Titel: Allegiant
Deutsche Ausgabe: "Die Bestimmung - Letzte Entscheidung" im März 2014 bei cbt
Autor:
Reihe: Divergent #3
Seiten: 526
Verlag: Katherine Tegen Books
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 006202406X
Preis: ca. 12 €  (TB: ca. 8 €)
Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2013
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Sprachschwierigkeit: 2 (1=einfach 2=mittel 3=schwer)

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei...


Generell zu Spoilern von "Allegiant"
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Wer sich den Spaß mit "Allegiant" nicht verderben lassen möchte, sollte darauf verzichten Rezensionen bei Amazon.de oder .com (besonders .com!) zu lesen. Ich will hier nicht ins Detail gehen weshalb, aber leider wird bei diesen unzähligen Meinungen sehr viel gespoilert. Sogar bis ins kleinste Detail, wie alles endet. Für mich ist bei so etwas einfach nur der Witz weg und am meisten hat mich Amazon.com mit einem "Quote" direkt neben der Sternewertung auf die Palme gebracht. Also, lieber nicht nachlesen!

Deshalb verspreche ich, in meiner Rezension werde ich NICHTS inhaltlich über das Ende verraten und auch vom Buch selbst nichts Wichtiges vorwegnehmen. Es geht nur um meinen Eindruck. 

Spoiler zu Band 1 und 2 lassen sich allerdings leider nicht vermeiden. Doch ich vermute, wer sich für die Rezi interessiert, hat beide schon gelesen ;) Zur Rezension des ersten Teils geht es hier, zu Band zwei hier.


Inhalt  (Achtung: Spoiler zu #1 und #2)
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"Insurgent" endete mit einem Knall, doch in allen Zügen ist noch immer nicht klar, was es eigentlich mit der Existenz der Fraktionen und der Abschottung von Chicago auf sich hat. Innerhalb der Stadt beginnt die Ordnung, wie wir sie kennen, zu bröckeln. Chaos und Aufstände sind an der Tagesordnung, es wird sich sogar für eine komplette Abschaffung der Fraktionen ausgesprochen.

Tris und Four sehen ein, dass es innerhalb der Mauern kein Weiterkommen mehr für sie gibt. Sie beschließen deshalb, gemeinsam mit Freunden die Stadt zu verlassen und die Welt außerhalb zu erkunden. Doch dort sind sie wieder völlig auf sich allein gestellt und werden mit neuen Erkenntnissen und auch Geheimnissen konfrontiert. Es stellt sich mit der Zeit heraus, dass auch jenseits der Mauern nicht alles so ist, wie es scheint...

Mein Eindruck
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Im Unterschied zu den vorherigen Bänden wird "Allegiant" abwechselnd aus Sicht von Tris und Four erzählt. Leider hat mir dieser Schritt überhaupt nicht zugesagt. Die Perspektiven sind sich so ähnlich, dass ich vor allem bei Leseunterbrechungen ständig nachschauen musste, wer gerade erzählt. So wunderbar es Veronica Roth geschafft hat Tris eine Stimme mit Wiedererkennungswert zu verschaffen, hört sich "ihr Four" genauso an. Hinzu kommt, dass Four durch die erste Erzählperspektive an Charakter verliert. War er zuvor der starke, anziehende und undurchschaubare Four, ist er jetzt der weinerliche, schwache und unzurechnungsfähige Tobias. Seine Verhaltensweisen und Reaktionen sind stellenweise so dämlich, dass man ihn am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand schlagen würde. Also ich zumindest!

Veronica Roth versucht, die Beziehung zwischen Tris und Tobias weiter auszubauen. Nur leider trifft ihre Beziehung immer wieder den Jojo-Effekt. Heute vertrauen wir uns und sind uns einig, morgen sind wir wieder unehrlich und spielen Versteckspiele. Übermorgen beschließen wir, uns lieber wieder zu trauen usw. Das nervt! Entscheidet euch Leute, entweder oder. Es drängt sich mehr und mehr der Verdacht auf, dass Tris und Tobias einfach nicht fähig sind, eine "normale" Beziehung aufrechtzuerhalten.

Gut hat mir gefallen, dass die Autorin zumindest versucht ihr Konzept aufzuklären und auch einige Aspekte über die Vergangenheit von Tris Familie ans Licht bringt. Es zeigt sich, dass die Außenwelt und Chicago doch deutlicher verbunden waren, als erwartet. Auch wird versucht, Beweggründe für die ursprüngliche Trennung der Stadt aufzuzeigen. Dabei verstrickt sich die Autorin allerdings in teils merkwürige Gedankengänge. Also Hand und Fuß haben diese Erklärungen nicht unbedingt. Aber es gibt immerhin welche.

