Titel: Die Stunde des Assassinen
Originalausgabe: Age of Assassins
Autor: R.J. Barker
Reihe: The Wounded Kingdom #1

Seiten: 464
Verlag: Heyne
Format: Paperback
ISBN: 345331882X
Preis: 14,99 € 
Erscheinungsdatum: 9. Januar 2018
Genre: High Fantasy

Girton - ein Lehrling in den Fertigkeiten eines Assassinen. Ein Buch, das nicht ganz hält, was es verspricht...

Inhalt 
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"Um einen Mörder zu fangen, musst du einen Mörder schicken", damit soll die erste Geschichte von Girton Klumpfuß beginnen. Auf den ersten Blick unscheinbar, mit verkrüppeltem Fuß und großen Selbstzweifeln. Auf den zweiten Blick der Lehrling von Meister(in) Karn, einer der besten Assassinen ihrer Zeit. Girton fehlt nicht mehr viel, um seine Ausbildung abzuschließen, da wird er und sein Meister an den Königshof auf der Burg Maniyadoc gerufen. Sein Meister steht in der Schuld der Königin und diese zwingt die beiden, ihren Sohn den Thronerben zu beschützen. Jemand trachtet nach seinem Leben und Girton und sein Meister sollen herausfinden, wer dahinersteckt.

Mein Eindruck
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Also ich finde, wenn ein Buch mit seinem Titel und seinem Klappentext gewisse Erwartungen weckt, dann sollte man diese auch (so gut es geht) erfüllen. Bei einem Buch, bei dem "Assassine" draufsteht, sollte also auch "Assassine" drin sein. Bei "Die Stunde des Assassinen" ist das leider über weite Abschnitte nicht der Fall. Für mich war es ein bisschen so, als hätte ich einen Burger bestellt, mich auf Rindfleisch gefreut und zu meiner Überraschung Tofu bekommen. Nichts gegen Tofu, aber meine Erwartungen kann das nicht erfüllen. 

Anfangs fand ich es erfrischend, dass Girton nicht der typische Lehrling ist. Im Grunde ist er eher sensibel, einfühlsam und hat tatsächlich gewisse Skrupel seiner Handwerkskunst nachzugehen. Glücklicherweise (für ihn) muss er das auch selten tun. Denn Girton befindet sich in Tarnung und muss sich ausgerechnet als hilfloser und recht unfähiger Adeliger vom Lande ausgeben. Statt actiongepackter, atemberaubender Kämpfe, muss Girton das wehrlose Opfer mimen und es heißt, einstecken statt austeilen. Am schlimmsten fand ich, dass sich Girton in (!) seinen Gedanken als so unglaublich begabt und geschickt darstellt, er aber leider seine tollen Fähigkeiten jetzt nicht einsetzen kann. Die reinste Mogelpackung. Immerhin seine Meister(in) kann ab und an zeigen, was sie kann, wenn sie nicht auch gerade mit Tarnung beschäftigt ist.  

Es wäre ja nicht ganz so tragisch, wenn die restlichen Aspekte der Geschichte über dieses Manko hinweghelfen könnten. Wäre der Plot so unglaublich fesselnd und faszinierend gewesen, wäre die Welt so unbegreiflich cool gewesen, wären die Figuren... Nein, leider nur der Konjunktiv. Das seltsame Adelssystem und was ein "Gesegneter" ist, habe ich bis zum Schluss nicht verstanden. Die Magie im Buch ist schon wieder so ein Mysterium, dass sie sich kaum blicken lässt. Und ja die Charaktere, Girton und Rufra sind in Ordnung. Der große Rest so unsympathisch, dass es einen nun wirklich nicht kümmert, ob ihnen ein Meuchelmörder nach dem Leben trachtet. Auch die "Ränkespiele" am Königshof sind leider ein schlechter Witz, weil alle Parteien so unsympathisch sind, dass man mit Niemanden mitfiebern kann.

Zur Rettung des Buches muss ich anführen, dass das Ende noch recht gut war. Ich habe sogar einen kurzen Augenblick darüber nachgedacht, ob ich der Reihe vielleicht doch eine weitere Chance gebe. Aber die dreihundert Seiten vorher, die mich Wochen zum Lesen gekostet haben, kann ich einfach nicht vergessen. Auch glaube ich nicht, dass der Autor das umsetzen kann, was in meinen Augen zu einem S P A N N E N D E N Buch mit Assassinen gehört. Und das ist einfach mehr, als ein Auftrag der leider dazu führt, dass aus fähigen und taktisch versierten Meistern ihres Faches zahme Mäuse werden.

Fazit
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"Die Stunde des Assassinen" waren leider eher langweilige und frustrierende Stunden des Lesens für mich. Statt taktisch klug und meisterlich vorgehenden Assassinen bekommt man hier eine Figur, die eigentlich keiner Fliege etwas zuleide tun will. Anfangs ist das noch ein amüsierender Blickwinkel, als sich dann aber herausstellt, dass er wirklich (fast) keiner Fliege etwas zu leidetut und stattdessen ständig selbst verprügelt und fast umgebracht wird. Tja, das habe ich mir so nicht vorgestellt. Eingebettet in einen besseren Kontext hätte mir das Buch vielleicht trotzdem gefallen können. Doch Welt, Figuren und vor allem die Magie bleiben undurchdringlich und unsympathisch. Diese Reihe wird ohne mich weitergehen.

Ein Buch, das ich mir ganz anders vorgestellt habe
2,0 Sterne



Anmerkung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

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