Titel: Die Begabte, die Magie der tausend Welten
Originaltitel: Thief's Magic

Autor: Trudi Canavan
Reihe: Millennium’s Rule #1
Seiten: 672
Verlag: Penhaligon
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3764531053
Preis: 19,99 € 
Erscheinungsdatum: 10. November 2004
Genre: High Fantasy

Zwei Schicksale, zwei Welten und alles dreht sich um Magie - beim einen im Überfluss, beim anderen herrscht Knappheit...


Inhalt 
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Tyen findet bei einer Ausgrabung ein magisches Buch. Es ist das Wesen einer Frau, für immer im Buch gefangen und dazu verdammt auf ewig Wissen zu sammeln und zu verbreiten. Tyen weiß, dass es sich um einen ganz besonderen Gegenstand handelt, doch er will sie noch nicht der Akademie aushändigen. Schon bald stellt sich jedoch heraus, dass Tyens und die Ziele der Akademie weit auseinandergehen...

In einer völlig anderen Welt lebt Rielle, eine junge Frau, die vor wichtigen Entscheidungen steht. In ihrer Heimat ist es schon heikel Magie wahrnehmen zu können und umso schlimmer, sollte man von ihr Gebrauch machen. Rielle gelangt in eine Zwickmühle und hat nur eine Möglichkeit...

Mein Eindruck
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Etwas seltsam an "Die Begabte" ist, dass es sich auch um zwei völlig verschiedene Bücher hätte handeln können. Über weite Strecken lernt man erst den Archäologen Tyen kennen und schließlich die junge magiebegabte Rielle. Doch die Geschichte der beiden Figuren fügt sich erst andeutungsweise sehr sehr spät zusammen. Für meinen Geschmack ist das etwas ungünstig gelöst. Denn mag man einen Charakter mehr als den anderen, kann die zweite Perspektive überflüssig wirken.

Mir ging das eine Weile so, bis ich auch mit Rielle warm geworden bin. Ihre Welt ist vollkommen gegensätzlich zu Tyens. Es gibt zwar reichlich Magie, jedoch ist es den Menschen verboten sie einzusetzen. Die Magie ist den Engeln vorbehalten, nur die Priester dürfen, um den Engeln zu dienen, in gewissem Rahmen Magie wirken. Benutzt man Magie, entzieht man sie der Welt und es wird ein schwarzer Fleck Leere sichtbar. Auf diese Weise werden "Befleckte" überführt, die ihre Seele durch die Benutzung von Magie eingebüßt und den Zorn der Engel auf sich gezogen haben. Doch wie viel davon ist tatsächlich wahr und was davon ist nur Glaube? 

Im Vergleich dazu gibt es in Tyens Welt nicht mehr viel Magie. Besonders wenig in Ballungszentren, in denen sich die Menschen die Arbeit mit Maschinen erleichtern. Diese Maschinen verbrauchen enorm viel Magie, zu viel, als dass die Vorräte sich rechtzeitig wieder auffüllen könnten. Es ist eine Welt der Technik, mit Luftschiffen, kleinen Robotern und anderen Errungenschaften. Tyen ist in erster Linie ein Historiker, studiert an der Akademie aber auch Magie, um seine späteren Berufsaussichten zu verbessern. Er braucht lange, um dahinterzusteigen, was es mit der Akademie und ihren Lehrkörpern auf sich hat. Stellenweise fand ich ihn schon fast zu naiv, dafür legt er eine riesige Entwicklung hin. Er wächst über sich hinaus, wird mutiger und fast schon heldenhaft. 

Rielle ist zu Beginn sehr blauäugig und es nicht gerade leicht mit ihr warm zu werden. Doch auch sie macht eine Entwicklung durch und wurde mir mit der Zeit sympathischer. Irgendwann konnte ich nicht anders, als auch mit ihr mitzufiebern. Überhaupt fand ich es gelungen, dass es viele atemberaubende Actionszenen und Verfolgungsjagden gibt. In dem Buch ist so gut wie immer etwas los und sorgt dafür, dass man es nur ungern aus der Hand legen möchte. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass die Perspektiven mehr miteinander verwoben sind, dass man noch tiefer in die Geschichte hineingezogen wird. Ich vermute, da wird sich noch mehr in den Folgebänden ergeben. Etwas spät, aber ich freue mich darauf.

