Titel: Der Weg der gefallenen Sterne
Originaltitel: Promised
Autor:
Reihe: Birthmarked #3
Seiten: 352
Verlag: Heyne
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN:  3453267435
Preis: 16,99€ 
Erscheinungsdatum: 1. April 2013
Genre: Jugendbuch, Dystopie

Der Abschluss einer zunächst vielversprechenden Reihe - oder auch, was passiert, wenn man junge Menschen mit zu viel Macht ausstattet...
Geringe Spoiler zu den vorherigen Bänden leider unvermeidbar!


Vorbemerkung
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Inhalt 
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Nachdem Gaia herausgefunden hat, wie man die Siedlung Sylum ohne Gefahr für das eigene Leben verlassen kann, zieht sie als neue Matriarchin mit einer Gruppe von dort weg. Das Ziel ist die Enklave, der sie zuvor entflohen ist - dort wollen die Flüchtigen Verhandlungen führen, um am Rande der Stadt die Siedlung New Sylum zu gründen. Doch was sie sich vernünftig vorstellen, stößt auf eine Menge schier unüberwindbarer Probleme: Die Regierung der Enklave hat noch eine Rechnung mit Gaia offen und auch in den eigenen Reihen wird zunehmend Widerstand laut!

Meine Meinung
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Die ersten beiden Bände der Reihe haben mir richtig gut gefallen – obwohl viele dem zweiten Band vor allem wegen des Liebesvierecks nicht mehr viel abgewinnen konnten, habe ich über viele kleine Dinge einfach hinweg sehen können. Entsprechende Erwartungen hatte ich an den Abschluss der Trilogie! Doch statt mir diese auch nur annähernd zu erfüllen, wurde ich direkt noch mit all den Unzulänglichkeiten des Vorgängers überrollt….

Denn in diesem letzten Band wurde deutlich, wie realitätsfern es eigentlich ist, ein Mädchen dieses Alters in ein Amt wie das der Matriarchin zu wählen. Denn genau das ist Gaia, ein Mädchen! Das soll nicht abwertend sein, es soll nur deutlich machen, wie jung sie trotz all ihrer Erlebnisse ist. Und dieses Alter holt sie hier ein, keine Spur mehr von der aufrechten, mutigen jungen Frau des ersten Bands. Gaia gibt sich unendlich naiv, schon allein ihr Glaube mit der Enklave verhandeln zu können zeigt das. Denn wer ist sie dort, bestenfalls ein Dorn im Auge. Sie überschätzt sich und ihre Autorität maßlos und bekommt das zum Glück auch recht schnell zu spüren. Leider ist das ein schwacher Trost, denn man möchte sie in dem Moment nur anschreien: „Was hast du denn gedacht, wie sie dich begrüßen??“

Nicht jeder folgt Gaia und ihren Entscheidungen blind, doch Widerstand im eigentlichen Sinne ist kaum zu finden. Umgekehrt gibt sie nicht viel auf die Meinung anderer und ist beleidigt, wenn man ihrem Wort nicht folgt. Ein derart kindisches Verhalten steht ihr nicht und weder schafft sie es sich in andere hinein zu versetzen, noch den Glauben an die eigene Unfehlbarkeit abzulegen. Sie macht sich durchaus Gedanken, doch leider kamen diese selten bei mir an und fühlten sich eher an wie ein Alibi um die Beweggründe und Zerrissenheit Gaias zu verdeutlichen. Das Verständnis für Gaia, das ich in den ersten beiden Bänden hatte, ist aber vollständig verschwunden. Auch ihre Moral halte ich für fragwürdig, besonders in Bezug auf Kinder, Kinderwunsch und Elternschaft betrachtet sie stets nur eine Seite der Münze und verurteilt ohne den Versuch sich in andere einzufühlen.

Von anderen Charakteren kann man leider kaum etwas sagen, denn die sind alle sehr schnell abgehandelt. Gaia und ihr Liebster, für den sie sich wenig überraschend entschieden hat, spielen als Paar kaum eine Rolle und sind zur Nebensache abgestellt. Überhaupt kamen mir alle mehr wie Statisten vor, die in Gaias ganz persönliche Dramen um Freiheit und Macht ihre kleinen Sprechrollen haben und dann wieder im Schatten verschwinden. Leider, muss man sagen, denn der ein oder andere hätte anständig Potenzial gehabt! Alte Bekannte werden wieder ausgekramt, es wird hin und her gehüpft, geplant, auch mal gemacht  und der nun unpraktische ehemalige Loveinterest schlussendlich einfach vom Spielfeld gefegt – Friede, Freude, Eierkuchen und ein wunderbar überflüssiger Epilog der Marke „Harry Potter“. 

Fazit
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Leider kann ich über das Buch nur sagen, dass es auf ganzer Linie enttäuscht hat. Es passiert nichts und noch weniger, was unerwartet wäre (außer für Gaia, versteht sich). Interessant ist höchstens, wie dümmlich man eine ehemals starke Hauptperson wirken lassen kann, indem man sie am laufenden Band naive Fehlentscheidungen fällen lässt, gemixt mit einer Prise unfehlbarem Teenie-Gehabe und Beratungsresistenz. Die Autorin schreibt toll, aber das konnte hier leider nichts mehr retten.


Absolut enttäuschender Abschluss einer zuvor großartigen Reihe
1,4 Sterne

3 Responses
  1. Tina Says:

    Liebe Sueppenhuenchen,

    also erst einmal vielen Dank, dass du mir diesen Abschluss erspart hast. Schon den zweiten Band (bei dem du ja noch eine Engelsgeduld hattest) hätte ich stellenweise fast gegen die Wand klatschen können. Im Nachhinein betrachtet weiß ich gar nicht mehr so genau, weshalb ich noch 2 Sterne gegeben habe :D Vielleicht weil Teil 1 einfach so fantastisch war und ich es deshalb nicht übers Herz gebracht habe.

    Aber dass das ganze dann noch so den Bach runtergeht... Sehr schade, ich versuche einfach den ersten Band gedanklich als Einzelband festzuhalten^^

    Vor allem ging mir ja Gaia im zweiten Teil schon auf den Keks und es hört sich allen erntens im dritten noch schlimmer an.

    Vielen lieben Dank noch mal für deinen Eindruck!


  2. Liebe Tina,
    gerne doch... Ich mochte den zweiten Teil ja wirklich sehr, auch wenn ich nicht mehr ganz nachvollziehen kann warum. Würde ich es nochmal lesen könnte ich ihn sicher gar nicht mehr so toll finden, all die Dinge die du da bemängelt hast steuern ja direkt auf diesen schrecklichen Abschluss hin. Gaia wird wirklich um Welten schlimmer hier und ich bin fast sicher, du hättest das Buch dann tatsächlich gegen die Wand geklatscht ;)
    Ich lösche diese beiden Bände besser auch aus meinen Gedanken und erinnere mich an "Die Stadt der verschwundenen Kinder" als Einzelband. Ich finde übrigens dass man den trotz des ziemlich offenen Endes tatsächlich so stehen lassen kann! Wer damit kein Problem hat sollte sich also durch die Fortsetzungen nicht davon abhalten lassen :)


  3. Mia Dukatia Says:

    Dem ist nichts hinzuzufügen, die Rezi könnte inhaltlich auch von mir sein. Schade eigentlich...


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