Diesen Hinweis habe ich in meinem Impressum stehen:


Das steht dort schon seit Jahren. Ich habe ihn im Laufe der Zeit sogar immer größer und bunter gemacht - leider ohne Erfolg. Ich bekomme trotzdem ständig solche Anfragen. 

An sich ist es in Ordnung, dass ich gesetzlich verpflichtet bin, Kontaktmöglichkeiten für meinen Blog bereitzustellen. Könnte ja sein, dass mich jemand aus nachvollziehbaren Gründen kontaktieren möchte. Beispielsweise wegen eines Gewinnspiels, oder ob ich irgendwo mit Tipps und Hinweisen behilflich sein kann. Vielleicht auch wegen der Kommentarchallenge.

Es ist jedoch nicht in Ordnung, dass diese gesetzliche Verpflichtung dafür genutzt wird, mich mit Anfragen zu überhäufen, die ich ganz ausdrücklich nicht haben möchte. 

...
 
Mein Leseverhalten
.......................................................... 

Streng genommen möchte ich in der Regel überhaupt keine Anfragen für Rezensionsexemplare haben. Eine Zeit lang bin ich aktiv auf Verlage zugegangen und habe Bücher, die mich interessiert haben, angefragt. Mittlerweile ist meine Lesezeit aber so kostbar geworden, dass ich das nicht einmal mehr mache. Bücher, die ich lesen möchte, kaufe ich mir. Punkt. Bücher, die ich nicht lesen möchte, kaufe ich mir nicht. Es gibt sogar eine Menge armer Bücher, die habe ich gekauft und trotzdem nicht gelesen. Vielleicht werde ich es auch nie tun.

Grundsätzlich lese ich nur das, was mich interessiert. Und wenn mir dann danach ist, schreibe ich noch eine Rezension dazu. Dieses ganze Prinzip, ich lese ein Buch, um es hinterher zu rezensieren, ist mir mittlerweile schon viel zu doof geworden. So ziemlich jeder, der eine gewisse Zeit bloggt, steht irgendwann vor dem Problem, dass Rezensionsexemplare auch Druck bedeuten. Wie nimmt man am besten den Druck? Ganz einfach: Keine Rezensionsexemplare annehmen oder nur so viele, wie man auch tatsächlich schafft. In meinem Fall momentan: Grundsätzlich keine.


Die Anfragen
.............................................

Leider passt mein persönliches Leserverhalten nicht zu den Anfragen, die regelmäßig in meinem Postfach eintrudeln. Wenn es nach den Anfragen ginge, die ich so bekomme, dann soll ich schlicht alles lesen und am besten sofort. Das kann und will ich aber nicht. Deshalb gibt es schon seit geraumer Zeit den Hinweis von oben:

"bitte keine Rezensionsanfragen für E-Books"

Denn leider sind die meisten Anfragen, die ich bekomme, ziemlich ähnlich. Es sind häufig Bücher, die schon vom Genre her überhaupt nicht zu meinem Buchgeschmack passen. Mein Blog dreht sich zu 90 % um Fastasybücher. Weshalb sollte ich dann Bilderbücher für Kinder rezensieren? Oder noch besser, irgendein Sachbuch zu Thema y? Hier merkt man leider, die meisten Anfragen sind Standard-Emails, die überhaupt nicht auf den Blog, den man um Unterstützung bittet, zugeschnitten sind. Zumindest das Genre sollte wenigstens einigermaßen passen.

Der nächste Punkt ist die Qualität. Man muss hier ganz ehrlich sagen, ein Buch, das einen Verlag nicht überzeugen konnte, wird es auch schwer haben, andere Leser zu überzeugen. Denn zugegebenermaßen wird es seine Gründe haben, weshalb ein Buch abgelehnt wird. Sicher es kann einfach vom Thema her nicht passen und eine Idee wird gnadenlos unterschätzt. Doch oft wird es handwerkliche Gründe geben. Manche davon könnte man vielleicht mit einem Lektorat hinbekommen, andere nicht. Leider sieht man es auch oft schon den Anfragen an. Je nachdem wie das "Anschreiben" formuliert ist, will ich das Buch dazu gar nicht mehr lesen. Oder die beigefügten Klappentexte sind vollkommen schräg und haben dazu noch recht abgefahrene, selbstgebastelte Cover. 

An dieser Stelle der kurze Hinweis: Ich möchte mir hier nichts anmaßen, ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen. Aber ich habe so den Verdacht, je professioneller man sich darstellt, mit einem vom Designer gestalteten Cover, mit einem zumindest einmal lektorierten Buch, umso besser wird das Ergebnis. Und mir ist auch klar, dass das alles sein Geld kostet. Doch ein lieblos hingeklatschtes Cover, mit 0815 Klappentext und einer Leseprobe, die vor Fehlern nur so strotzt (habe ich leider alles schon gesehen), wird kaum Abnehmer finden. 

