Titel: Du. Wirst. Vergessen
Originaltitel: The Program
Autor: Suzanne Young
Reihe: The Program #1
Seiten: 450
Verlag: Blanvalet
Format: Taschenbuch
ISBN: 3442269210
Preis: 14,00 € 
Erscheinungsdatum: 19. August 2013
Genre: Dystopie

Eine Epidemie unter Jugendlichen, "The Program" ist das einzige Heilmittel - doch es wir alles auslöschen, das du bist...


Inhalt 
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Sloane lebt in einer Version von Amerika, in der eine fatale Epidemie um sich greift. Betroffen sind nur Teenager, dafür umso folgenreicher. Im Zusammenhang mit der Hormonveränderung werden sie schwer depressiv und nehmen sich selbst das Leben. Die Tendenz steigt, mittlerweile ist jeder dritte Teenager betroffen. "The Program" soll die Rettung sein, doch der Preis ist hoch. Alle Erinnerungen werden ausgelöscht, hinterher bist du nicht mehr derselbe Mensch.

Sloane kämpft sich mit ihrem Freund James durch den Tag. Er ist ihr einziger Anker, seit ihr Bruder Brady Selbstmord begangen hat. Doch auch James beginnt sich zu verändern, bis er schließlich ins "Program" eingewiesen wird. Für Sloane bricht eine Welt zusammen, es bleibt nur kämpfen oder untergehen...

Mein Eindruck
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"Du. Wirst. Vergessen" lässt sich nur teilweise als Dystopie einordnen. Es gibt dieses Regierungssystem, das unterdrückt und keinen Freiraum lässt. Allerdings diesmal aus gutem Grunde und nur auf eine Personengruppe beschränkt. Wie eine Epidemie hat sich die Selbstmordrate unter den Jugendlichen ausgebreitet. Niemand weiß genau weshalb, es scheint mit den hormonellen Veränderungen zusammenzuhängen. Als jeder dritte von schweren Depressionen und einer hohen Gefährdung betroffen ist, beschließt die Regierung zu handeln. "The Program" soll das Heilmittel sein, das alle verstörenden Erinnerungen löscht und die Gefährdung beseitigt - aber auch den Menschen dahinter.

Wer nun erwartet, dass es in "Du. Wirst. Vergessen" rasant und actionreich zugeht, wird enttäuscht werden. Es werden eher ruhigere Klänge angeschlagen, vor allem zu Beginn erzählt Sloane viel über das eingeschränkte Leben eines Teenagers. Ihr Alltag ist von der ständigen Angst beherrscht, entweder im "Program" zu landen, oder sich mit der "Selbstmordkrankheit" zu infizieren. Besonders in den ersten 100 Seiten steht ihre Beziehung zu James im Vordergrund. Es ist tragisch und traurig, dass ihre Freunde nach und nach entweder sterben oder im Regierungsprogramm landen. Eltern und alle drum herum sind machtlos, erst mit zunehmenden Alter lassen die Depressionen wieder nach.

Bis zu einem gewissen Grad ist es der Autorin gut gelungen die Stimmung zu vermitteln, auf der anderen Seite wurde vor allem zwischen James und Sloane sehr dick aufgetragen. Sie lieben sich einfach ewiglich und für immer. Das ist von Beginn an so vorausgesetzt und wird zwar mit kleinen Rückblicken, wie sie sich lieben gelernt haben untermauert. Nur sind diese Rückblicke wirklich nichts Besonderes. Eine kleine Teenieromanze im Geheimen, bis schließlich der Tod von Sloanes Bruder sie noch mehr zusammenschweißt.

Sloane an sich ist anfangs schwierig. Alles ist so schlimm, so tragisch, James ist das einzig Wahre in ihrem Leben. Das "Program" ist so furchtbar, das Leben ist vorbei, sobald man dort landet. Im Grunde wiederholen sich Sloanes Gedanken in der Dauerschleife. Es wird nicht unbedingt dadurch besser, dass sie offensichtliche Dinge mal wieder als Letzte begreift. Sagen wir es mal so, bei Sloane ist eine Engelsgeduld erforderlich. Umso überraschter war ich, dass sich Sloane im Buch (gezwungenermaßen) zum Positiven entwickelt. Die "neue" Sloane hat mir deutlich besser gefallen. Neugierig, aber überlegt und nicht bei jedem bisschen aufbrausend, wie zuvor. Ich fand es spannend, wie sie mit der neuen Lage umgeht und trotz allem immer für ihre Liebe kämpft. Auch die Beziehung zu James wurde dadurch viel natürlicher und nachvollziehbarer. Hat sich fast schon, wie ein anderes Buch gelesen.

