Titel: The 5th Wave
Deutsche Ausgabe: bisher unbekannt
Autor: Rick Yancey
Reihe: The 5th Wave #1
Seiten: 457
Verlag: Penguin
Format: Taschenbuch
ISBN: 0141345837
Preis: ca. 9 €
Erscheinungsdatum: 7. Mai 2013
Genre: YA, Endzeit

Die Menschheit steht nach vier folgenschweren Angriffen kurz vor der Ausrottung - nun droht der Fünfte und niemand weiß, was kommen wird...


Inhalt
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  1. Die erste Welle hat einer halben Millionen Menschen das Leben gekostet. 
  2. Die zweite Welle hat diese Zahl arm aussehen lassen. 
  3. Die dritte Welle dauerte ein wenig länger, 12 Wochen... 4 Billionen Tote. 
  4. In der vierten Welle kannst du den Leuten nicht mehr trauen, die noch Menschen sind. 
  5. Und die fünfte Welle? Niemand weiß es. Aber sie kommt. (Quelle: Klappentext auf der Rückseite). 

Hauptperson ist Cassie, die sich nach der vierten Welle auf einem verlassenen Highway durchschlägt. Sie muss vor denen flüchten, die zwar menschlich aussehen, aber jeden töten, den sie zu Gesicht bekommen. Schließlich trifft sie auf den gleichaltrigen Evan Walker. Kann sie ihm trauen? Wird er ihr helfen, ihren Bruder zu retten?


Mein Eindruck
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Hype, lalala, Hype, lalala, Hype... Kommt mir als Erstes in den Sinn, wenn ich an das Buch zurückdenke. Die Vorabrezensionen waren durch die Bank enorm gut, dazu ein vielversprechender Inhalt und ein männlicher Autor (auf dem Jugendbuchmarkt auch eher selten). Der Anfang hat mir wahnsinnig gut gefallen. Cassie erzählt in Rückblicken, wie die Wellen abgelaufen sind. Zuerst war nur das Mutterschiff am Himmel zu sehen, die Menschen haben versucht Kontakt aufzunehmen und waren noch eher neugierig als ängstlich. Bis die erste Welle kam... Da dachte ich mir schon, hey, endlich jemand, der erzählt, wie es abgelaufen ist. Keine bloßen Andeutungen und Geheimniskrämereien. Die ersten 100 Seiten, in denen man mehr über die neue Cassie und ihr altes Leben erfährt, wie sie sich durchschlägt und wie allein sie mit ihren Gedanken ist, super! Danach: Meh!

Das Problem ist, das Buch schlägt eine Richtung ein, auf die ich vom Klappentext her gar nicht gefasst war. Es wechselt die Erzählperspektive, und zwar zunächst auf Cassies Bruder. Man merkt, dass sich der Autor bemüht hat, die Szenen glaubhaft aus Sicht eines fünfährigen Kindes zu schreiben. Aber im Endeffekt ist eine bloße Aneinanderreihung an Aufzählungen und nicht unbedingt sinnvoll gewesen. Danach kam der Part, mit dem ich am meisten Schwierigkeiten hatte. Die ganze Geschichte driftet in ein Militärcamp ab und beschreibt endlos lange die Abläufe einer Kompanie aus extrem jungen Menschen. Allein schon die Kurznamen, mit denen sie sich rufen und der ganze Drill ging mir zunehmend auf die Nerven. Ich wollte einen Survivalroman lesen und keinen Krieg mit Kindern! 

Als die Perspektive endlich wieder zu Cassie wechselte, dachte ich, es geht vielleicht bergauf. Falsch gedacht, denn nun folgte ein herber Rückschlag namens "Liebesgeschichte". Cassie wird vom geheimnisvollen Evan aufgesammelt und tut sich natürlich schwer ihm zu trauen. Nach der vierten Welle, weiß man schließlich nie, ob man einen Menschen oder einen von "Ihnen" vor sich hat. Cassie springt immer zwischen "ich-traue-ihm-nicht" und "aber-er-ist-so-toll" hin und her. All ihre Nervenstärke, ihr Überlebensinstinkt, alles wie weggeblasen. Vor allem zum Ende hin kommt so ein "Oh Gott, du hast mich fruchtbar enttäuscht"-Part und dann ist zwei Sekunden später wieder alles vergessen. Die Beziehung ist leider in keiner Weise nachvollziehbar...

War ich noch am Anfang so begeistert über die Details der Wellen, muss man später dem Autor alle Infos aus der Nase ziehen. Es kommt so gut wie nichts mehr aus der Richtung. So unterscheidet sich "The 5th Wave" nicht von typischen Alienfilmen und bringt auch keine wirklich neuen Ideen. Schade.


Fazit
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Nach einem tollen Start, in dem man ein Gefühl für die Welt und Hauptcharakter Cassie bekommt, ging das Buch für mich steil bergab. Der Perspektivwechsel ins Militärcamp hat mir überhaupt nicht gepasst. Hätte ich es zuvor gewusst, hätte ich mir dreimal überlegt, ob ich lesen will, wie Fünfjährige mit Waffen hantieren. Auch der Sprung zurück konnte das Buch nicht mehr retten, Cassie verliert all ihre Stärken, sobald sie dem Loveinterest begegnet. Gab es zu Beginn viel über die Wellen zu lesen, hält sich der Autor mit seinen Infos über die Aliens selbst sehr bedeckt. Alles in allem hatte ich mir viel mehr erhofft.



