Titel: Diviners, aller Anfang ist böse
Originaltitel: Diviners

Autor: Libba Bray
Reihe: Diviners #1
Seiten: 704
Verlag: dtv
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag 
ISBN: 3423760966
Preis: 19,95 € 
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2014
Genre: Paranormal, Jugendbuch
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

New York 1926: Ein Killer, ein Mädchen mit einer besonderen Gabe, elf Opfer und die Jagd beginnt...

Inhalt 
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Evie startet in New York einen Neuanfang. Nachdem ein "Partytrick" in ihrer Heimat Ohio schrecklich schief gegangen ist, gab es nur die Flucht nach vorne. Dabei ist New York für die junge Frau Fluch und Segen zugleich. Hier werden Menschen neu erschaffen, es ist eine ganz andere Welt als alles, was sie zuvor kannte. Trotzdem ist sie ständig in Versuchung ihre geheime Gabe einzusetzen. Anhand von Gegenständen kann sie selbst die verborgendsten Informationen über einen Menschen herausfinden. Als ein Serienkiller sein Unwesen treibt, wird Evie über ihren Onkel in die Ermittlungen mit einbezogen. Und begibt sich durch ihre Gabe mitten ins Zielfeld des Killers...

Mein Eindruck
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Bei "Diviners" muss man sich vorher eines im Klaren sein - diese Geschichte ist verdammt lange. Wenn einem das Buch von Beginn an zusagt, umso besser. Wenn es einem allerdings zäh vorkommt, kann die hohe Seitenzahl einen noch zusätzlich zermürben. Dass es gar nicht so weit kommt, sollte man also genau wissen, worauf man sich einlässt. Nämlich eine langsam beginnende, dann aber später stark anziehende und vor allem durch ihre Atmosphäre fesselnde Geschichte. 

Ein Leser also, der von Anfang bis Ende Haruck-Zack-Bumm-Action erwartet, wird enttäuscht werden. Denn eine solche Geschichte ist "Diviners" nicht. Stattdessen braucht man anfangs etwas Geduld, um mit den (vielen) verschiedenen Charakteren warm zu werden. Libba Bray wechselt recht häufig die Perspektive, zu Beginn ist das noch ungewohnt, später jedoch passt es perfekt zur Geschichte. "Diviners" ist wie ein Kunstwerk, bei dem sich erst kurz vor Schluss das Gesamtbild ergibt. Zuvor werden erst recht unscheinbare, schon fast hintergründige Pinselstriche gezogen. Doch das ist eben das Grundwerk, auf dem die späteren Wendungen basieren. Da muss man im wahrsten Sinne des Wortes durch - für mich hat es sich mehr als gelohnt!

Ja, Evie ist eine gewöhnungsbedürftige Hauptfigur. Sie ist verwöhnt, verzogen und ziemlich selbstsüchtig. Doch mit der Zeit wandelt sich dieser Eindruck, denn vieles von ihrem Benehmen ist nur Fassade. Wer jahrelang ein Geheimnis hütet, bildet Schutzmechanismen, um andere Menschen nicht zu nah an einen herankommen zu lassen. Als sie im Verlauf immer tiefer in den Entwicklungen involviert ist, zeigt sie Stärke, Charakter und vor allem auch Mitgefühl. Evie hat ein Herz, wenn es auch tief unter ihren Schutzschichten vergraben ist. Doch selbst wenn man allein mit Evie wenig anfangen kann, bietet Libba Bray noch eine Palette von interessanten Nebenfiguren. All diese hunderte von Seiten bringen dem Leser die Charaktere näher, lassen ihn unter die Oberfläche blicken und verleihen dem Leseerlebnis mehr Tiefe.

Hervorzuheben ist eindeutig der gut recherchierte und wahnsinnig gelungen umgesetzte Hintergrund. Dieses Buch ist Atmosphäre pur und das sogar in verschiedener Hinsicht. Zum einen natürlich das Offensichtliche, New York in den 1920er Jahren. Libba Bray erweckt dieses New York vor den Augen des Lesers zum Leben, eine lebendige, brodelnde Stadt voller Leben, aber auch voller Grauen. Und genau das ist die andere Seite, die mir fast noch besser gefallen hat. Die Autorin schafft es neben Glanz und Gloria, auch die Schattenseite in den Vordergrund zu rücken. Was habe ich mich stellenweise gegruselt! Man fiebert und zittert mit den Figuren mit, wenn sie mit dem Killer in einem Raum sind und keine Ahnung haben, was ihnen blüht. Man denkt sich dann, "wehe die Autorin lässt jetzt xy sterben". Doch letztendlich ist man der Geschichte ausgeliefert und kann nur zuschauen und das Beste hoffen, wie es zu Ende geht.

