Titel: Circe
Deutsche Ausgabe: Bisher leider noch keine Infos
Autor: Madeline Miller
Reihe: Keine (!)

Seiten: 352
Verlag: Bloomsbury
Format: Paperback
ISBN: 1408890070
Preis: ca. 12 , Kindle: ca. 6 €
Erscheinungsdatum: 10. April 2018
Genre: Fantasy 
Sprachschwierigkeit: 2-3

Eine Ewigkeit in unserem Leben, ein Augenblick für Circe - die Geschichte einer Göttin...

Inhalt 
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Crice ist die Tochter von Helios, dem Sonnengott und einer wunderschönen Nymphe. Doch schon kurz nach ihrer Geburt wenden sich ihre Eltern ab, sie ist nicht hübsch genug und hat eine überaus seltsame Stimme. Stattdessen widmen sie sich schon gleich darauf ihren jüngeren "gelungeneren" Geschwistern. Circe bleibt auf sich alleingestellt, kämpft aber dennoch um die Anerkennung in den Hallen ihres Vaters. Ein Unterfangen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist - denn Circe ist anders, wie auch ihre Geschwister. In einem Augenblick von Missgunst und Enttäuschung macht sie Gebrauch von ihren Fähigkeiten und wird dafür verbannt. Fernab von ihrer Heimat und allem, was sie bisher kennt, beginnt sie erst richtig, ihre jahrhundertlange und unvergessliche Geschichte...

Mein Eindruck
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Man muss ganz ehrlich sagen, "Circe" ist eigentlich so überhaupt nicht mein Buch. Es ist eine eher ruhige "Lebensgeschichte" von keiner geringeren als einer wahren Göttin. Leider hat Circe nicht allzu viel davon, umringt von noch viel mächtigeren und stärkeren Göttern. Bis sich herausstellt, dass die Tochter Helios' über ganz besondere Fähigkeiten verfügt, sie ist eine Hexe und kann mit Kräutern Unvorstellbares vollbringen. Anfangs versteht sie noch nicht, wozu sie fähig ist und muss es auf die harte Tour lernen. Denn in einem Augenblick reagiert sie trotz ihrer Unsterblichkeit ganz menschlich: zerfressen von Neid und Missgunst verändert sie das Leben einer anderen Nymphe und mittelbar damit ihr eignes. Von nun an muss sich Circe alleine durchschlagen und lebt ein Leben voller Herausforderungen und Rückschläge, aber auch Momente voller Glück und Zufriedenheit. 

Als Leser ist man mittendrin und kann einfach nicht anders, als immer weiterzuhören/weiterzulesen. Madeline Miller schafft das, was Autoren mit eher ruhigen Büchern meiner Erfahrung nach nur selten schaffen. Sie verlegt den Schwerpunkt  vollkommen auf die Figuren, und anstatt, dass es zäh oder langweilig wird, geht dieser Schwerpunkt wunderbar auf. Circe selbst ist ein Charakter voller verschiedener Facetten, die sich im Laufe des Buches Stück für Stück entwickeln. Es liest sich ein wenig, wie die überaus lebendige Autobiographie einer Göttin, die erst lernen musste, was es bedeutet, ewig zu leben. Sie macht zahlreiche Fehler, reagiert mal besonnen, mal vollkommen überstürzt. Gibt sich ihren Emotionen und Verlangen hin, an anderen Stellen muss sie so stark und mutig sein, dass sie fast daran zerbricht. 

Glücklicherweise muss keine Nebenfigur neben Circe verblassen. Jeder Charakter hat seine Bedeutung und bekommt ausreichend "Bühnenzeit". Anfangs noch eher ihre Geschwister, die verschiedener nicht sein könnten, ihre erste Liebe und später auch bekannte Helden, die man aus griechischen Sagen kennt. Doch egal wie berühmt ihre Weggefährten sind, die Hauptrolle bleibt bei Circe und diese meistert sie mit Bravour. Das Spannende ist, wie Circe auf die sagenumwobenen Menschen reagiert und wie sie ihr Schicksal mitbestimmt. Nichts geschieht ohne Grund.

Mir hat es überaus gefallen, dass Circe trotz ihrer Fähigkeiten und der Unsterblichkeit deutliche Grenzen hat. Sie kann Feinde nicht mit einem Fingerschnipps überwinden, wenn sich ihr richtig mächtige Götter in den Weg stellen, hat sie ein gewaltiges Problem. Doch Circe ist erfinderisch und findet für jedes Problem eine Lösung - nicht selten ganz zur Überraschung des Lesers. Denn eines ist das Buch sicher nicht, vorhersehbar.

Fazit
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"Circe" erzählt eine für mich eher ungewohnte, ruhige Geschichte. Doch das macht sie durchdacht, perfekt ausgewogen und mit einer faszinierenden Stärke. Circe ist eine echte Göttin mit Haut und Haaren, ist aber selbst nur ein kleines Rädchen im großen Gefüge der Mächtigen. Dennoch ist es ihre Geschichte, die so fesselt, weil sie so nachvollziehbar und manchmal ganz menschlich ist. Sie macht genauso Fehler, verliebt sich, übt Rache und muss stets lernen, was ihre Handlungen kosten. Für sie selbst und für ihre Mitmenschen/Mit(halb)götter. Ewige Momente eines Menschenlebens sind für sie nur wenige Augenblicke. Eine unvergessliche Reise für mich, die ich Fans von charakterstarken Büchern nur ans Herz legen kann. 


Die Geschichte einer echten Göttin - lebendig, fesselnd und voller starker Momente
4,5 Sterne

2 Responses
  1. Hallo Tina,

    das Buch klingt interessant! Ich weiß nicht, ob es ganz mein Fall ist, aber deine Beschreibung und Bewertung machen mich neugierg, ich werde es mir merken :)


  2. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    Ich hatte das Buch anfangs auch nicht so auf dem Schirm. Ehrlich gesagt, hätte ich auch nicht gedacht, dass es mir so gefallen würde. Aber tut auch gut, mal positiv überrascht zu werden ;D Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es ohne die Faszination für die Hauptfigur ein sehr langes und ehr zähes Buch werden kann.


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