Bemerkenswert finde ich auch, dass mir Leute teilweise noch wiederholt E-Mails schicken. Trotz meines Hinweises, dass ich keine solche Anfragen wünsche und diese nicht beantworten werde, wird nachgefragt, warum ich denn nicht antworte. Da geht mir wirklich die Hutschnur hoch. 

Fazit
..............................

Ich persönlich habe einen Anspruch an die Bücher, die ich lesen möchte. Und aus meiner Erfahrung heraus muss ich leider sagen, dass viele der Anfragen, die mich bisher erreicht haben, diesen Anspruch nicht erfüllen können. Und ich bin auch nicht dafür da, jedem der etwas schreibt, eine Plattform zu geben. Ich führe diesen Blog aus reinem Spaß und der Freude am Lesen. Jede Minute, die ich in den Blog investiere, ist meine eigene kostbare Freizeit. Und deshalb habe ich mich schon lange dazu entschlossen, Anfragen für E-Books komplett und kommentarlos zu ignorieren. Anfragen für gedruckte Bücher, sehe ich mir zumindest an, passen aber meist nicht mehr zu meinem Leseverhalten.

Ich weiß, dass ich mit dem Ausschluss elektronischer Bücher so ziemlich alle Anfragen von Indieautoren ausschließe. Ich kann mir aber nicht die Zeit nehmen, laufend auszusieben. Wenn sich mal jemand die Mühe machen würde, mir eine E-Mail zu schreiben, weshalb ich gerade sein E-Book kaufen sollte, würde ich es vielleicht tun. Aber so individuelle E-Mails erreichen einen ohnehin selten. Für alle anderen Anfragen bitte ich deshalb darum, meine Entscheidung zu respektieren. 


Empfehlung
..................................
 
Zum Abschluss meine Empfehlung für richtig gute selbstveröffentlichte Bücher:
Bemerkenswert an dieser Liste ist, dass nahezu alle Bücher später doch noch bei einem "richtigen" Verlag erschienen sind. Just saying...


Update
..............................

Nachdem ich auf Facebook darauf hingewiesen wurde, habe ich den Hinweis angepasst. Ich wünsche nicht nur keine E-Books aus Zeitgründen, sondern auch aus den anderen hier genannten Gründen. Und ich habe tatsächlich keine Zeit jedem zu antworten ;) Nun sollte es verständlicher sein:

Labels: edit post
7 Responses
  1. Ruby Says:

    Grüß dich Tina,


    ein Post der mich so etwas Gespalten zurücklässt. Einerseits verstehe ich deinen ärger. Du hast es extra gut sichtbar hervorgehoben das du derartige Anfragen nicht möchtest. Sieht das der jeweilige Autor nicht, ignoriert es oder es kommen für deinen Blog absolut ungeeignete Empfehlungen a la Kinderbuch und Sachschmöker, kann ich es verstehen das man darauf irgendwann einfach keine Lust mehr hat.
    Was mich stört, ist nur das es – für mich persönlich – ein wenig so klingt, als besäßen Indie-Bücher keine gute Qualität- Klar lahme Enten sind dabei – habe ich auch schon gehabt – aber die finde ich auch im normalen Verlagsprogramm. Und ich habe schon Perlen bei den Indies entdeckt, das ich nicht verstehen konnte wie Verlage die ablehnen konnten. :)Nur so mein empfinden. :) In deinem Post geht es schließlich eher um das ungefragt zusenden.

    Tintengrüße von der Ruby


  2. lost pages Says:

    Hallo Tina,

    ich kann dir absolut zusprechen! Mir geht es wie dir. Antworte so gut wie nie auf solche Mails, aber das habe ich auch so auf dem Blog vermerkt. Kann also keiner behaupten, es nicht gewusst zu haben! :P

    LG Jan


  3. Tina Says:

    @Ruby:

    Ich kann dich wirklich verstehen. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, wie ich es formulieren soll. Denn ich geb dir vollkommen Recht, auch bei Verlagsbüchern sind einige Bücher dabei, die mir nicht gefallen oder nur sehr durchschnittlich gefallen. Überhaupt bin ich sehr kritisch, was meine Bücher angeht. Deshalb bin ich umso vorsichtiger, ob mir ein Buch gefallen wird, das für Verlagsmaßstäbe nicht ausgereicht hat. Ich weiß aber auch, dass es Autoren gibt, die sich bewusst für die Selbstveröffentlichung entscheiden. Deshalb ist es mir einfach wichtig, selbst nach Büchern zu stöbern und zu schauen, ob ich eines finde, das mich anspricht. Und da ist es mir egal, ob Verlagsbuch oder Selfpublisher. Ich schaue mir die Rezensionen an, lese die Leseprobe und dann entscheide ich mich.

    Ich möchte einfach nicht ständig E-Mails bekommen, in denen mir wahllos Bücher vorgeschlagen werden. Ich denke, generell bekommen die meisten Leute ungern ungefragt Werbung. Es waren aber schon Anfragen für gedruckte Bücher dabei, die mir zugesagt haben. Die Mehrheit der bisher unpassenden Bücher kam als E-Book Anfrage. Deshalb für mich die Konsequenz generell solche Anfragen auszuschließen.

