Titel: Der Weg der Könige, Der Pfad der Winde, Die Worte des Lichts 
Originalausgabe: The Way of the Kings, Words of Radiance #1
Autor: Brandon Sanderson;  
Reihe: Epos mit ca. 10 Bänden 
ISBN: 3453267176, 3453267680, 3453267478
Seiten: 2655; Verlag: Heyne; Format: Gebunden


Gewaltige Fantasywelt, mit tollen Helden und einer epischen Geschichte...


Vorbemerkung
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Ich habe mich entschlossen, die Bände gemeinsam zu rezensieren, weil alles andere in meinen Augen einfach keinen Sinn macht. Im Englischen gibt es zwei große dicke Bücher "The Way of the Kings", das im Deutschen in "Der Weg der Könige" und "Der Pfad der Winde" aufgeteilt wurde. Und "Words of Radiance", das im Deutschen "Die Worte des Lichts" und "Die Stürme des Zorns" heißt. Im Englischen also zwei Bücher bisher, im Deutschen vier. Gelesen habe ich davon die drei genannten deutschen Bücher und lasse mir mit "Stürme des Zorns" bewusst noch Zeit. Meine Gedanken dazu möchte ich jedoch bereits jetzt in einer spoilerfreien Rezension bündeln.

Inhalt 
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Dies ist die Geschichte von Kaladin, Schallan und Dalinar. Sie sind weit über die Welt von Rochar verteilt und gehen ihren vorbestimmten Weg. Kaladin war früher ein talentierter Soldat, der mittlerweile gebrandmarkt und versklavt wurde. Nur mit Hilfe eines Windsprengsels schafft er es, wieder Hoffnung zu schöpfen und für die Freiheit zu kämpfen. Schallan ist eine junge Frau aus einer hoch verschuldeten Adelsfamilie. Sie verlässt zum ersten Mal ihre Heimat, um das Mündel einer gelehrten Frau zu werden. In der Hinterhand hat sie einen verzweifelten Plan, um ihr Haus vor dem Untergang zu retten. Dalinar ist der Bruder des ermordeten Königs. Früher ein Held, heute ein gezeichneter Mann. Am Königshof versucht er das Unmögliche zu schaffen, um den andauernden Krieg gegen die Parschendi zu beenden...
  
Mein Eindruck
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Liest man bloß die Inhaltsangabe, dann wir es einem natürlich nicht allzu viel sagen. Es ist nur der Beginn, der allererste Ausgangspunkt, an dem die Geschichte startet. Und selbstverständlich gibt es auch weit mehr, als diese drei Charaktere. Doch sie sind das Zentrum, der Dreh und Angelpunkt von dem aus sich die Geschichte weiter verzweigt.

Brandon Sanderson hat hier erneut eine ganz eigene und geniale Welt geschaffen. Zunächst braucht es wie immer Zeit, um sich dort hineinzufinden. Dadurch aber, dass er schon von Beginn an die Hauptfiguren beschränkt und nur wenige Perspektivwechsel vornimmt, gelingt der Einstieg überraschend gut. Auch wenn ich nun drei (deutsche) Bände gebraucht habe, um das ganze Ausmaß der Welt so einigermaßen zu erfassen, war ich nie verwirrt oder gar verloren. Gerade dieser Einstieg hat mich unheimlich beeindruckt. Oft ist es in High Fantasy Büchern das Problem klarzukommen, sich mit der Welt vertraut zu machen und einfach nur durchzublicken. Hier gibt es so viele Völker, Religionen und magische Elemente und trotzdem wird man als Leser nie überfordert. Das ist eine ganz eigene schriftstellerische Kunst, die Tiefe der Welt anzudeuten, ohne den Leser dabei im Infodumping zu ertränken.

Doch nicht nur der Einstieg beeindruckt, auch darüber hinaus wird die Reihe immer besser. Die einzelnen Figuren bewegen sich aufeinander zu, Schicksale sind miteinander verwoben und letztlich läuft alles in einem Strang zusammen. Zugegeben zunächst sind es endlos viele einzelne Stränge mit ebenso vielen eigenen Ästen. Dennoch schreibt der Autor nicht planlos, sondern verfolgt eine Linie, die sich immer deutlicher herausbildet. Dabei schafft er es, fast durchgehend seine Erzählung auf einem absolut anspruchsvollem und spannenden Niveau zu halten. Es gab nur ganz kleine Schwachstellen (für mich vor allem Dalinars Perspektive), an denen die Figuren nicht gleichmäßig interessant waren. Doch mittlerweile ist davon absolut nichts mehr zu merken, alle Erzählstränge sind mittlerweile ebenbürtig. Einzig noch immer stört mich etwas das ständige Erröten von Schallan. Möglicherweise gibt es da im Englischen schönere Synonyme, die sich im deutschen dann doch ständig wiederholen.