Fazit
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Sicher, auf den ersten paar hundert Seiten hätte man die ein oder andere Belanglosigkeit streichen können. Aber all die Zeit, die man investiert in die Geschichte zu finden, zahlt sich ab der Hälfte dreifach aus. Das Buch strotzt nur vor Atmosphäre und faszinierenden Charakteren. Ja, der Plot bleibt auch manchmal auf der Strecke, doch später zieht es deutlich an und lässt einen bis zum Finale nicht mehr los. Am Ende kann ich sagen, dass mir die Welt und Charaktere Stück für Stück ans Herz gewachsen sind und ich ihren weiteren Weg definitiv verfolgen werde!


Umfangreiche, voller Atmosphäre und Düsternis strotzende Geschichte
4,2 Sterne

Wer noch mehr über die Hintergründe zum Buch oder Infos über die Autorin selbst (ohne Spoiler) erfahren möchte, kann hier noch einmal das Interview vom Meet & Greet mit Libba Bray von der Frankfurter Buchmesse 2014 nachlesen.

Anmerkung: 
Ich habe das Buch bei einem Gewinnspiel gewonnen.
8 Responses
  1. Hannah J. Says:

    Hallo liebe Tina,

    Dein Blog ist total schön!!! Ich bin gleich mal Leser bei Dir geworden. :)

    Die Rezi finde ich auch total toll, Du hast einen schönen Schreibstil! :)

    Ich wünsche Dir wunderschöne Weihnachten. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Hannah
    http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
    <3


  2. Du gibst mir grad den entscheidenden Schubs, wirklich anzufangen... Hab es als nächstes auf dem Stapel, bin jedoch von der Länge so sehr abgeschreckt :-(

    Danke, dafür :-)

    liebe Grüße

    Steffi


  3. Maura Says:

    Bei mir liegt das Buch ja noch auf dem SuB, aber deine Rezi spornt mich gerade total an, es auch bald mal in die Hand zu nehmen. Auch wenn ich glaube, dass ich vor allem mit den häufigen Perspektivenwechseln so meine Probleme haben könnte, da ich mir da sehr oft etwas schwerer tue am Anfang alles zu verstehen - und alle Namen zu lernen (bei meinem schlechten Namensgedächtnis). Mal sehen, wie es mir dann gehen wird...
    Ich bin jetzt auf jeden Fall richtig gespannt auf das Buch! :)

    Liebe Grüße & schöne Feiertage!
    Maura


  4. Cherry Says:

    Schön, dass es dir auch so gut gefallen hat. Deine Worte "Umfangreiche, voller Atmosphäre und Düsternis strotzende Geschichte" finde ich sehr passend gewählt. Bin schon unglaublich gespannt, wie es mit der Reihe weitergeht :)


  5. Das ist eine sehr, sehr ansprechende Rezension zu dem Buch!. Anfangs ist es mehr oder minder an mir vorbei gegangen, bis ich dann andauernd hier und da mal was (meist positives) darüber gehört habe. Deine Rezension macht nun wirklich Lust aufs lesen, ich habe es mir gerade bei der Onleihe vormerken lassen :)


  6. Super, dass es dir zum Ende hin doch noch zugesagt hat!
    Evie kann wirklich ganz schön nervig sein, aber irgendwie fand ich ihre Art für einen Flapper sehr passend. Meine Lieblinge sind aber Theta, Henry und Sam, die hoffentlich viele Kapitel im nächsten Band bekommen :D
    Wie du auch schreibst ist die Atmosphäre wirklich super. Ich hatte ein richtiges 20er-Jahre-Feeling und "Naughty John" war wirklich so richtig naughty. Sobald er ins Spiel kommt, können gar nicht genug Leselampen brennen xD

    Liebe Grüße,
    Bramble


  7. Patricia Says:

    Das Buch hat mich auch sehr angesprochen und ist bereits auf meinem SuB - ich bin schon sehr gespannt. Deine Rezension zeigt ja auf, dass man nicht unbedingt zu Beginn in die Story stürzt, wobei ein ruhigerer Aufbau der Handlung ja nicht unbedingt schaden muss, wie auch deine Rezension aufzeigt. Ich freue mich auf die Lektüre, die sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.


  8. Bin gestern auch durch gekommen. Mit den vielen Charakteren und dem Einstieg gebe ich dir recht. Das hat wirklich einiges an Energie gekostet, da nicht aufzugeben.
    Ich hätte gerne noch mehr von den "hintergründigen Pinselstrichen" erfahren, wie du es nennst - mir kam dieser erste Band zu sehr wie ein Krimi vor und all das, worüber ich gerne mehr erfahren hätte, wurde mir vorenthalten :-(


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