Mir kam es etwas unnötig vor, dass die Autorin, statt den Konflikt innerhalb der Mauern sinnvoll zu lösen, einfach einen außerhalb heraufbeschwört. Das Ganze will sie dann gipfeln, in dem alles wieder irgendwie zusammeführt wird und das geht meiner Meinung nach schief. Es folgen Auflösungen, die viel zu simpel sind, als dass sie glaubhaft sein könnten. Feinde über Bücher lang verwandeln sich auf einmal in harmlose Schafe. Konflikte lösen sich dadurch zauberhand in Luft auf, Bedenken zerstreuen sich ohne Grund. Anderserseits springen dann wieder Gefahren aus Ecken, wo man sie (zu Recht) nie erwarten würde. Schade, das hatte ich mir nicht erwartet.

Kommen wir zum one and only Ende. Mir hat es nicht gefallen, weil es meiner Meinung nach bestimmten Charakteren nicht gerecht wird. Für mich war es (selbst noch ohne Spoiler) leider auch viel zu vorhersehbar. Ich hatte leider mehr das Gefühl, dass die Autorin versucht hat zu schockieren, statt ein rundes Ende zu finden. Aber damit muss jeder Leser selbst glücklich werden.

Fazit
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Für mich hatte sich leider schon in "Insurgent" gezeigt, dass es mit der Reihe bergab geht. Die gewählten Erzählperspektiven bringen leider keine neuen Blickwinkel, sondern entblößen zuvor charakterstarke Helden als weinerliche Hemden. Außerdem sind die Perspektiven kaum zu unterscheiden und stören mehr, als sie bringen. An sich gab es einige interessante neue Zusammenhänge und auch neue Erklärungen. Doch in sich konsequent und absolut glaubhaft waren sie leider nicht. Letztendlich hat sich die Autorin leider darin verstrickt mehr Konflikte aufzubauen, als sie sinnvoll in einem Buch bewältigen kann. Dementsprechend halbherzig sah das Ende für mich dann aus. Allerding muss jeder selbst seinen Frieden damit finden.


Tiefpunkt einer zu Beginn einmal fantastischen Reihe
2,0 Sterne

7 Responses
  1. Das ist die erste Rezension, die ich zu dem Buch lese! Und dank all dieser Spoiler überall wird es auch die letzte sein, denn bei dir war mir auch ohne den Hinweis klar dass ich nicht mehr erfahre als ich möchte ;)

    Das ein oder andere hatte ich aber so schon mitbekommen und deshalb finde ich es sehr ernüchternd meinen Verdacht in Bezug auf den Perspektivenwechsel bestätigt zu bekommen. Ich mag sowas ja ohnehin nicht, gerade weil die meisten Autoren es nicht schaffen ihre Charaktere ausreichend voneinander abzugrenzen (und weil manche einfach an Reiz verlieren, wenn man ihr Innenleben statt nur das Bild eines anderen von ihnen kennen lernt). Und die Hoffnung dass ein Ende, dass alle hassen mir gefallen könnte, wie hin und wieder schon passiert, scheint auch nicht mehr als eine vage Hoffnung zu sein...

    Gut, ich bin trotzdem noch gespannt und freue mich auf März! Sehr gute Rezi, auch wenn ich weiterhin hoffe anderer Meinung zu sein ;)


  2. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    Hach schön, dass du so Vertrauen in mich hast ;) Bei "Allegiant" ist es wirklich schwierig, doch andererseits kann wieder jeder ganz anders reagieren. Kommt auch darauf an, mit welcher Einstellung man herangeht. Ich mochte Band 2 schon nicht so, deshalb hat mich der letzte Band auch nicht wirklich überrascht. Bei anderen dagegen scheint der Band eingeschlagen zu haben, wie eine Bombe.

    Die Perspektivwechsel waren wirklich ein großes Manko und ich bin mir sicher, man hätte es auch anders lösen können. Ich bin sehr sehr gespannt, wie du es sehen wirst! Im Moment bin ich mir echt völlig unsicher ;P

    Und dankeschön, hab mir viel Mühe gegeben, nichts zu verraten^^

    Hast du das komische grüne Cover schon in der Verlagsvorschau für die deutsche Ausgabe gesehen? Das sieht total merkwürdig aus.


  3. Ja, ich habe vorhin mal danach gesucht da es in den Online-Shops anscheinend noch nirgends angezeigt wird.
    Gut finde ich, dass es nicht die gleiche Farbe hat wie das Original, weil es dann dem deutschen zweiten Band zu ähnlich sähe.... aber auf dem Bild ist es wirklich gewöhnungsbedürftig. Es sieht irgendwie trostlos, düster und unangenehm aus. Ich hoffe es wirkt in echt dann etwas besser!

