und in folgenden Punkten finde ich mich auch wieder: 2, 5 (Was aber durch mein ständiges Zug-lesen auch an nervtötenden Gesprächen in der Nähe liegen kann, durch die ich erst gar nicht in ein Buch reinfinden kann. Oder weil ich tausend Sachen im Kopf habe, die ich erledigen muss und nicht vergessen darf.), 7, 8 (Wobei es nicht heißt dass es schlechter ist je schneller ich nachschaue. Inzwischen landet alles dort sobald ich sicher bin dass ich es nicht behalten/ verleihen/ nochmal lesen will.), 11, 12, 14. Punkt 15 habe ich mir abgewöhnt, dass sähe irgendwann seltsam aus ;)
    Dazu kommt noch das für mich besonders wichtige Kriterium, wie oft ich ein Buch zwischendurch zuschlagen muss oder mich zwinge tief durchzuatmen und die Gegend zu betrachten um zu verhindern dass ich schreie. Oder in Versuchung komme das Buch aus dem Fenster zu werfen. Das Verlangen nach dem ein oder anderen überkommt mich nämlich bei schlechten Büchern fast immer mal, außer es ist langweilig. Dann gebe ich meist eh auf.
    Tolle Liste, aber mal ehrlich: Wenn du beim lesen eines Buches im Hinterkopf anfängst einzelne Punkte abzuhaken, dann weißt du doch direkt schon das was nicht stimmt... Immerhin sollte ein Buch interessant genug sein dass man dabei keine Listen abgleicht (Oder sich vernichtende Rezis ausmalt, womit ich meine "selbstauferlegten Zwangspausen" nutze um wieder weiterlesen zu können...)
    Liebe Grüße


  6. Tina Says:

    @chrissi:

    Ja man muss wirklich aufpassen, wo noch die Grenze zum Hobby liegt und wann das Lesen schon fast in "Arbeit" ausartet. Geb ich dir völlig recht, es ist gar nicht mehr so einfach etwas Neues und Unerwartetes zu finden.

    Contemporary ist wirklich keine schlechte Idee. Nur will das bei mir nicht so gut mit contemporary Jugendbüchern funktionieren. Dann fehlt mir der Fantasy oder Dystopie/Endzeit Faktor ;) Aber Contemporary für Erwachsene hat mir auch gut getan. Vor allem "Ein ganzes halbes Jahr". Aber wie du schon sagst, Übersättigung kann auch wieder bei einem Wechsel eintreten.

    Abbrechen tu ich auch nur ganz ganz selten. Das Buch wird dann durchgezogen, komme was da wolle. Da bewunder ich schon fast Leute, die da richtig konsequent sein können^^ Hausaufgaben machen statt lesen ist wirklich hart :)

    Ich glaube, der Schlüssel liegt in der Art und Weise, wie man seine Bücher aussucht. Rezensionen helfen oft weiter, aber meistens ist man leider erst hinterher schlauer :-/ Da gehts mir wie dir, so wirklich verpassen will ich auch nichts^^

    @Sonne:

    *lach* die Sache mit dem Kapitel ist echt eigen. Weil an sich bringt es einem ja nicht. Wenn ein neues Kapitel losgeht, spart man sich im besten Fall vielleicht 3/4 einer Seite. Aber wenn mich ein Buch nervt, nutz ich das, um eine Pause zu machen :)

    Das freut mich zu hören! Geht mir aber auch so. Es bringt mir persönlich auch nicht viel, wenn jemand alle Bücher durchgehend mit 4 oder 5 Sternen bewertet. Es kann mir keiner erzählen, dass es keine Unterschiede zwischen den "5 Sterne" Büchern selbst gibt. Aber das hält jeder, wie er es möchte und ich habs lieber sichtbar abgestuft :)


  7. Tina Says:

    @Hermia:

    Geht mir aber auch so. Wenn dann sind Bücher eher mittelmäßig als wirklich schlecht. 2 Sterne sind dann doch schon seltener. Wobei es auch echt so Granaten wie "Shades of Grey" oder "The Selection" gibt ;D

    Ech bewundernswert, dass du so kosequent mit dem Abbrechen sein kannst. Ich will dann die Hoffnung nicht aufgeben, dass es vielleicht noch besser wird^^

    Nabura:

    Danke dir^^ Haha, ja stimmt, die typischen Selbstgespräche. Die habe ich mal weggelassen, denn die bleiben bei nur richtig schlechten Büchern vorbehalten. Bei "Sahdes" jedes Mal, wenn die innere Göttin zur Sprache kam z.B. ;D Ich sollte mal eine Umfrage machen, ob noch mehr beim Lesen Selbstgespräche führen?^^

    @Suppenhuenchen:

    *lach* ich stelle es mir gerade vor, wie du bei lauter Kunden den Kopf schütteln würdest, wenn sie eines deiner mäßigen Bücher in der Hand halten ;D Ich müsste mich da sehr beherrschen, wenn ich noch Bücher verkaufen müsste, die ich am liebsten zum Fenster hinausschmeißen würde. Alle Achtung!

