Titel: Das Erbe von Berun
Originaltitel:
Autor: T.S. Orgel
Reihe: Die Blausteinkriege #1
Seiten: 600
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN: 9783453316881
Preis: 14,99 € 
Erscheinungsdatum: Oktober 2015
Genre: High Fantasy

Drei Schicksale, eng miteinander verknüpft, ein Reich, das auf der Kippe steht...


Inhalt
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Das Kaiserreich Berun war das Zentrum der Macht. Kein Weg führte daran vorbei, sämtliche Fürstentümer ordneten sich dem Herrscher von Berun, "dem Löwen", unter. Doch mit seinem Tod schwand die Kraft des Reiches. Feinde sammeln sich an den Grenzen und schmieden Komplotte gegen den jungen Erben. Der neue Kaiser ist unerfahren und lässt sich leicht ablenken und schwächt damit weiter das Reich. Schließlich liegt es an drei einzelnen Schicksalen, die die Zukunft des Reiches mit in der Hand haben. Ein Schwertmeister, ein junges Mädchen und ein Spion...

Mein Eindruck
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Ich muss schon sagen, dass das Autoren Duo (zwei Brüder Tim und Stephan Orgel) schriftstellerisch wirklich etwas zu bieten haben. Von Beginn an war ich von ihrem Schreibstil eingenommen und gefesselt. Sie verzetteln sich nicht zu sehr in Beschreibungen, können aber doch ein komplettes Reich zum Leben erwecken. Es gibt zudem auch viele actionreiche und wirklich gelungene Szenen. Stellenweise haben sich die 600 Seiten weggelesen wie nichts.

Doch in meinem Fall leider nur stellenweise. Fand ich den Beginn und das erste Drittel richtig gut, hat mein Interesse später an der Geschichte leider deutlich nachgelassen. Hauptsächlich lag es daran, dass die politischen Ränkeschmiede nur begrenzt meine Neugierde schürten und sich irgendwann Langeweile breitmachte. Leider. Zunächst ging es sehr spannend los und die Einführung der einzelnen Charaktere hatte mir gefallen. Kombiniert mit dem gelungenen Schreibstil hatte ich das Gefühl, ein richtig gutes Buch vor mir zu haben. Doch je weiter sich die Handlung entwickelt hatte, ging mir der Erzählfluss verloren. Ständig wechseln die Perspektiven und es bleibt lange unklar, in welchen Zusammenhang sie eigentlich haben.

Zudem haben mich die Hauptfiguren Sara und der "Puppenspieler" Thoren immer weniger fesseln können. Ich konnte der jungen Sara ihre Rolle als weibliche Figur leider nicht abnehmen. Natürlich ist sie durch ihre schwierige Vergangenheit abgestumpft, aber sie ist stellenweise so frostig wie Eis. Auch sehr untypisch für das weibliche Geschlecht ist sie sehr wortkarg und schweigt ihre Gefühle tot. Außerdem hat mir wenig gefallen, wie bedingungslos sie sich der Sache Berun verschreibt. Vor allem nach alldem, was sie durchleben musste. Generell wäre sie als männliche Figur überzeugender gewesen.

Thoren bleibt das ganze Buch über unheimlich distanziert und nahezu emotionslos. Es mag zum Teil daran liegen, dass nie direkt aus seiner Perspektive erzählt wird. Seine Motive bleiben dadurch nahezu im Dunkeln. Weshalb kämpft er so fanatisch für das Reich? Einzige Erklärung, die hierfür geliefert wird, ist eine Romanze in wenigen Sätzen. Sonst keine Ahnung, weshalb er sich bedingungslos aufopfert. Am besten hatte mir noch Marten gefallen, denn der hat zur Abwechslung mal (fast) nur sich selbst im Kopf. Kein Wunder bei all den Schwierigkeiten, in die er gerät.

Letztendlich hat wohl viel dazu beigetragen, dass mir zwei von drei Kernfiguren fremd waren und ich mich für ihr Schicksal kaum noch interessiert habe. Generell besteht der Plot später nur noch aus Politik und Ränkeschmiedereien. Das war jetzt nicht schlecht gemacht, aber vom Hocker gehauen, hat es mich leider auch nicht. Weiterhin habe ich Magie schrecklich vermisst, ich hatte gedacht, dass sie eine größere Rolle spielt. Von Erklärungen dazu ganz zu schweigen.

Fazit
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Alles in allem muss ich leider sagen, dass "Das Erbe von Berun" nach ersten wirklich guten 200 Seiten nicht mehr mein Buch war. Der Plot dreht sich nur noch um politische Hintergründe für ein Reich, dem 2/3 der Figuren aus welchen Gründen auch immer fanatisch verschworen sind. Generell hätte ich mir mehr Motive und Hintergründe zu den Figuren gewünscht. Es hat es nicht besser gemacht, dass gerade die einzige weibliche Hauptfigur nicht überzeugend dargestellt wurde. Letztendlich war das Buch nach dem guten Beginn für mich persönlich zu zäh und uninteressant. Schade um das viele Potenzial, das ich anfangs herausgelesen hatte.


Zu Beginn vielversprechend, dann stark abgeflacht
2,3 Sterne


Anmerkung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.
4 Responses
  1. Nenatie Says:

    Hallo :)
    ich fand gerade das politische hin und her irgendwie spannend. Die Perspektivwechsel fand ich aber auch nicht so gelungen, dadurch konnte ich mit keiner Figur so wirklich mitfiebern, mit Lebrec noch. Marten empfand ich als anstrengend, er hat nur Mist gemacht und ich wollte ihn so oft schütteln xD Aber grade das mag ich an Charakteren.
    Sehr interessant wie ein Buch so ganz unterschiedlich wirken kann :)

    Liebe Grüße


  2. Oh je, wie schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat. Mal sehn, wie es mir ergehen wird ...


  3. Huhu =)
    Mir ging es genau so. Ich hatte jedoch schon Probleme beim Einstieg. Mich haben die Perspektivwechsel total verwirrt und ich kam überhaupt nicht in die Geschichte. Daher habe ich das Buch nach 100 Seiten abgebrochen. Ich musste immer wieder von vorne anfangen und zurückblättern... Es war irgendwie wirr....!
    Liebe Grüße Jenny


  4. Cindy Says:

    Schade, dass es dich am Ende nicht umhauen konnte. Ich werde das Buch diese Woche noch in einer Leserunde, die von den beiden Autoren begleitet wird, lesen und bin mal gespannt, wie es dort ankommt. Und vor allem, was die Autoren noch zu erzählen haben. Insgesamt habe ich aber noch Hoffnung, dass es mir gefallen wird, politische Ränkespiele finde ich in Fantasysettings fast immer fesselnd.

    Hat Band 1 denn schon so etwas wie ein Ende oder ist es ein Cliffhanger? Hast du dir schon überlegt, ob du dennoch weiter lesen willst?

    LG, Cindy


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