    Das mit dem Perspektivenwechsel wird für mich wahrscheinlich auch ein großes Manko sein, seit ich davon zum ersten mal gehört hatte ärgere ich mich etwas drüber. Und das obwohl ich mir keine Meinung vorfassen wollte... Ob sie wohl auf die Idee kam weil so viele Four-Fans an seiner Sicht interessiert waren, wie man an den Kurzgeschichten sehen kann? Die Hauptgeschichte hätte ich aber eigentlich lieber nur von Tris aus verfolgt.


  4. Hannah Says:

    Also mich hat am meisten neben der Perspektive gestört, dass es nicht mehr in Chicago gespielt hat. Die Reihe wurde für mich durch die Fraktionen bestimmt und ich fand es einfach schade, dass man das überhaupt nicht mehr gesehen hat. Ok dem Ende nach hätte man das eh aufgelöst (vermutlich), aber so grundsätzlich war es das was mir am meisten gefehlt hat. Und die wechselnden POVs .... da sag ich jetzt mal nichts zu ....
    und sehr verwirrend war das mit dem DG und DP. Jedes mal musste ich erstmal drüber nachdenken, wen sie jetzt genau meinen. Das was sich einfach zu ähnlich.


  5. Marie Says:

    Oh man das hört sich nicht so gut an. Bisher habe ich schon viele Rezensionen gelesen und alle sind entweder begeistert oder enttäuscht. Ich bin wirklich am Überlegen ob ich es mir besorge.

    LG Marie^-^


  6. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    Seh ich auch so mit dem Cover von "Allegiant" auf Deutsch. Irgendwie kann ich mich mit dem Grün aber so gar nicht abfinden. Mal sehen, wie das dann "live" aussieht.

    Ich sag jetzt einfach mal nichts dazu *grins* Es hat schon seinen Grund, aber ich bin trotzdem der Meinung man hätte es mit den Perspektiven anders lösen können. Gerade weil, wie du sagst, alles andere immer aus Tris Sicht war. Ich glaube, die Autorin kam auch nicht so ganz damit klar, eine männliche Perspektive zu schreiben. Hach ja, so lange ists ja nun nicht mehr hin bis zur Übersetzung^^ Ich bin gespannt, wie ein Flitzebogen, ob die Reaktion hier in Deutschland auch so ausfallen wird, wie im englischsprachigen Raum. Ich tippe mal auf "nein"!

    @Hannah:

    Ja der Szenenwechsel hat das Buch teilweise fast lesen lassen, als gehöre es gar nicht zur restlichen Reihe. Überhaupt waren die Entwicklungen und Begründungen etwas merkwürdig und haben kaum noch zu den restlichen Büchern gepasst.

    Ich versteh auch, was du meinst mit der Verwirrung. So ganz überzeugend fand ich den Part der Geschichte ohnehin nicht. Leider gab es echt deutlich mehr, das mich gestört hat, als Dinge, die mir gefallen haben. Und dann wird das Buch zum Goodreads Choice Award, so klar. Einfach lächerlich, dass nur ein bekannter Name zum Sieg reicht. Denn daran, dass das Buch sonderlich gut war, kanns auch nach Wertung nicht gelegen haben. Aber gut.

    @Marie:

    Nein, leider nicht Marie^^ Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es hier widerrum recht gut ankommen wird. Wobei die Reaktionen auf das Ende selbst sicherlich
    interessant werden.

    Also eine generelle Empfehlung kann ich nicht aussprechen. Doch ich glaube, wenn man einmal mit der Reihe begonnen hat, wird es einen schon in den Fingern jucken, sie auch zu beenden. Aber wenn es bei dir zeitlich nicht brennt, würd ich einfach warten, bis der Preis fällt oder es leihen.

    Dir auch liebe Grüße!



  7. Wow, ich bin ganz anderer Meinung, aber deine Rezension gefällt mir trotzdem sehr gut. Ich habe Allegiant vor etwa 3 Monaten gelesen und es hat mich lange sehr beschäftigt. Ich hab über das buch sehr viel nachgedacht und es gefällt mir immer besser! Wie du schon gesagt hast: Bei anderen schlägt es ein wie eine Bombe :) So jemand bin ich :D Aber ich kann verstehen, dass diese Buchreihe die Leser spaltet.
    Bin schon gespannt auf den Film: Wirst du ihn dir ansehen?
    Liebste Grüße,
    Maike von be-brave-read-books


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