    Langweilige Bücher sind fast am schlimmsten. Soetwas wie schreien wollen, oder zum Fenster hinauswerfen sind ja immerhin Emotionen! So ein "blabla mir egal, was ihr da macht, blabla" Einstellung beim Lesen finde ich viel schlimmer^^

    Nene, die Liste war eine Ansammlung von Beispielen, die mir spontan eingefallen sind. Vielleicht achte ich bei meinem nächsten Buch noch ein wenig darauf^^ Es ist eher so, dass ich mich dabei ertappe und dann denke, "mist". Schon wieder vergessen, wie der Love-Interest hieß. Oder schon wieder halb eingeschlafen und gar nicht mitbekommen, was im letzten Absatz passier ist. Vor allem vorblättern! Das mache ich recht häufig. Bei guten Büchern kann es auch mal ein gutes Zeichen sein, zu schauen, wie viel Seiten es noch hat und sich dann freuen :)


  8. Mia Dukatia Says:

    Ich blättere immer, bei jedem Buch, bis zum Ende des Kapitels vor... Aber auch nur, um zu wissen, wie lange es noch dauert und sich das mit meiner Schulzeit vereinbaren lässt, weil ich meistens abends / nachts lese xD

    Ich hab da aber auch so einige Anzeichen. Ich bin eine dieser Personen, die mit Freude schlechte und sehr gute Rezensionen schreiben (und hasse mich selbst dafür), mittelmäßige eher nicht so, und das zeigt sich auch beim Lesen. Teilweise rege ich mich bei meinen Eltern darüber auf, wie bescheuert das doch alles ist, oder schicke gedanklich eine meiner vielen Fancharaktere in die Bücher, um gewissen Charakteren Gewalt anzutun... *hust* Engelsflammen. *hust*

    Dann ist auch noch diese Langeweile vorhanden. 'Wie jetzt? Erst Seite [...]? Och mann. *schnarch*' Aber das sollte eigentlich klar sein ^^

    Namen vergessen tu ich aber nie. Ganz im Gegenteil. Charaktere, die ich nicht leiden kann, bleiben mir ganz besonders im Gedächtnis, damit ich, wenn ich mich über etwas aufrege, einen mentalen Aggressionsdummy habe. (Oh Gott. Ich bin so ein brutaler Mensch Dx)

    Abbrechen? Geht nur bei geliehenen Büchern, auch wenn ich schon mehrmals kurz davor war. Ich will mein Geld nicht umsonst ausgegeben haben und vor allem zumindest wissen, ob am Ende [insert Charakter here] gestorben oder [insert meistens total Vorhersehbaren Plottwist here] eingetroffen ist.

    Aber was ich an deiner Liste wiedererkenne, sind die andere Rezensionen. Hat mir ein Buch gar nicht gefallen, gehe ich erst einmal auf Goodreads und freu mich über Leute, die das genau so sehen wie ich. Dann vergleiche ich die Kritikpunkte und schaue, ob ich, falls jemand das Buch mochte, damit kontern kann, dass das noch anderen aufgefallen ist =D
    Wobei ich zugeben muss, dass ich mir auch gerne GUTE Rezensionen durchlese und mich innerlich darüber aufrege, dass das Buch Fans hat. (Wirklich, ich bin ein schlechter Mensch.)

    Und Punkt 15... Ich laufe nicht schnell weiter. Da ich meist mit anderen Leuten in Buchhandlungen bin, schnappe ich mir das Buch, halte es ihnen unter die Nase und beschwere mich eine Viertelstunde darüber, warum das Buch der absolute Müll ist und dass es mir unmöglich erscheint, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die es mochten.

    ... Das klingt alles so böse. O.O Und yay Punkt 6, hab gelacht =D


  9. Tanja V. Says:

    Ahhhhhhh :D MEIN NAME! :O

    Ich finde den Beitrag echt genial :D Diese Liste xDDD Fuuuuuuuuuuuuuu! <-- Bedeutet so ziemlich alles :D Tina, du hast es wohl perfekt auf den Kopf getroffen! Mir geht mindestens die Hälfte von den Sachen beim Lesen von...leider jedem zweiten Buch durch den Kopf :/ Besonders, wenn man, wie du sagst, sehr viel liest, kommt einem fast alles wie Einheitsbrei vor. Richtig gute Bücher sind dann selten. Ich finde aber auch, das 3 Sterne (was mit zu meiner Standart Wertung gehört) keine schlechte Sache sind! Das bedeutet, man mochte das Buch und das ist doch auch super ^^ Ich muss aber auch sagen, dass man bei dir in letzter Zeit richtig selten sehr gut bewertete Bücher findet :P Du scheinst es ja echt schwer zu haben xD Gib nicht auf!


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