    Der Hauptanstoß für diesen Beitrag waren die unzähligen Anfragen, die sich über meine Wünsche hinwegsetzen. Ich hoffe, dass der Hinweis in Zukunft mehr beachtet wird.

    Danke dir für deine Meinung!

    @Jan:

    Das ist ja das Schlimme. Ganz selten antworte ich auch mal. Einmal zum Beispiel auf die Nachfrage, weshalb ich nicht antworte, habe ich nochmals auf den "Hinweis hingewiesen". Als Antwort kam dann wirklich, man habe den Hinweis überlesen. Was soll man dazu sagen?


  4. Julia Says:

    Oh ja, das kenne ich zur Genüge! Es gibt allerdings ein Hilfsmittel: die Drohung mit "rechtlichen Schritten". Gerade bei Verlagen, von denen ich oft solche unerwünschten Anfragen bekommen habe, hat es bei mir geholfen, eine Standardantwort zu schicken. Inhalt: nochmals mit Nachdruck auf die Angabe im Impressum verwiesen, dass ich keine Anfragen möchte, sowie explizit der Hinweis, dass solche Anfragen unerwünschte Werbung und deshalb illegal und strafbar sind. Das hat bisher noch jedes Mal dazu geführt, dass meine Mailadresse blitzartig aus dem Verteiler genommen wurde ;)
    Inzwischen mache ich das auch bei nervigeren Autoren-Anfragen, auch um sie überhaupt für das Thema zu sensibilisieren. Denn rein theoretisch dürften solche Anfragen nur dann geschickt werden, wenn der Blogbetreiber dies explizit wünscht. Ein diesbezüglicher Hinweis im Impressum hat mit der Zeit auch Wirkung gezeigt und die Anfragenflut zumindest etwas eingedämmt. Kann ich also nur empfehlen!

    LG, Julia


  5. Neyasha Says:

    Ich kenne das Problem. Bei mir ist auch bei den Kontaktdaten der Hinweis, dass ich keine Rezensionsexemplare nehme (und zwar gar keine, auch Printbücher nicht), aber trotzdem bekomme ich viele Anfragen. Auf die letzten habe ich dann auch gar nicht mehr geantwortet, weil ich so genervt war. Vielleicht muss ich bei mir auch den Hinweis noch deutlicher machen oder ähnlich vorgehen wie Julia.


  6. Anja Says:

    Ich sehe das in allen Punkten so wie du! :) Außer, dass ich noch hin und wieder Rezi-Exemplare anfrage.

    Oft sind die eBook Autoren(nach meinen Erfahrungen eher die Männer) dann leider oft so, dass sie keine Ruhe geben, wenn man ihnen nicht antwortet. Die Dreistigkeit steigert sich aber noch, wenn sie bei der Anrede, dann irgendeinen falschen Namen verwenden (!obwohl ich ihnen bereits geantwortet und meinen Namen unter die Mail gesetzt hatte!) Ich bin dann nur jedesmal froh, wiedermal abgelehnt zu haben.


  7. Tina Says:

    @Julia:

    Danke dir für deinen Hinweis! Es scheint zu helfen, aber ehrlich gesagt, ist es mir der Aufwand nicht wert. An und für sich sollte es auch ohne "Drohungen" meinerseits funktionieren. Immerhin seit der Beitrag deutlich sichtbar auf der Startseite steht, habe ich meine Ruhe :)

    Mit den unerwünschten Mails von Verlagen ist mir auch schon aufgefallen. Da trudeln ständig unerwünschte "Newslettter" und "Buchempfehlungen" rein. Da antworte ich meistens, man solle mich doch bitte aus dem Verteiler löschen, in den ich nie hineinwollte.

    Mal sehen, wie es in Zukunft weitergehen wird.

    @Neyasha:

    Wenn du auch noch einen absoluten Ausschluss für alle Bücher hast, kann ich es erst recht nicht verstehen... Den Hinweis größer machen habe ich auch schon versucht, ohne großen Erfolg. Der Post auf der Startseite hilft aber wirklich :) Ich denke, ich werde ihn noch im Impressum verlinken.

    @Anja:

    Mit falschen Namen hatte ich auch schon ein paar Mal. Oder noch besser, komplett ohne Anrede, da merkt man gleich, wie viel "Mühe" in der E-Mail steckt. Das beharrliche Nachfragen hatte ich tatsächlich bisher auch hauptsächlich von Männern. Von einer Frau allerdings musste ich mir anhören, wie schrecklich unhöflich ich doch bin, dass ich ihre mehrfachen(unerwünschten) Nachrichten nicht beantworte. Was soll man dazu sagen...

    Danke dir für deinen Input Anja!


Kommentar veröffentlichen

Feel free to comment