Für mich ist es höchst faszinierend, wie gewaltig und umfangreich diese Geschichte jetzt schon ist. Gleichzeitig erfährt man als Leser ja immer nur einen Bruchteil, wer weiß, welche Massen an Informationen und Ideen der Autor noch in der Hinterhand behält. Meine Hochachtung auch davor, wie großartig ausgeglichen diese ersten drei (bzw. 1,5 im Original) Bände schon waren. Das Verhältnis aus Charakterentwicklung, Plotfortschritt und Weltgestaltung passt, wie die Faust aufs Auge. Man fühlt sich von Beginn an mit den Figuren unheimlich wohl und es einfach nur ein Genuss, ihren Erlebnissen zu folgen. Deshalb lasse ich mir mit den letzten 600 Seiten Zeit, dass ich nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten muss. Ja dieses Epos wird noch dauern, bis es jemals abgeschlossen ist. Doch diese Zeit ist es allemal wert.

Fazit
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Ich habe schon viele Bücher von Brandon Sanderson gelesen und man merkt einfach, dass er sich als Autor weiterentwickelt. Die Sturmlicht Chroniken haben einen völlig neuen Maßstab gesetzt, den es jetzt in den weiteren Bänden zu halten gilt. Ja, die Seitenzahlen sind gewaltig. Die Welt ist auch gewaltig und der Gesamtumfang mit an die 10 geplanten Bänden sowieso. Doch diese Reihe, kann ich jetzt schon getrost jedem empfehlen, der ein wenig mehr von seinen Büchern erwartet. Der anspruchsvoll und geistreich unterhalten werden will, der sich gerne die Zeit nimmt, eine völlig neue Welt von Grund auf kennenzulernen. Dann auf nach Roschar, einem Reich voller Großstürme, Sprengsel und vielen faszinierenden Orten und Figuren. Dem Beginn einer großartigen Reihe, die so viel Potenzial hat, noch großartiger zu werden.


Bisher einfach nur großartig
4,6 Sterne bisher

4 Responses
  1. 1000 Worte Says:

    Ich kann mich in nahezu allen Punkten absolut anschließen. Dass ich ein großer Sanderson Fan bin erwähne ich ja sowieso überall und immer, aber die Sturmlicht-Archive sind einfach großartig.
    Ich hatte weniger Probleme mit Dalinars Sicht, sondern an einer Stelle, im dritten oder vielleicht vierten (deutschen) Band zog sich Shallans Handlungsstrang einmal enorm in die Länge. Letztendlich habe ich es zwar als notwendig empfunden, aber diese eine kleine Stelle war ein winziger Wermutstropfen.
    Ich freu mich immer, wenn ich woanders auch noch so begeisterte Rezensionen zu der Reihe lesen darf :)


  2. Tina Says:

    @1000 Worte:

    So unterschiedlich kann es laufen :) Schallans Perspektive fand ich meistens ziemlich interessant, vor allem als sie sich zunehmend entwickelt. Aber insgesamt war es echt ausgewogen. Wenn man das Gefühl hatte, es wird Zeit für einen Wechsel, dann kam er meistens.

    Ich wünsche dem Autor wirklich, dass er noch bekannter wird und noch viele mehr seine Bücher lesen!


  3. Melanie S. Says:

    Es ist schrecklich wie neugierig du mich immer machst! Na gut, schrecklich ist vielleicht das falsche Wort, aber ich komme mit dem Lesen eh schon nicht nach und dann erzählst du so begeistert von diesen Büchern :) die Bücher sind aber tatsächlich richtige Brocken, aber dafür auch sehr schön anzusehen. Ich freu mich schon aufs Lesen!


  4. Tina Says:

    @Melanie:

    Hehe, bei dieser Reihe wirklich zu Recht! Also ich bin mir sicher, dass auch du begeistert sein wirst, wenn du sie anfängst zu lesen. Aber lass dir ruhig Zeit, Buch 3 gibt es ja erst irgendwann nächsten Jahres. Du hast noch ganz viel vor dir ;)


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