Fazit
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"Die Begabte" hat zwei völlig verschiedene, nahezu voneinander unabhängige Erzählperspektiven. Im Idealfall mag man beide Charaktere. Bei mir hatte es jedoch ein Weilchen gedauert, bis ich mit beiden Figuren etwa gleichwarm wurde. Trudi Canavan bietet einiges an Worldbuilding, ohne zu kompliziert zu werden. Die Handlung steht immer im Vordergrund, man hat nie das Gefühl, dass einen die Erklärungen überfordern. Diese Autorin kann einfach erzählen, das muss man ihr neidlos anerkennen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Zusammenhänge jetzt schon deutlicher wären, da muss man wohl noch auf die Folgebände warten.



Faszinierende Weltgestaltung, spannend, jedoch (noch) unabhängige Erzählstränge
3,8 Sterne

Anmerkung: 
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.
8 Responses
  1. Ich war ein we in enttäuscht von diesem Buch! Gerade wegen der zwei ganz verschiedener Erzählstränge! Aber immer noch ein lesenswertes Buch! LG
    Verena (books-and-cats)


  2. Tina Says:

    Hab ich leider auch schon von anderen mitbekommen Verena. Es hängt wirklich davon ab, ob man mit beiden Figuren warm wird. Ich bin froh, dass es bei mir alles so gut hingehauen hat ;) Aber hat auch sein Weilchen gedauert. Ich schau mir gleich mal deine Rezension an!


  3. Mila Says:

    Hey, dass die Erzaehlperspektiven nicht zusammen passen hat mich gar nicht so sehr gestoert. Ich hatte viel mehr das Problem, dass ich mich mit Tyen nicht anfreunden konnte und mir alles zu sehr Einleitung war.. Ob ich weiterlese weiss ich noch nicht. Im Moment tendiere ich eher zu Nein, aber das kann sich wieder aendern :))


  4. Guten Morgen :-)
    Das Buch steht schon so lange auf meiner WuLi, nun bin ich mir aber nicht mehr sicher ob ich es wirklich lesen will, denn die Meinungen gehen doch sehr auseinander. Danke dir für deine wundervolle und ehrliche Rezi :-)

    Dein Blog gefällt mir wirklich richtig gut, ich bin gleich mal Leserin geworden. Vielleicht magst du auch mal bei mir vorbeischauen? Würde mich freuen :-)
    http://linejasmin.blogspot.de/

    Liebe Grüße Line


  5. Wenn es Folgebände gibt, fließen die Erzählstränge im Laufe der Geschichte bestimmt noch mehr zusammen! Ich glaube das ist typisch für Canavan. Sie lässt einfach nicht durchblicken, wo die Geschichte enden wird und diese unabhängigen Perspektiven spielen ihr da wahrscheinlich sehr in die Hand :D
    Gerade erst habe ich "Die Novizin" beendet, da habe ich noch keinen Plan wie in "Die Meisterin" das ausgehen wird.

    Liebe Grüße,
    Bramble


  6. Melanie S. Says:

    Da haben sich meine Befürchtungen zum Glück nicht bewahrheitet und du bist mit Rielle doch noch warm geworden! Deine Kritikpunkte kann ich nur zu gut nachvollziehen, aber da merkt man auch schön, dass es viel ausmachen kann, wenn einem beide Charaktere sympathisch sind, auch wenn es bei einem länger gedauert hat.


  7. Grundsätzlich sind wir uns sehr einig, was die Bewertung angeht. Spannend finde ich, dass ich bisher noch niemanden entdeckt habe, der wie ich Rielle viel lieber mag als Tyen. :D


  8. Uii. Ich hab nur dein Fazit gelesen, weil ich das Buch selber noch lesen möchte.
    Ich liebe die Gilde der schwarzen Magier von ihr und bin deshalb sehr gespannt auf diesen Band. Bisher habe ich aber nur so durchschnittliche Meinungen gelesen.


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