Titel: Lost Land - Der Aufbruch
Originaltitel: Death and Decay
Autor: Jonathan Maberry 
Reihe: Benny Imura #2 (auf 4 Bände angelegt)
Seiten: 576
Verlag: Thienemann
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3522201760
Preis: 19,95€ 
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2013
Genre: Junge Erwachsene, Endzeit, Zombies

Das Zombieabenteuer geht weiter - noch spannender, noch fesselnder und ganz schön nervenaufreibend!


Spoilerfrei zu "Lost Land - Die erste Nacht". Wer möchte, findet hier die Rezension zum ersten Band.

Inhalt
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Was man über den ersten Band wissen sollte:

Benny Imura lebt in Mountainside, einer kleinen Stadt, die von Zäunen geschützt inmitten des "Lost Land" liegt. 14 Jahre sind vergangen, seit es den ersten Zombieausbruch gab und die Welt völlig verändert wurde. Benny arbeitet nun mit seinem Bruder Tom zusammen. Als "Kopfgeldjäger" werden sie beauftragt Familienangehörige zu "befrieden". Jeder Ausflug ins "Leichenland", der Zombiezone, ist mit großen Gefahren verbunden. Doch die Größte droht erstaunlicherweise nicht von den Zombies, sondern den Menschen selbst...

Darum geht es im zweiten Band:

Nach den Vorkommnissen am Ende des ersten Bandes hat sich die Lage wieder ein wenig beruhigt. Doch für Benny und seine Freunde ist klar, sie werden Mountainside verlassen. Die Zukunft liegt nicht innerhalb der Zäune, sondern in der Welt außerhalb. Die Menschheit kann sich nicht ewig verstecken, irgendwann wird es schließlich Zeit, die Welt zurückzuerobern.

Mein Eindruck
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Bereits "Lost Land - Die erste Nacht" hatte einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Jonathan Maberry hat eine spannende Welt mit Herz geschaffen. Es gibt die Zombieapokalypse, die mittlerweile 14 Jahre her ist und noch immer nicht richtig im Griff ist. Im Gegenteil, die Zombies haben die Menschen im Griff. Von Angst beherrscht ziehen sie sich lieber zurück, akzeptieren ihre Lage und haben die Welt, wie sie war, aufgegeben. Mit "Der Aufbruch" stehen die Hauptcharaktere in den Startlöchern etwas zu verändern und werden dabei gnadenlos aufgehalten.

Kommen wir zur Seite mit Herz: Es sind die Charaktere, die lebhaft, nachvollziehbar und unheimlich sympathisch sind. Im ersten Band wurden sie über einen langen Zeitraum eingeführt und haben sich Stück für Stück entwickelt. In "Der Aufbruch" ist es, wie nach Hause zu kommen und erneut Abenteuer mit seinen lieb gewonnen Charakteren zu erleben. Maberry hat es dabei geschafft komplett unterschiedliche Gesellschaften plausibel zu machen. Seien es die behüteten Menschen in Mountainside oder die hartgesottenen Überlebenskämpfer außerhalb. Egal wen die Brüder auf ihrer Reise treffen, jeder Charakter hat seine eigene Geschichte im Gepäck.

Richtig gelungen ist der Plot und Spannungsaufbau. Von Kapitel zu Kapitel wechselt die Erzählsicht, zum Ende gibt es immer einen Ausschnitt aus Nyx Tagebuch. Über das Tagebuch werden noch Details der Welt eingeführt, ohne dadurch die Geschichte zu überfrachten. Von der ersten bis zur letzten Seite heißt es, "anschnallen und gut festhalten". Hatte ich im ersten Teil von doch teils sehr langen Dialogen und Rückblicken gesprochen, legt "Der Aufbruch" ein ganz anderes Tempo vor. Schon in Mountainside und erst recht zu Beginn der Reise jagt ein Zwischenfall den nächsten. Mein absolutes Highlight ist dabei ein Kampf gegen ein wildes, vermutlich aus einem Zoo entlaufenes Tier. Der Wahnsinn! 

Es ist eine Kunst, genau die richtige Mischung aus Spannung, Charakteren und Hintergrundinformationen zu treffen. Viele Bücher, die sehr spannend sind, lassen ihre Charaktere dafür links liegen. Hier nimmt sich Maberry dagegen die Zeit, innezuhalten und einem Einblick in die Gedankenwelt seiner Charaktere zu verschaffen. Dann wieder folgt ein atemberaubend spannender Abschnitt, nur um hinterher wieder Dinge, über die Welt zu erklären. So sieht für mich ein fantastisches Buch aus! Ein klitzekleiner Wermutstropfen ist für mich das Ende, das etwas vorhersehbar war. Dennoch, ich kann es kaum erwarten, wie es weitergeht!

Fazit 
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"Der Aufbruch" ist für mich ein Buch, das vollkommen fesselt, sodass man es einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Es liegt zum einen an der Weltgestaltung, die so lebhaft und plausibel ist. Zum anderen an den Charakteren, bei denen aus Buchstaben echte Menschen werden und ein lebhaftes Bild im Kopf hinterlassen. Obendrauf noch dieser Plot, der mich kaum zum Durchatmen hat kommen lassen. Es gibt sie also doch noch, die Fortsetzungen, die noch einmal einen oben draufsetzen!




Fantastische, durch und durch gelungene Fortsetzung!
4,6 Sterne
Anmerkung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.





4 Responses
  1. Langsam überlege ich mir die Bücher anzuschaffen :)
    Würdest du die Bücher denn auch jemandem empfehlen, der gerne/ öfter Zombiebücher liest und eigentlich NICHT im Jugendbereich unterwegs ist?


  2. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    Mensch, hätt ich dir direkt die Bücher mit einpacken können. Fürs nächste Mal :)

    Also auf jeden Fall finde ich, dass in Sachen Brutalität und Ernsthaftigkeit noch einmal ein Anstieg von Band 1 zu 2 ist. Du solltest beim Lesen ein bisschen geduldiger sein, vor allem beim ersten Band. Aber es ist nicht völlig verharmlost, im Gegenteil Band 2 ist stellenweise auch nicht einfach zu verdauen. Aber kein Vergleich zu Ashes, bei dem anscheinend absichtlich provoziert wird.

    Ich würds an deiner Stelle auf jeden Fall mal auf einen Versuch ankommen lassen :)


  3. Ich hab zwar schon viel über Lost Land gelesen, aber bis zu dieser Rezi hat es mich eigentlich noch gar nicht sooo sehr gereizt.
    Die Frage war vor allem, weil ich einen Freund habe der Zombies absolut klasse findet. Wir schauen Walking Dead zusammen und ich weiß, dass er immer auf der Suche nach guten Büchern ist. Lost Land kennt er noch nicht, da bin ich sicher, aber er liest eben auch kein Jugendbuch... Deshalb müsste es schon sehr überzeugend sein, wenn ich ihm davon erzähl. Aber damit könnte ich ja auch warten bis ichs selbst gelesen habe ;)


  4. Tina Says:

    So würd ichs ehrlich gesagt machen. Du kennst deinen Freund ja am besten und kannst dann einschätzen, ob es etwas für ihn wäre :)


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