     Toller Start dann enttäuschend :(    
2,7 Sterne

9 Responses
  1. 78sunny Says:

    Ich danke dir für diese sehr informative Rezi. Ich weiß nun, dass das Buch doch nichts für mich ist.
    LG
    Sunny


  2. Tina Says:

    @Sunny:

    Ich war wirklich ziemlich enttäuscht :( Im Nachhinein bereue ich ein wenig die Vorbestellung, ich hätte wohl doch noch ein paar Rezis abwarten sollen... Wenn dich dieselben Punkte stören, würde ich auch eher vom Buch abraten.


  3. Flügel. Says:

    Schade, dabei hat sich der Klappentext so toll angehört. :/


  4. Anorielt Says:

    Damit hat sich das Buch für mich wohl erledigt. Wenn ich etwas nicht ab kann, dann sind das unrealistische Liebesbeziehung. Der Rest hätte mich jetzt nicht so gestört.

    Liebe Grüße,

    Conny


  5. Kermit Says:

    Jetzt bin ich richtig zwiegespalten, ob ich dem Buch eine Chance geben soll. Es klingt eigentlich richtig gut und wie dich hat mich der Klapptext auch sehr gereizt. Hmmm xD
    Ich werde es vielleicht mal mit etwas niedrigerer Priorität im Wunschbrunnen versenken und noch ein paar Rezis abwarten. Kinder-Krieg klingt ja wirklich nicht sehr prickelnd ._.

    Auf alle Fälle danke für die Rezi!

    Liebe Grüße,
    Kermit


  6. Gute Rezi! Für mich ist das Buch wohl nix... Bei deiner Inhaltsangabe dachte ich ja erst noch es ginge um Naturkatastrophen^^
    Manchmal macht es einfach keinen Unterschied ob der Autor männlich oder weiblich ist, zumindest von deiner Kritik her hätte wohl genauso eine Frau schreiben können?
    Aber Kinderkrieg und Militärcamp? Nichts für mich, und Aliens klingt nun auch nicht sonderlich nach meinem Geschmack.


  7. Friedelchen Says:

    Hm, jetzt bin ich wirklich hin-und hergerissen. Aus der Sicht eines fünfjährigen Kindes erzählt? Ich weiß nicht, ob mir das gefällt. Dabei mochte ich Yanceys Monstrumologen sehr.


  8. Tina Says:

    @Flügel:

    Ich hatte hier auf ein Jahreshighlight gehofft :(

    @Conny:

    Die "Liebesgeschichte" ist definitiv eines der größten Schwächen. Vor allem wird über die Zeit noch mal ein Dreieck angedeutet und hach ja... Schade drum.

    @Kermit:

    Wenn man vorher einigermaßen weiß, was auf einen zukommt, wirkt das Buch vielleicht auch ganz anders. Vom Klappentext her denkt man, es geht einfach nur um Cassie. Mir war der ganze Militärpart zu hektisch und verwirrend. Die meiste Zeit habe ich mich gefragt, was das nun eigentlich soll.

    Ich glaub auch, warte noch ein paar Meinungen ab, lass es auf der Wunschliste und wer weiß, vielleicht zieht es doch noch ein bei dir irgendwann :)

    @Suppenhuehnchen:

    Nene, Aliens^^ Keine Naturkatastrophen. Wobei in den Beschreibungen klar wird, dass die Aliens als eine Welle auch eine Naturkatastrophe verursacht haben.

    Ich finde meistens, sind Bücher die von Männern geschrieben werden mit mehr Schwerpunkt auf Handlung und Weltgestaltung, dafür weniger auf der Liebesgeschichte. Bei dieser Liebesgeschichte hat der Autor leider komplett versagt und konnte mich dann auch mit seiner Handlung nicht mehr überzeugen. In dem Fall wäre wohl von einer Frau geschrieben, die Liebesgeschichte sicherlich besser ausgefallen^^

    Von den Themen war ich völlig überrumpelt, da hätte ich mir den Kauf zweimal überlegt...

    @Friedelchen:

    Also die Szenen von Cassies Bruder machen nur 30 Seiten aus, seine Geschichte wird dann aus Sicht eines anderen Charakters verfolgt. In dieser Militäreinheit bekommen alle andere Namen und das ist schon etwas verwirrend, wer nun wer ist.

    Es gibt wohl Leser, die kannten Yanceys vorherige Bücher gar nicht und waren begeistert. Andere sagen, "The 5th Wave" ist im Vergleich eine Enttäuschung.

    Da hilft wohl nur selbst ausprobieren :(




  9. Lina Says:

    Haha, Tina. Ich lese das Buch im Moment, bin ungefähr auf Seite 250 und kann deine Kritikpunkte 100% nachvollziehen!

    Die ersten 100 Seiten hab ich in einem Zug durchgelesen und war extrem positiv überrascht, Zombies Perspektive hingegen ist gerade wirklich eine Qual ...
    Die Welt wird von Aliens überfallen, aber die Menschen (?) haben nichts Besseres zu tun, als kleine Kinder mit Waffen rumspielen zu lassen, und die alleinige Priorität der Kinder wiederum liegt darauf, als bestes Team ihre Pseudo-Militärausbildung abzuschließen, um Sergeants zu werden. In so einer Situation kümmert man sich doch nicht um die vielversprechendsten Karriereaussichten?! Wenn ich Divergent hätte lesen wollen, hätte ich es getan.

    Mal sehen, ob sich meine Meinung noch ändert ...


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