Titel: So wie Kupfer und Gold
Originaltitel: Strands of Bronze and Gold
Autor:
Reihe: Strands of Bronze and Gold #1
Seiten: 448
Verlag: cbt
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISIN: 9783570162682
Preis: 16,95 € 
Erscheinungsdatum: 23. September 2013
Altersempfehlung: ab 13 Jahre
Genre: Historisch, Jugendbuch

Wenn in China ein Sack Reis umfällt...

 

Inhalt
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Sophia lebt im Jahr 1855 in Boston. Mit 17 Jahren stirbt ihr Vater, als Waise bleibt ihr nur der Patenonkel Bernard de Cressac. Er lädt sie zu sich auf die Plantage ein, für Sophia bedeutet das ein völlig neues Leben in Reichtum und Luxus. Zu Beginn kann sie ihr Glück kaum fassen, doch Bernards Vergangenheit wirft mehr und mehr Fragen auf. Keine Frau scheint lange an seiner Seite glücklich gewesen zu sein. Wird Sophia dasselbe Schicksal treffen?

Meine Meinung
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"So wie Kupfer und Gold" verspricht auf dem ersten Blick ein etwas anderes Jugendbuch zu sein. Mit historischem Hintergrund und einer Geschichte, die auch ohne Fantasygestalten auskommt. Auf dem zweiten Blick macht sich leider vor allem eines breit: L A N G E W E I L E. Selten habe ich so ein gähnend langweiliges Buch erlebt. Seite für Seite begleitet man Sophia bei ihrem unabwechslungsreichen Alltag. Aufstehen, sich frisieren und ankleiden lassen, mit Bernard frühstücken, Sticken, Spazieren gehen, Mittagessen mit Bernard, Sticken, Spazieren gehen, Abendessen mit Bernard, Briefe schreiben, schlafen gehen. Wow! So ein Leben hätte ich auch gerne!

Im Ernst, wie kann man versuchen damit ein gesamtes Buch zu füllen?! Jane Nickerson macht es trotzdem. Obendrein merkt jeder vernünftige Leser, dass Sophias Onkel ein Schleimbeutel sondergleichen ist. Man merkt sofort, der führt etwas im Schilde und handelt sicher nicht aus reiner Gutherzigkeit. Leider bemerkt das Sophia natürlich erst als Letzte. Zwischendurch möchte man sie förmlich anschreien, nur ich fürchte, selbst dann hätte sie eine Ausrede für ihren lieben Onkel gefunden.

Er schneidet sie von der restlichen Menschenwelt ab, sie darf nirgendwo alleine hin, sie darf nicht einmal die Kirche besuchen. Findet das Sophia komisch? Ach was, kein Grund zur Sorge! Sie lässt sich lieber mit Schmuck und gutem Essen ablenken. Es dauert so lange, bis der Groschen fällt und selbst dann handelt sie wieder mal völlig kopflos, statt so schnell wie möglich Reißaus zu nehmen. Hinzu kommt noch, dass ich schier gar nicht vorwärtsgekommen bin. Es gibt nur selten Hinwese auf die im Klappentext angedeuteten Geheimnisse. Und selbst wenn, schluckt es Sophia mit einem Achselzucken, statt der Sache nachzugehen. Erst auf den letzten 50 Seiten kommt wirklich Spannung auf. Zum Ende hin schießt Sophia noch einmal so richtig den Vogel ab, nur um hinterher noch als Heldin gefeiert zu werden. Ja nee ist klar! 

Fazit
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Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, worum es in Band 2 gehen soll. Der erste Band war schon so inhaltsleer, was gibt es denn da noch zu erzählen? An sich hat sich die Idee vielversprechend angehört: ein tolles historisches Setting, mit einer Welt voller Schein und Trug, in der nichts so ist, wie man auf dem ersten Blick denkt. Nein! Denn es ist am Ende genauso, wie man es geahnt hat. Nur unsere Heldin will es nicht begreifen. Wenn dann mal der Groschen fällt, schafft sie es, sich so dämlich und ungeschickt anzustellen, dass sie ihr Schicksal eigentlich verdient hätte. Eine Geschichte, mit der man leider nur seine Zeit verschwendet.


 *schnarch* 0,5 Sterne für die Idee
1,5 Sterne

3 Responses
  1. Gut zusammengefasst. Der erste Schreck war für mich übrigens, dass es in den Südstaaten spielt - ich hatte irgendwie eher europäisches Mittelalter erwartet.
    Ich habe das Buch zwar insgesamt ziemlich schnell gelesen, aber eher mit einem teilnahmslosen Schulterzucken. War ok, mehr nicht. Es ist schon erschreckend wenn die Schrift das ist, was mir bei einem Buch am besten im Gedächtnis bleibt... Die fand ich nämlich total schön!


  2. Tina Says:

    Ich dachte irgendwie auch, dass es zeitlich weiter zurückreichen würde. Klappentext soll da helfen ;P

    Am Anfang habe ich häufig unterbrochen und kam kaum vorwärts, später dann habe ich es auch flott gelesen. Mit dem Schulterzucken kann ich absolut nachvollziehen, das Buch hinterlässt einfach überhaupt keinen Eindruck. Außer Leuchte Sophia natürlich^^

    Stimmt die Schrift ist wirklich hübsch! Ich fand auch die Kapitelübergänge richtig schön. Schon irgendwie traurig, wenn es als einzig Positive in Erinnerung bleibt :P


  3. So langweilig fand ich das Buch gar nicht. Die Autorin vermittelt Wissen über die Sklaverei, ein Instrument bei den Indianern und über eine besondere Frucht. Es ist halt ein Märchen, nicht mehr und nicht weniger.


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