Kurzeindrücke

 zu...
...einer Geschichte, die Downton Abbey entsprungen sein könne und einem legendären Krieger, der kurz vor seinem Ende steht.

...


Diesmal sind es diese zwei Bücher, bei denen ich gemerkt habe, mit einer "langen" Rezension wird es einfach nichts. Dafür haben die Geschichten nicht genug Eindruck hinterlassen, obwohl sie jeweils echt gut angefangen hatten. Doch ein guter Anfang heißt bei mir in letzter Zeit leider nicht allzu viel. Es ist schon fast eine Kunst mich durchgehend bei Laune zu halten. Schlimm, dabei kann ich nicht einmal sagen, woran das eigentlich liegt. Aber vollkommen wollte ich "Wainwood House" und "Das Lied des Blutes" dann doch nicht unter den Tisch kehren, deshalb hier die "Kurzeindrücke" dazu. Und weil es nur zwei waren, hab ich mir erlaubt, etwas umfassender als "kurz" zu bleiben ;P

   

..................................................................................................................................
Titel: Wainwood House, Rachels Geheimnis
Autor: Sarah Stoffers 9783570157596 Verlag: cbj Seiten: 526
..................................................................................................................................




Wer die Serie "Downton Abbey" mag, muss "Wainwood House" zu Beginn einfach lieben. Das Anwesen, die Dienerschaft, die Sprache, die Atmosphäre usw., könnten alle der Serie entsprungen sein. Und doch erzählt Sarah Stoffers natürlich eine eigene Geschichte. Jane reist über Kopf von Ägypten ins ferne England. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern bei einer Ausgrabung steht sie vor dem Nichts. Lord Derrington nimmt sie als Dienstmädchen auf, ahnt dabei jedoch nicht, dass Jane auch in England noch Gefahr droht. Denn bei dem Tod ihrer Eltern handelte es sich nicht um einen Unfall. Doch nicht nur Janes Schicksal ist davon betroffen, auch Geister der Vergangenheit der Derrington Familie werden geweckt.


An und für sich startete, wie gesagt, das Buch unheimlich gut. Man möchte wissen, was es mit dem Tod von Janes Eltern auf sich hatte und vor allem, welche Verbindung zur Familie Derrington besteht. Auch wachsen einem die Charaktere schnell ans Herz. Sei es die Dienerschaft oder z.B. die äußerst neugierige Tochter Penelope Derrington. Nur leider vermochte es die Autorin leider nicht für mich die Spannung aufrechtzuerhalten. Mit über 500 Seiten gab es doch einige Längen, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Und vor allem das Ende und die Erklärungen an sich gingen mir viel zu schnell und wurden meinen geschürten Erwartungen nicht gerecht. Für meinen Geschmack hatte es sich die Autorin an dieser Stelle zu einfach gemacht. Alles in allem habe ich es gern gelesen, war jedoch ab der Hälfte mehr enttäuscht statt begeistert. Nächstes Jahr soll ein zweiter Teil aus der Welt erscheinen, den werde ich dennoch im Auge behalten.
..................................................................................................................................
3,5 Sterne


.................................................................................................................................
Titel: Das Lied des Blutes
Autor: Anthony Ryan9783608939255 Verlag: Klett-Cotta Seiten: 767
..................................................................................................................................




"Das Lied des Blutes" hatte ich eigentlich auf Englisch gelesen, möchte aber die hübsche deutsche Version in den Vordergrund stellen. Das Buch war leider ein ziemliches Sorgenkind von mir. Ich hatte es begonnen, wieder abgebrochen, wieder weitergelesen, dann aber ewig gebraucht, um es zu beenden. Im Grunde erzählt hier ein Mann seine Geschichte, den man als Legende bezeichnen könnte. Es beginnt mit seiner Ausbildung im Kriegerorden und geht bis zu seinen ersten geschlagenen Schlachten. Leider war das Buch für mich nur phasenweise gut. Dafür aber waren diese Phasen unterschiedlich, wie Tag und Nacht. Mal fand ich es wahnsinnig gut und konnte kaum aufhören zu lesen, dann gab es wieder eine Durststrecke, in der ich am liebsten Passagen übersprungen hätte,

Mir fällt es schwer zu begründen weshalb. Denn im Großen und Ganzen stimmte eigentlich das Gesamtpaket: Interessante Welt, spannende Kämpfe, kompliziertes gesellschaftliches System und viele einzigartige Ideen. Aber mein Knackpunkt war die Hauptfigur Vaelin. Im gesamten Buch erschien mir Vaelin sehr distanziert, fast schon teilnahmslos. Er erlebt so vieles und doch bleibt er meistens kalt wie Eis. Mir fehlten da echte Emotionen und Reaktionen. Für meinen Geschmack lässt er alles viel zu spurlos an sich vorbeiziehen. Es soll seine Entwicklung zum epischen Krieger dargestellt werden, doch dafür war er mir viel zu unspektakulär. Klar vollbringt er Großes, doch nur durch seine Taten, da fehlte mir persönlich der Mensch dahinter. Im Vergleich zu anderen High Fantasy Hauptfiguren war er mir viel zu austauschbar. Fast schon eine graue Maus, wenn ich ihn mit Locke Lamora, oder Kvothe vergleiche. Wirklich schade, dass dieses Buch stellenweise 5-Sterne Potenzial hatte, mich dann aber nicht durchgehend von sich überzeugen konnte. 
..................................................................................................................................
3,0 Sterne




6 Responses
  1. Hallo :)
    Danke für die Eindrücke :) Das zweite Buch kenne ich nicht aber das erste liegt noch auf meinem SuB...da bin ich ja gespannt. Wenn ein Buch viele Längen hat, dann bin ich oft geneigt es abzubrechen :(
    Liebe Grüße,
    Ebru


  2. Tina Says:

    @Ebru:

    Ach mach dir nichts draus, vielleicht geht es dir ja ganz anders. Bisher hat das Buch auch überwiegend positives Feedback bekommen. Ich denke nicht, dass du es abbrechen wirst, man will ja dann doch wissen, was dahintersteckt ;D

    Dir auch liebe Grüße!


  3. Carly Gencer Says:

    Huhu Tina :)
    Tolle kurze und dennoch übersichtliche Eindrücke!
    Beide Bücher stehen auf meiner Langzeit-Wunschliste. Wenn mal Zeit und Lust da ist ;)

    Liebe Grüße


  4. Neyasha Says:

    Schade, dass "Wainwood House" so nachgelassen hat. Der Anfang klingt ja sehr gut, zumal ich auch "Downton Abbey" liebe. Aber ich finde es immer ein wenig frustrierend, wenn Bücher zum Ende hin eher nachlassen.


  5. oje oje oje, dabei wollte ich eigentlich im Feb einen Buddy Read mitlesen zu Das Lied des Blutes, aber nicht diesem Eindruck, vergeht mir die Lust darauf. Habe es ja generell nichts oo mit High Fantasy u wenn es dann auch noch ein schlechter Vertreter seines Genres ist, kann das nichts werden xD
    Danke dafür, Lg Tina


  6. Schöne Eindrücke. Leider stecke ich beim Lied des Blutes noch mitten in dem, was du da beschreibst... Ich wollte es ja auf deutsch nochmal anfangen (will ich auch immer noch), aber schon beim ersten Versuch kam mir wieder was interessanteres dazwischen. Und das englische liegt nun schon seit einem dreiviertel Jahr halb gelesen da. Schade eigentlich :(
    Vielleicht wird Vaelin in der Fortsetzung einzigartiger? Wirst du denn weiterlesen?


Kommentar veröffentlichen

Feel free to comment