Zum Ende hin konnte ich "Du. Wirst. Vergessen" kaum noch aus der Hand legen und war mit dem Abschluss selbst richtig zufrieden. Wenn die vielen Aufs und Abs nicht gewesen wären...

Fazit 
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"Du. Wirst. Vergessen" hat zwar Aspekte einer Dystopie, ist aber viel ruhiger und melancholischer. Das Schicksal eines Teenagers zu dieser Zeit ist schlimm, gedankenvoll zeichnet die Autorin ein Bild  von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Leider sind die Charaktere in der ersten Hälfte des Buches sehr anstrengend und tragen den Stempel "wahre Liebe", ohne große Begründung. Sloane selbst hat die Auffassungsgabe einer Erbse und muss immer alles von jedem erklärt bekommen, von alleine gibt es da kein Weiterkommen. Zur Hälfte wendet sich allerdings das Blatt und hat für mich eine ganze andere Geschichte daraus gemacht. Schade, dass es nicht von Beginn an so war.


Schwieriger Start, danach fesselnd und nachvollziehbarer
3,5 Sterne
Anmerkung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.


8 Responses
  1. Tanja V. Says:

    Ich finde das gerade so witzig xD Ich fand nämlich die zweite Hälfte vom Buch nicht mehr so gut wie die Erste :P Aber eine tolle Rezension! Du trifft den Nagel auf den Kopf xD Ich werde meine dann die Tage schreiben ^^


  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

  3. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Buch. Es treibt sich schon auf meiner Wu-Li rum.

    LG
    Janina


  4. Hmm... das ist ein Reihenauftakt, nicht? Weißt du denn ob es wie meist eine Trilogie wird?
    Ich werde auf jeden Fall mal abwarten was dann so über die Folgebände gesagt wird, ich bin bisher nicht wirklich überzeugt ob es sich lohnen wird.


  5. Lydia Says:

    Es wartet auf mich auf meinem SuB. :D
    Die Bewertungen auf Amazon.com sind ja ziemlich gut, aber jetzt schraube ich mal meine Erwartungen etwas zurück. :)

    LG!
    Lydia


  6. Jacquy Says:

    "Die Auffassungsgabe einer Erbse"? Na ob ich das noch lesen will... :D


  7. Tina Says:

    @Tanja:

    Echt lustig, wie unterschiedlich man ein Buch wahrnehmen kann und trotzdem zur gleichen Wertung kommt^^ Ja gerade der Romantik und Kitsch Teil war wieder eher nichts für mich ;P

    @Maura:

    Ganz viel Spaß mit dem Buch! Mal sehen, ob du die erste oder zweite Hälfte mehr mögen wirst^^

    @Janina:

    Dir auch viel Spaß, sollte es noch bei dir im Regal landen. Ich glaube, dass es hier ganz positiv aufgenommen werden wird.

    @Suppenhuehnchen:

    Ich tippe auf mindestens 3 Bände. Bei Goodreads sind aber im Moment nur 2 Bände hinterlegt. Im Buch selbst stand finde ich aber leider auch keinen Hinweis darauf, wie viele Bände es werden sollen :(

    @Lydia:

    Na mal sehen, was du sagen wirst! Ganz viel Spaß :)

    @Jacquy:

    Wenn die Prota erst 50 Seiten später als der Leser Dinge begreift, hab ich da kein Verständnis für^^


  8. lost pages Says:

    Wie schön, dass es dich später dann doch überzeugen konnte! :D
    Ich mochte die Beziehung zwischen Sloane und James total gerne - besonders die Rückblicke. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Part so gut in die Geschichte passt. Das Ende war auch richtig gut, aber macht dich der Epilog nicht auch total neugierig? Da muss doch noch was kommen! :D
    LG Jan


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